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Junger Wein – St.-Martins-Wein

 
photo:  (czechtourism.cz)
 

Jedes Jahr am 11. November, dem St. Martinstag, werden um genau 11 Uhr in den Vinotheken und Restaurants überall in der Tschechischen Republik die ersten Weinflaschen des neuen Jahrgangs, des jungen Weines, geöffnet. Eine ähnliche Tradition, wie diejenige des hiesigen St.-Martins-Weines, besteht auch in Frankreich, nämlich die des sog. Beaujolais Nouveau. Der tschechische Brauch ist aber bedeutend älter.

 
 
St.-Martins-Weine sind die ersten Weine der Herbstlese. Sie werden bereits wenige Wochen nach der Lese auf den Markt gebracht und sollten nicht über längere Zeit gelagert werden. Die Winzer empfehlen, den Wein bis zum Frühling zu trinken. Zwar besteht auch anschließend nicht die Gefahr, dass der Wein verdirbt, seine Frische und sein Aroma gehen jedoch verloren.  

Die Feierlichkeiten rund um das Öffnen der ersten Flaschen des neuen Weines stammen noch aus der Zeit des Kaisers Josef II. Schon damals durfte am St. Martinstag mit dem Ausschank des jungen Weines begonnen werden. Einerseits symbolisierte dieser Tag das Ende der Erntezeit und schloss somit das landwirtschaftliche Jahr ab, andererseits stand er für den Beginn des Winters.

Im Jahr 1995 wurde der „St.-Martins-Wein“ als geschützter Markenname registriert und gehört seit 2005 dem Winzerfond der Tschechischen Republik. Der Winzerfond legt fest, welche Sorten bei der Herstellung dieses Weines verwendet werden dürfen und welchen Charakter er haben soll. Alle in der Tschechischen Republik registrierten Winzer, die diese anspruchsvollen Anforderungen erfüllen, dürfen die Bezeichnung „St-Martins-Wein“ verwenden.

Der junge Wein ist trocken, leicht, frisch, hat einen niedrigen Alkoholgehalt (meist um 12 %) und einen ausgeprägt-fruchtigen Charakter. Er darf einen mäßigen Gehalt an Kohlendioxid aufweisen. Vier Rebsorten sind für die Produktion zugelassen – Müller Thurgau und Frühroter Veltliner für Weißwein, Blauer Portugieser und St. Laurent für Rosé und Rotwein.

Als besonders geeignete Speisen zu diesem Wein gelten Martinsgans, Gänseleber, gefülltes Hähnchen, Martinsgolatschen und Pfannkuchen. Eine Übersicht der Veranstaltungen, an denen Sie nicht nur St.-Martins-Wein, sondern auch andere traditionelle Martinsspezialitäten verkosten können, finden Sie hier.
 
Autor: Ivana Jenerálová
 
Quelle: www.wineofczechrepublic.cz
 
Datum: 21.10.2010
 
 
 

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