Schon von den frühesten Zeiten der geschichtlichen Entwicklung der böhmischen Länder sind in diesem Teil Mitteleuropas Adelssitze errichtet worden, die in erster Linie der Abwehr vor feindlichen Angriffen zu dienen hatten. Als ihre Standorte wurden aus diesem Grunde zumeist schwer zugängliche Felsen sowie Bergkuppen gewählt, oft wurden die Burgen mit einem Wassergraben umgeben.
Zu Beginn der 30er Jahre des 13. Jahrhunderts trat jedoch eine Wende ein: Eben aus jener Zeit sind die ersten Burgen im Besitz der Krone und des Adels überliefert. Im Umfeld vieler von ihnen blieben bis heute Spuren einstiger Befestigungsanlagen in Form gewaltiger Wälle und Gräben erhalten.
In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde parallel zum Einzug einer neuen Lebensform damit begonnen, statt Wehrburgen bequeme Schlossresidenzen zu errichten. Viele von ihnen wurden mit repräsentativen Parkanlagen und Schlossgärten mit edlen Holzgewächsen, Statuen und Kleinarchitekturen umgeben.
Auf dem Territorium Böhmens, Mährens und Schlesiens sind mittelalterliche Burgen aller Bautypen erhalten geblieben; in der Architektur der böhmischen, mährischen und schlesischen Schlösser schlugen sich sämtliche historischen Baustile nieder. Man findet hier Bauwerke von bemerkenswerter Stilreinheit wie auch Objekte vor, die in späteren Bauperioden auf interessante Art und Weise umgestaltet wurden. Viele tschechische Burgen und Schlösser bieten ihren Besuchern nicht nur Führungen an, sondern halten für sie mannigfaltige Sonderprogramme in Form von nächtlichen Führungen, mittelalterlichen Turnieren und Festmahlen, internationalen Musikfestspielen und verschiedenen Wettbewerben bereit. In etlichen tschechischen Schlössern werden Hoteleinrichtungen betrieben.
Die meisten Burgen und Schlösser sind im Staatsbesitz, einige sind den vormaligen Besitzern aus Adeligengeschlechter und kirchlichen Institutionen zurückgegeben worden. In vielen Fällen begannen diese altneue Besitzer nach vormaligen Dispositionen mit der Instandsetzung der Gebäude und nach der Baubeendung veröffentlichten wieder Objekte für Besucher.
Die Burgen und Schlösser der Tschechischen Republik gelten als dermaßen attraktiv, dass sie unaufhörlich im Mittelpunkt des Interesses tschechischer wie auch ausländischer Fernseh- und Filmstäbe stehen.
Unsere "Burg- und Schloss-Straße" bildet einen Bestandteil der Romantischen Straße, die in Mannheim beginnt und in Prag endet. Auf dem tschechischen Territorium zählen dazu dreizehn Lokalitäten, die einen Querschnitt durch die tausendjährige Geschichte der Architektur anbieten. Zu der heutigen Burg- und Schloss-Straße: Burg in Cheb, Schloss Kynžvart, Burg und Schloss Bečov, Burg Loket, Kloster Teplá, Wasserburg Švihov, Schloss Nebílovy, Schloss Kozel, Schloss Hořovice, Burg Žebrák und Točník, Burg Karlštejn, Burg Křivoklát a Pragerburg.
Einige tschechische Schlösser tauchen auch im Angebot der Kongress-Touristik auf. Solchen Aktivitäten geht man unter anderen in den Schlössern Mostov bei Cheb, Sychrov in der Region Liberec und Dětenice unweit von Jičín nach.