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Kloster Hájek mit barocker Loreto-Kapelle lebt auf

 
photo:  (Klosterhof (Foto: Martina Schneibergová))
 

Das Franziskanerkloster Hájek / Waldl war einst ein beliebtes Ziel von Wanderern und Pilger. Der Ort, der 15 Kilometer westlich von Prag liegt, hat ein bewegtes Schicksal. Seit den 1990er Jahren bemühen sich die Franziskaner, das baufällige Barockareal wiederzubeleben.

 

Der Klosterhof ist voller Menschen, viele sitzen auf Klapp-Bänken. Diejenigen, die keinen Sitzplatz mehr gefunden haben, müssen stehen. Der Gottesdienst geht langsam zu Ende. Anschließend gibt es die Möglichkeit, einige der Klosterräumlichkeiten zu besichtigen. Das Interesse an der Führung mit Jan Vianney Dohnal ist groß. Der Franziskaner ist mit der Verwaltung von Hájek beauftragt. Er freut sich über das reparierte Dach des Klostergebäudes.

„Die Arbeiten haben 15 Jahre lang gedauert. Jedes Jahr wurde ein Stück repariert – je nach den finanziellen Möglichkeiten. Im vergangenen Jahr wurden die Arbeiten beendet. Es ist eigentlich die erste wirklich große Reparatur, die wir hier durchgeführt haben.“

Zu Zeiten des kommunistischen Regimes wurde das Kloster zunächst in ein Gefängnis und Arbeitslager für Geistliche verwandelt. Später nutzte die Armee das Areal. Die Militärs hatten aber nicht gerade viel Sinn für das Baudenkmal. Von den Barockplastiken sind nur wenige übrig geblieben, die historischen Räumlichkeiten wurden teilweise einbetoniert. Anfang der 1990er erhielten die Franziskaner das heruntergekommene Klosterareal zurück. Seitdem versuchen sie, die Gebäude zu retten und einigermaßen zu sanieren. Von Mai bis Oktober werden mittlerweile jeden Samstag Gottesdienste zelebriert.

Franziskaner Dohnal öffnet einen frisch sanierten Saal im Kreuzgang rechts vom Klostereingang.

„Im vergangenen Jahr konnten wir endlich das ursprüngliche Refektorium restaurieren. Der Boden war vom Holzschwamm befallen und musste ausgetauscht werden. Auch die Wände waren in einem desolaten Zustand. Die Restauratoren sind bei ihrer Arbeit auf Fresken gestoßen, die aus der Barockzeit stammen, also als das Kloster erbaut wurde. Wir haben gar nicht geahnt, dass der Saal mit Wandmalereien geschmückt war. Vorne gibt es eine Freske des gekreuzigten Christus, gegenüber ist der heilige Franziskus mit Engelfiguren abgebildet.“

Die Fresken müssen Dohnal zufolge erst restauriert werden. Im ehemaligen Refektorium habe es aber inzwischen schon einige feierliche Treffen gegeben, erzählt der Franziskaner.

„Im April wurde hier sogar ein Konzert für Diplomaten veranstaltet. Das war das erste Mal, dass Menschen aus so vielen Ländern unser Kloster besucht haben. Als die Botschafter in ihren Limousinen an den halbzerfallenen Mauern zum Areal vorbeigefahren wurden, haben sich einige von ihnen vermutlich beunruhigt die Frage gestellt, wo sie denn gelandet seien. Als sie sich das Kloster angeschaut, von seiner Geschichte gehört und schließlich die einzigartige Loreto-Kapelle besucht haben, waren die meisten begeistert. Nach dem Konzert im Refektorium haben sie sich mit uns unterhalten, und es schien, dass einige gar keine Lust hatten, wieder nach Hause zu fahren.“

In der Barockzeit besuchten mehrere Zehntausend Pilger den Ort, an dem sich die älteste Loreto-Kapelle Böhmens befindet. Im Kloster wird jeden Samstag ein Gottesdienst zelebriert. Das Programm der Veranstaltungen für die Saison sei lange im Voraus zusammengestellt worden, erzählt Jan Vianney Dohnal. Anfang August finde in Hájek beispielsweise ein Festival der Franziskanerchöre statt – aber nicht nur das.

„Die Hauptwallfahrt gibt es am 7. September, am Fest Mariä Geburt. Es kommt der Karmeliter und Schriftsteller Vojta Kodet. Die letzte Messe in der Saison wird hier an Allerseelen, also am 2. November gelesen. Von Mai bis November ist das Kloster mit Leben erfüllt.“

Aber nicht nur Menschen aus der Umgebung hätten inzwischen den Weg nach Hájek gefunden, sondern auch aus Mähren oder sogar dem Ausland, stellt Dohnal fest.

Kloster Hájek ist am einfachsten von der Bushaltestelle in der Gemeinde Červený Újezd zu erreichen. Von dort geht man etwa 20 Minuten zu Fuß. Vom Bahnhof in Jeneč sind es etwa vier Kilometer bis nach Hájek. Das Kloster ist von der Straße aus kaum zu sehen, denn es ist hinter einer Mauer und hohen Bäumen fast versteckt.

 
 
Autor: Český rozhlas Radio Praha
 
Datum: 01.07.2019
 
 
 

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