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Von Masaryk zu Zeman: Zeremonie der Amtseinführung

 
photo:  (radio.cz)
 

Miloš Zeman wird am Donnerstag zum zweiten Mal als Staatspräsident vereidigt. Und die Zeremonie hat Geschichte.

 
 

Die Zeremonie zur feierlichen Amtseinführung der tschechoslowakischen und tschechischen Staatspräsidenten hat sich in den vergangenen 100 Jahren weiterentwickelt. Tomáš Garrigue Masaryk musste noch ganz auf einen Festakt verzichten. Der erste tschechoslowakische Präsident wurde 1918 nämlich in seiner Abwesenheit zum Staatsoberhaupt der neu entstandenen Republik gewählt. Das erklärt Dagmar Hájková, sie ist Historikerin am Masaryk-Institut der Akademie der Wissenschaften.

„Als Masaryk am 21. Dezember 1918 in die Tschechoslowakei zurückkehrte, wurde er auf dem Wilson-Bahnhof begeistert begrüßt. Er fuhr damals gleich ins Abgeordnetenhaus, um den Amtseid abzulegen. Erst danach hielt er auf der Prager Burg eine Ansprache zur Lage der Nation. Diese Tradition übernahm er vermutlich von den US-Präsidenten. Masaryk sprach darüber, was während der vier Kriegsjahre passiert ist. Zudem skizzierte er seine Vision des neuen Staates, der auf den Prinzipien von Demokratie und Humanität aufgebaut sein sollte.“

Im Vladislav-Saal auf der Prager Burg fand die Zeremonie zur Amtseinführung eines Staatspräsidenten erstmals 1934 statt. Damals wurde Masaryk zum vierten Mal zum Staatsoberhaupt gewählt. Die Historikerin:

„Erst 1934 war der Umbau der Prager Burg fertig. Die repräsentativen Räume waren auf einen derartigen Festakt gut vorbereitet. Begleitet wurde die Zeremonie von einer Militärparade. Masaryk war damals schon sehr krank, er musste jedoch kandidieren, weil sich die Parteien noch nicht auf einen Nachfolger einigen konnten. Masaryk wurde vom Parlament gewählt. Er hat den Eid verlesen, und man konnte gut sehen, dass der 84-jährige Mann ein Opfer für die Republik brachte.“

Präsident Zeman wird nach der Zeremonie im Vladislav-Saal die Wenzelskapelle im Veitsdom besuchen. Dort wird das Staatsoberhaupt das Andenken des heiligen Wenzel ehren. Dazu Dagmar Hájková:

„Als erster Staatspräsident gedachte Emil Hácha 1938 in der Wenzelskapelle des Landespatrons. Danach nahm er an einem Festgottesdienst im Veitsdom teil, bei dem ein Te Deum erklang. Das war auch zum ersten Mal, dass ein Gottesdienst für den neugewählten Präsidenten zelebriert wurde. Es ist bizarr, dass auch der erste kommunistische Staatspräsident Klement Gottwald 1948 an einem Gottesdienst teilnahm. Zu der Zeit begann schon die Verfolgung von Kirchenvertretern.“

Natürlich waren die feierlichen Amtseinführungen der Staatsoberhäupter auch ein Thema für die Tagespresse. Masaryks Wahl im Jahre 1934 wurde schon teilweise vom Tschechoslowakischen Rundfunk übertragen.

 
Autor: Český rozhlas Radio Praha
 
Datum: 08.03.2018
 
 
 

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