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Tschechisch

 
photo:  (sxc.hu)
 

Tschechisch gehört zur Gruppe der westslawischen Sprachen. Aus einer anderen Sicht ist Tschechisch eine flektierende Sprache, das heißt, dass es die Wörter „beugt“ (es verändert ihre Endungen), vor allem je nach der Funktion des jeweiligen Wortes im Satz.

 
 

Von wem und wo wird Tschechisch gesprochen

Die tschechische Sprache finden wir in Österreich (besonders in Wien), in Polen , Deutschland , in der Ukraine (Wolhyner Tschechen), in Kroatien (vor allem im Gebiet um Daruvar) und im westlichen Rumänien (Banat). Mehrere tausend Tschechen leben in der Slowakei , wo sie seit der Teilung der Tschechoslowakischen Republik (1992) geblieben sind.

Tschechisch wird auch außerhalb von Europa gesprochen, in Australien und Kanada, aber vor allem in den Vereinigten Staaten, wo die meisten Tschechen außerhalb der Tschechischen Republik leben. Die größten Gemeinden befinden sich in New York, Chicago und Cleveland, aber auch in den landwirtschaftlichen Gebieten wie Texas, Wisconsin, Minnesota und Nebraska. Insgesamt leben in den Vereinigten Staaten mehr als 90.000 Tschechen (nach der Volkszählung von 1990).

Wie in der Tschechischen Republik gesprochen wird

Tschechisch ist in der Tschechischen Republik die einzige Amtssprache, es wird von etwa 96% der Einwohner gesprochen. Außerdem sind besonders Slowakisch, Deutsch, Polnisch und Romani zu hören.

Die Entstehung der tschechischen Sprache

„Die tausendjährige Vergangenheit fließt durch jedes Wort. Wir tun etwas herrlich Altes und Historisches, wenn wir tschechisch sprechen.“ (Karel Čapek)

Die Anfänge der tschechischen Sprache reichen zurück bis zum Ende des 10. Jahrhunderts , als sich das Tschechische, genauso wie die übrigen slawischen Sprachen, von der gemeinsamen Ursprache – dem Urslawischen – abtrennte. Bereits aus dieser Zeit stammen die ersten schriftlichen Belege über seine Existenz (z. B. die böhmischen Eigennamen Mysläta, Boleslav, Melnik auf den böhmischen Denaren aus der Zeit um 1000), sie sind allerdings ganz vereinzelt. Mehr Beweise kommen erst in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts hinzu, so dass erst seit dieser Zeit das Tschechische als historisch belegte Sprache gelten kann.

Im Mittelalter entwickelte sich das Tschechische zu einer reichen und ausgearbeiteten Sprache vieler Literaturgattungen. Mit der Entwicklung des böhmischen Staates verbreitete es sich auch außerhalb der nationalen Grenzen. In der Zeit vom 14. bis zum 16. Jahrhundert ist eine Expansion der tschechischen Sprache festzustellen. Sie wurde vor allem in Oberschlesien, aber auch in Ungarn und selbstverständlich auch in der Slowakei gesprochen. Am markantesten beeinflusste sie die polnische Schriftsprache. Einzelne Bohemismen finden wir allerdings auch in anderen Sprachen (z. B. im Russischen) und die Bezeichnungen der hussitischen Waffen gingen seinerzeit durch ganz Europa (píštala - Pfeife, Grundlage für das spätere Wort „pistole“, aus houfnice wurde Haubitze).

Schriftsprache und Dialekte

Alle Menschen, die tschechisch sprechen, verstehen einander ohne Schwierigkeiten. Gleichzeitig ist allerdings ein verhältnismäßig großer Unterschied zwischen der traditionellen Schriftsprache und der gesprochenen Sprache charakteristisch.

Die Umgangssprache der Einwohner ist je nach Gebiet unterschiedlich. In Böhmen ist ein Interdialekt (eine über den Dialekten stehende Sprachform) vorherrschend, der allgemeines Tschechisch genannt wird und der sich auf der Basis grundlegender Züge der mittelböhmischen Dialektgruppe entwickelt hat. In Mähren sind markantere Dialektunterschiede zu beobachten. Es handelt sich dabei um drei ausgeprägte Dialektgebiete : das Gebiet um Hana (das mittelmährische), das mährisch-slowakische (bzw. das ostmährische einschließlich der Walachei - Valašsko) und das Gebiet um die Lachei (das schlesische Gebiet).

