Die Adventszeit stimmt uns langsam auf Weihnachten ein. Sie beginnt am
vierten Sonntag vor dem Heiligen Abend und endet an diesem. Nicht
wegzudenken aus der Adventszeit sind die runden Adventskränze mit vier
Kerzen, die nach und nach angezündet werden. Ihr Licht symbolisiert die
Ankunft Christi. In den Städten schmücken beleuchtete Weihnachtsbäume
die Plätze und es werden traditionelle Weihnachtsmärkte veranstaltet,
an denen die verschiedensten Geschenke gekauft werden können.
Der
6. Dezember, der Namenstag des Heiligen Nikolaus, wird von den
Kindern jedes Jahr ungeduldig erwartet. Am Vorabend gehen der Heilige
Nikolaus, sein Engel und der Teufel von Haus zu Haus und verteilen
Süßigkeiten und Obst an diejenigen Kinder, die ein Gedicht aufsagen
oder ein Lied vorsingen. Waren die Kinder während des Jahres frech,
können sie stattdessen auch Kohle oder Kartoffeln bekommen. In
Familien, bei denen der Nikolaus nicht persönlich vorbeikommen kann,
genügt es, eine Socke über Nacht aus dem Fenster zu hängen. In ihr
befindet sich dann am nächsten Morgen das Geschenk, welches das Kind
verdient.
Die Krönung der Weihnachtszeit ist der 24. Dezember,
der Heilige Abend. In vielen Familien beginnt der Tag mit
Weihnachtsliedern und dem Schmücken des Weihnachtsbaumes. Das
Mittagessen fällt am Heiligen Abend eher schmal aus und unterscheidet
sich in den einzelnen Landesteilen – an manchen Orten isst man
„vánočka“, einen süßen Hefezopf mit Rosinen, an anderen „kuba“, ein
Graupengericht mit Pilzen, oder „hubník“, einen Pilzauflauf mit in
Scheiben geschnittenen Semmeln und Gries. Wer aber am Abend das goldene
Schweinchen sehen möchte, der sollte den ganzen Tag fasten. Auch das
Abendessen am Heiligen Abend variiert je nach Region, besteht aber
meistens aus Fischsuppe und gebackenem Karpfen mit Kartoffelsalat.
Der
Tradition nach setzt man sich mit dem ersten aufgehenden Stern an den
Weihnachtstisch. Unter die Teller wird eine Fischschuppe gelegt, ein
Symbol für Geld und Reichtum. Während des Essens darf niemand den Tisch
verlassen, damit sich die Familie auch im nächsten Jahr wieder
vollzählig zum Weihnachtsessen versammelt. Weitere ältere Bräuche sind
zum Beispiel das Bleigießen oder das Aufschneiden von Äpfeln.
Der
wichtigste christliche Feiertag ist der erste Weihnachtstag, der 25.
Dezember, an welchem man die Geburt von Jesus Christus feiert. Am
zweiten Weihnachtstag, dem Stephanstag, war es früher üblich, dass die
Kinder singend von Haus zu Haus gingen. Ihre Bemühungen wurden jeweils
mit einer Frucht oder einer kleinen Münze belohnt. Heute erinnern nur
noch einige schöne Weihnachtslieder an diesen Brauch.
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