Mittelschulausbildung 2. Teil - Lyzeen
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Zu Beginn eines jeden Kalenderjahres erscheinen in der Tschechischen Republik Tageszeitungen mit besonders umfangreichen Zeitungsbeilagen. Die großen Tagesblätter veröffentlichen darin die Listen der Mittelschulen und Studienfächern, für die sich die Kinder nach dem Abschluss der Grundschulausbildung bewerben können. Die Aufnahmeprüfungen auf diese Schulen finden dann in Regel im April statt.
Die künftigen Studenten können aus einer relativ großen Anzahl an Schulen auswählen. Bestandteil der Wahl ist auch die Entscheidung für einen bestimmten Typ von Schulen und Fachrichtungen. Den größten Aufschwung in Tschechien konnten in den letzten Jahren die Lyzeen vermerken, deren Anzahl sprunghaft angestiegen ist. Während es hiervon im Jahre 2003 nicht einmal einhundert gegeben hat, konnte sich die Zahl innerhalb von drei Jahren fast verdreifachen.
Das Lyzeum ist eine Art Zwischenstufe zwischen einem Gymnasium und einer Fachschule mit Abiturabschluss. In der Tschechischen Republik sind Lyzeen keine selbständigen Schulen, sondern eine spezielle Ausbildungsrichtung. Lyzeen sind häufig an Fachmittelschule angegliedert. Genauso wie an Gymnasien werden hier allgemeinbildende Fächer unterrichtet, die Studenten erwerben jedoch auch Fachkenntnisse aus dem Bereich der technischen oder Naturwissenschaften, Wirtschaftslehre, Gesundheitswesen oder Pädagogik. . Zum Beispiel kann an der chemischen Fachmittelschule eine Ausbildung im Bereich der angewandten Chemie abgeschlossen werden, oder aber das Technische Lyzeum. Landwirtschaftliche Mittelschulen bieten Ausbildungsgänge in Gartenbau und Tiermedizin an, oder das Naturwissenschaftliche Lyzeum.
Die Absolventen der Lyzeen erlangen zwar keine Qualifikation zur Berufsausübung, dennoch sie erhalten eine sehr gute Vorbereitung für das Studium an
der Hochschule oder höheren Fachschule . Die Statistiken des Schulministeriums bestätigen, dass die Absolventen der Lyzeen bei den Aufnahmeprüfungen auf Hochschulen genauso erfolgreich sind wie die Schüler der Gymnasien. Gegenüber den klassischen Gymnasien, die Allgemeinbildung gewährleisten, erlangen die Studenten der Lyzeen umfassenderen Kenntnisse in den verschiedenen Fachbereichen, mit denen sie sich dann beim Studium an einer Hochschule oder höheren Fachschule erneut beschäftigen.
Die verbreitetesten Lyzeen in der Tschechischen Republik sind die Wirtschaftslyzeen. Weitere gibt es dann technische, naturwissenschaftliche, pädagogische und Gesundheitslyzeen. In Prag, Ostrava und Semily wurden Waldorfer Lyzeen X6 eröffnet. Von den anderen unterscheiden sie sich unter anderem dadurch, dass deren Studenten mehr Zeit haben, um sich zu entscheiden, welches Fach sie auswählen werden. Eine engere Spezialisierung erfolgt erst ab dem dritten Studienjahr.
Eine Übersicht der Lyzeen finden Sie hier (nur auf Tschechisch).