Lage: Nordwestlich von Prag (Praha), in der Nähe der Städte Melnik (Mělník), Böhmisch Leipa (Česká lípa) und Leitmeritz (Litoměřice)
Die Kokorschiner Region ist ein Gebiet der Böhmischen Kreidentafel mit einmaligem geomorphologischem Relief aus Quadersandsteinen.
Die Grundabrisse des Reliefs bestimmt die Beziehung zwischen den zwei wichtigsten Gruppen der Oberflächenformen: Platten und sehr oft tief gesetzte, mehrstöckige Täler, auf deren Kante Felsenstädte gebildet wurden. Durch eine selektive Witterung entstanden Felsentürme und häufige Meso- und Mikroformen von solcher Form und Umfang, wie man sie in keinem anderen Sandsteingebiet der Tschechischen Republik finden kann.
Natürliche Felsengestalten, die vor allem an den Tal-Berghängen gebildet wurden, lassen sehr oft wunderliche Forme entstehen – wir finden hier einen Riesenkopf, einen Frosch, ein Eberschwein, Schneewittchen und die sieben Zwerge oder den bekannten Topfdeckel – Felsengebilde, das durch selektive Witterung der verschieden beständigen Sandsteinschichten entstanden sind.
Die Landschaftsdominanten wurden durch magmatisches Effusivgestein gebildet, das Phonolith-, Basalt- oder Trachytberge, Kegel und Kegelberge (Willhoscht (Vlhošť) – 614 m, Ronberg (Ronov) – 552 m, Wratner Berg (Vrátenská hora) – 507 m bildet.
Die Täler von Liběchovka und Pšovka sind durch ihre feuchten Fluren, Feuchtgebiete und stehenden Gewässer typisch. Hiesige Feuchtgebiete wurden im November 1997 im Rahmen des Ramsar Übereinkommens auf die Liste der Schutzgebiete eingetragen.
Das Ramsar Übereinkommen (oder Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Wattvögel) ist das erste internationale Abkommen, das sich auf den Schutz und die sinnvolle Nutzung der Naturquellen ausrichtet und eins der wenigen Abkommen ist, die einen bestimmten Biotyp schützen. Durch das Abkommen wird ein weltweiter Schutz aller Arten von Feuchtgebieten gesichert. Das Übereinkommen wurde in der iranischen Stadt am 2. Februar 1971 veröffentlicht und heutzutage hat es 138 Vertragsparteien. Die Tschechische Republik trat dem Ramsar Übereinkommen am 1. Januar 1993 bei und auf die Erfüllung der Verpflichtungen achtet der Tschechische Ramsar-Ausschuss (Český ramsarský výbor).
In den Feuchtbiotypen lebt eine ganze Reihe von bedrohten Tier- und Pflanzenarten.
Ganze 72 % der Waldfläche werden durch natürl vorkommende Gehölz gebildet. Der hohe Waldflächenanteil und die traditionelle spärliche Besiedlung dieser Region sind der Grund für ihre Unversehrtheit und einmalige Schönheit, die durch eine reiche Vertretung der Schrotwandbau-, Fachwerk- und ursprünglichen Architektur unterstrichen wird. Die pittoreske und romantische Landschaft rundet die bekannte Burg Kokorschin (Kokořín) ab.
Fläche: 272 km²
Höhe über dem Meeresspiegel: 176 m (Želízy)
614 m (Vlhošť)