Die Ausstellung hatte einen starken nationalen und politischen Hintergrund – die Industrieausstellung im Jahre 1791 verlief nämlich im Rahmen der Krönungsfeierlichkeiten von Leopold II. zum König Tschechiens. Der im Jahre 1891 regierende Franz Josef II. ließ sich aber nicht zum König Tschechiens krönen. Die Feier des Leopold-Jubiläums war deshalb zweifellos auch eine Erinnerung an die Idee von der tschechischen Staatlichkeit, vor allem zu einer Zeit, als Wien und die deutschen Nationalisten alles taten, was zu deren Vergessen beitrug.
Obwohl es sich um eine Landesausstellung handelte, boykottierten die im Tschechischen Königreich siedelnden deutschen Industriellen, bis auf wenige Ausnahmen, die Ausstellung. Die Ausstellung, die ausschließlich von tschechischen Firmen organisiert und ausgestattet worden war, hatte allerdings einen großen Erfolg und bewies die Fähigkeit der Tschechen.
Aufgrund von deutschen Instruktionen waren die Auseinandersetzungen um die Ausstellung von Beginn an sehr hart. Erst im Jahre 1888 wurde die erste Vorbereitungskommission gewählt, in deren Verantwortung Graf Karl Max Zedtwitz stand, als einer seiner Stellvertreter wurde František Křižík gewählt. Von der Bedeutung des Unternehmens zeugt auch die Zusammensetzung eines General-Komitees, in deren Verantwortung Bedřich Kinský, Graf Franz Thun, Ritter Jiří Lobkowicz oder der Prager Bürgermeister Dr. Jindřich Šolc standen.
Durch einen Beschluss des Landesparlaments wurde ein Teil des Königlichen Tierparks zum Bau des Ausstellungsgeländes bestimmt. Die Ausstellung wurde am 15.Mai 1891 eröffnet und am 18. Oktober 1891 geschlossen. Eine der Attraktionen der Ausstellung war der Hanavský-Pavillon, und gut besucht war das Ballon-Gelände, wo Aussichtsflüge im festgebundenen und freischwebenden Ballon angeboten wurden. Teil des Ausstellungs-Geschehens war auch der II. Sokol-(Turner-) Kongress. 2,5 Millionen Besucher besuchten die Ausstellung, unter ihnen auch Franz Josef II. höchstpersönlich.
Von der Monumentalität der Ausstellung zeugt auch der Ausstellungskatalog, der eine Zusammenstellung der Aussteller, einschließlich der Pavillons und Exponate, auf vollen 350 Seiten darbot.