Höhere Fachschulen gibt es in der Tschechischen Republik erst seit dem Jahr 1995. Ein Vorteil dieses Schultyps gegenüber den
Hochschulen ist der hohe Anteil an Praxiserfahrung im realen Arbeitsumfeld. Die Studenten können so nicht nur praktische Erfahrungen in ihrem Fach sammeln, sondern auch wichtige Kontakte zu Firmen und Betrieben knüpfen, die ihnen nach Abschluss der Ausbildung die Stellensuche erleichten. An der Tatsache, dass die Zahl der arbeitslosen Absolventen von Höheren Fachschulen auch während der Zeit der Wirtschaftskrise zurückging, ist zu erkennen, dass die tschechischen Arbeitsgeber bei Stellenbewerbern einen hohen Stellenwert der Praxiserfahrung zuweisen.
An den Höheren Fachschulen werden die unterschiedlichsten Studiengänge angeboten – vorwiegend aus den Bereichen Wirtschaft und Finanzen, aber auch Verwaltung, soziale Fächer, Buchhandel, Gesundheitswesen, Pädagogik oder zum Beispiel Literatur und Schauspielerei. Sehr gefragt sind Höhere Fachschulen in den Bereichen Gastronomie, Hotel und Tourismus. In diesen Fachbereichen gibt es übrigens auch am wenigsten arbeitslose Absolventen.
Interessenten am Studium an einer Höheren Fachschule müssen sich darüber im Klaren sein, dass an diesen Schulen Schulgeld verlangt wird. Das gilt sowohl für staatliche als auch kirchliche Höheren Fachschulen, an welchen das Schulgeld bei 2 500 CZK bis 5 000 CZK jährlich liegt. Bei privaten Höheren Fachschulen handelt es sich um Jahresgebühren von 15 000 CZK bis 30 000 CZK, teilweise auch mehr. Eine Liste der Höheren Fachschulen, inkl. der Studiengänge, der Höhe des Schulgeldes und der Adresse, finden Sie hier.
Häufig studieren an einer Höheren Fachschule Studenten, die keinen Platz an der Hochschule bekommen haben. Die Aufnahmeprüfungen finden üblicherweise im Juni statt. Oft wird aber im August einer weitere Prüfungsrunde ausgeschrieben, für diejenigen, die weiterstudieren möchten, an der Universität jedoch keinen Studienplatz bekommen haben.
Einige Schulen halten keine Aufnahmeprüfung ab, sondern nehmen die Studenten anhand der Mittelschulzeugnisse oder der Maturitätsprüfung auf. An anderen Schulen werden bei der Aufnahmeprüfung Fremdsprachenkenntnisse und spezielles Fachwissen (Mathematik, Sozialwissenschaft usw.) geprüft. Wieder andere Schulen verlangen neben einer schriftlichen Prüfung auch ein persönliches Gespräch oder das Bestehen einer sogenannten Talentprüfung.
Der Titel DiS. hat nicht denselben Stellenwert wie der Titel Bakkalaureus (Bc.), der beim Studium an einer Hochschule erworben wird (dieser Titel wird nach drei Studienjahren und dem Ablegen der staatlichen Bakkalaureats-Prüfung verliehen). Die Zahl der Hochschulen, die eine Ausbildung an einer Höheren Fachschule beim Studium anrechnen, steigt. So kann sich das Bakkalaureats-Studium für einen Absolventen einer Höheren Fachschule auf 1 bis 1,5 Jahre verkürzen.