Bereits in fünf Jahren soll in der tschechischen Gemeinde X2 Dolní Břežany X2
(karte), einem Vorort von Prag, statt eines halbverfallenen Kuhstalls das größte Laserforschungszentrum Europas stehen. In der riesigen Halle werden die tschechischen Physiker und internationale Wissenschaftler Laserforschung auf höchstem Niveau betreiben können.
Das Motto des Projekts „ELI – Von der Krebsforschung bis zur Astrophysik“ zeigt, wie umfassend das Anwendungsgebiet dieses Lasers ist. Die ultrakurzen Pulse hochenergetischer Teilchen und Strahlenbündel, mit denen der ELI-Laser funktioniert, sollen nicht nur in der Grundlagenforschung der Chemie, Biologie und Medizin eingesetzt werden, sondern auch bei der Entwicklung neuer Materialien sowie bei praktischen Anwendungen. Die extrem intensiven elektromagnetischen Impulse ermöglichen es zum Beispiel, die Bedingungen in der Nähe von Schwarzen Löchern nachzustellen. Auch in der Medizin soll der Laser helfen. Eines der sechs Forschungsprogramme befasst sich mit der Entwicklung von Hochenergiestrahlen, die unter anderem bei der Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt werden. Dabei werden qualitativ besonders hochstehende, aber kostengünstige Protonenquellen benötigt. Auch die Frage wie man das Atommüllproblem in den Griff bekommen könnte, soll Thema der Forschung sein.
Hauptziel des Projektes ELI ist es, den modernsten Laser der Welt zu bauen, der sowohl in Forschungsprojekten wie auch in anwendungsorientierten Projekten im Bereich der optischen und photonischen Forschung eingesetzt werden kann. Er wird der Exawatt-Klasse angehören und seine Leistung wird hundertmal stärker sein, als die derzeit verfügbaren Laser. Der Superlaser wird ultrakurze Lichtpulse aussenden, deren Dauer im Femtosekunden-Bereich liegen (1 fs = 10-15 s), und eine Leistung von bis zu 200 PW erzeugen.
Für die Zukunft sind noch weitere Forschungszentren dieser Art in Europa geplant: Die Attoseconds Facility soll in Ungarn gebaut werden und sich mit ultrakurzen optischen Pulsen im Bereich von Attosekunden beschäftigen. Das dritte Zentrum wird die Photonuclear Facility in Rumänien sein, die wiederum auf Fotonuklearphysik ausgerichtet ist.

Autor:
Andrea Kábelová
Quelle: Evropské laserové centrum

Datum:
12.07.2011