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Der größte Laser entsteht unweit von Prag

 
photo:  (Bogle Architects)
 

Die tschechische Wissenschaft steht wahrscheinlich vor dem großartigsten Projekt in ihrer Geschichte – der Errichtung des Europäischen Laserzentrums ELI (Extreme Light Infrastructure). Die tschechischen Experten vergleichen es sogar mit dem Schweizer CERN. In diesem riesigen Teilchenbeschleuniger wurde unlängst erfolgreich der sog. Urknall bei der Entstehung des Weltalls simuliert.

 
Bereits im Jahre 2016 soll anstelle des halbverfallenen Rinderstalls in der Gemeinde Dolní Břežany (Map) bei Prag das größte Laserforschungszentrum in Europa stehen. Der Laser, der so groß wie die Halle eines Flughafens sein soll, wird nicht nur von tschechischen Physikern, sondern auch von Experten aus aller Welt genutzt werden.

Die Aufgaben, welche die Wissenschaftler mithilfe des Lasers bewältigen sollen, sind in der Tat umfangreich, denn das grundlegende Motto des Projektes lautet:  Extreme Light Infrastructure (ELI) = von der Erforschung der Krebsbehandlung bis zur Astrophysik.

Ultrakurze und außerordentlich intensive Licht- und Teilchenpulse, die der ELI-Laser erzeugen wird, finden viele Anwendungen nicht nur in der Grundlagenforschung, z.B. in der Chemie, Biologie, in den medizinischen Wissenschaften und bei der Entwicklung neuer Werkstoffe, sondern auch im Bereich der praktischen Anwendungen. Extrem intensive, elektromagnetische Impulse ermöglichen unter anderem, die Bedingungen in Horizontnähe Schwarzer Löcher zu simulieren. Der Laser könnte ferner behilflich sein, Menschenleben zu retten. Im Rahmen eines von sechs Forschungsprogrammen soll der intensivste Laserbeschleuniger entwickelt werden, der unter anderem auch bei der Krebsbehandlung zum Einsatz gelangen wird, wo qualitativ gute, jedoch erschwingliche Protonenquellen erforderlich sind. Der Laser könnte ebenso neue Wege und Techniken für den Umgang mit radioaktivem Abfall finden.

Das Hauptziel des Projektes ELI ist die Errichtung der weltweit modernsten Laseranlage, in der Forschungs- und Anwendungsprojekte bezüglich der Interaktion eines Stoffes mit dem Lichtpuls einer Intensität realisiert werden, die etwa tausendmal größer ist, als die derzeit erreichbaren Höchstwerte. ELI wird ultrakurze Laserpulse einer typischen Länge von nur wenigen Femtosekunden (10-15 fs) erzeugen und eine Leistung von bis zu 200 PW erbringen.

In der Zukunft werden Bestandteil des Projektes ELI auch weitere Forschungszentren sein: Attoseconds Facility wird in Ungarn stehen und sich der Physik der ultrakurzen optischen Pulse in der Größenordnung von Attosekunden widmen. Das dritte Zentrum Photonuclear Facility, das auf die Fotonuklearphysik ausgerichtet ist, soll seinen Sitz in Rumänien haben.
 


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Autor: Andrea Kábelová
 
Quelle: Evropské laserové centrum
 
Datum: 04.12.2012
 
 
 

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