Die Hauptunterschiede in den Lauten werden gut am folgenden Satz demonstriert
  • Tschechische Schriftsprache: Dej mouku ze mlyna na vozik. ("Gib das Mehl aus der Mühle auf den kleinen Wagen.")
  • Mittelmährischer Dialekt: De moku ze mlena na vozek.
  • Ostmährischer Dialekt: Daj muku ze mlyna na vozik.
  • Schlesischer Dialekt: Daj muku ze mlyna na vozik.
Die Unterschiede zwischen der tschechischen Schriftsprache und dem allgemeinem Tschechisch sind (im Vergleich zu anderen Sprachen) vor allem deshalb auffallend, weil es sich um keinen spezifischen Wortschatz handelt, sondern vor allem um Systemveränderungen , die die Deklination und die Konjugation beeinflussen.

Besonderheiten

Die tschechische Sprache verfügt über einen ganz besonderen Konsonanten, der mit dem Buchstaben „ř“ geschrieben wird. Eine weitere charakteristische Eigenschaft sind die silbenbildenden Laute „r“ und „l“. Dank dieser Laute lassen sich problemlos Worte wie vrh (Hügel), vlk (Wolf), strhl (er riss), svršky (Oberteile) aussprechen. Das Tschechische kumuliert allerdings auch andere Konsonanten auf eine Art und Weise, die Ausländern beträchtliche Schwierigkeiten bereitet: zvlášť (besonders), vzplane (flammt auf) oder sogar: pštros s pštrosicí (Strauß mit Straußendame).

Vom Hören

Im Tschechischen liegt d ie Betonung stets auf der ersten Wortsilbe . Die Intonation des Satzes ist meist sinkend, nur bei einer Frage, auf die als Antwort „ja“ oder „nein“ erwartet wird, steigt sie am Ende.

Rechtschreibung

Die tschechische Rechtschreibung beruht auf dem Lautprinzip – jedem Laut entspricht in der Regel ein Buchstabe.

Die ältesten schriftlichen Belege der tschechischen Sprache sind mit Buchstaben des lateinischen Alphabets geschrieben, von denen es weniger gibt als tschechische Laute. Man begann allerdings bald damit,  Buchstabenverbindungen zu verwenden, die einen Laut ergeben.

Für die heutige tschechische Rechtschreibung ist die Verwendung sog. diakritischer Zeichen charakteristisch, also Striche zur Bezeichnung der Länge von Vokalen [so lässt sich die Bedeutung solcher Worte wie „pravá“ - (die) rechte (Seite) und „práva“ (die) Rechte (= Ansprüche) unterscheiden], und Häkchen , vor allem über den Buchstaben š, ž, č, ř, ň bzw. auch ť, ď und ě, zur Bezeichnung jener Laute, für die im ursprünglichen lateinischen Alphabet kein Buchstabe zu finden ist. Dieses Prinzip respektiert sehr sinnvoll die phonetische Verwandtschaft der Konsonanten. Seine Grundsätze wurden bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts von Jan Hus in seiner Schrift De ortographia Bohemica formuliert.

Tschechisch hat allerdings noch ein diakritisches Zeichen, den Kringel über dem langen „ů“ . Es handelt sich um eine rein historisch motivierte Besonderheit und aus heutiger Sicht unterscheidet sich die Aussprache der Buchstaben „ů“ und „ú“ auf keinerlei Weise – beide Zeichen bewirken die gleiche Längung des Vokals.

Die tschechische Sprache benutzt also eine beträchtliche Anzahl  graphischer Zeichen

a - á - b - c - č - d - ď - e - é - ě - f - g - h - i - í - j - k - l - m - n - ň - o - p - q - r - ř - s - š - t - ť - u - ú - ů - v - w - x - y - ý - z - ž

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Datum: 11.01.2010
 
 
 

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