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Anatomie der tschechoslowakischen Skaterszene

 
photo:  (Foto: Štěpánka Budková)
 

In den 1980er Jahre steigen auch die ersten Tschechen aufs Skateboard – und es entsteht eine richtige Skaterszene. Nun kommt darüber ein Film in die tschechischen Kinos.

 

Skateboards, leere Pools, die zu Pipelines werden, blutige Knie und ein bisschen Punk – nein, es geht hier nicht um Venice Beach in Kalifornien, sondern um die sozialistische Tschechoslowakei. Der Regisseur Šimon Šafránek hat mit „King Skate“ einen Film über die Anfänge der Skaterszene hierzulande gemacht:

„Die Skateboards sind einfach visuell und künstlerisch schöne Objekte. Mit hat es viel Spaß gemacht, wenn uns jemand seine alten Bretter gezeigt hat. Das waren teils historische Stücke.“

An diesem Donnerstag kommt der Streifen in die Kinos. Šimon Šafránek begleitet darin eine Gruppe von Skatern aus Karlovy Vary / Karlsbad, von den 1980er Jahren bis heute:

„Heute sieht das exotisch aus, wie die vor 30 Jahren alle angezogen waren und was die auf ihren Boards gemacht haben“, so der Filmemacher. Einerseits zeigt Šafránek in King Skate, was aus den Pionieren der Szene geworden ist, wie sie also heute leben. Ein großer Teil des Films ist aber eine Collage aus alten Aufnahmen. Die habe man mit viel Glück zusammenbekommen, so der Regisseur:

„Die Idee zu dem Film stammt eigentlich von einem Buch, in dem faszinierende Fotos aus der Zeit sind. Für mich symbolisiert das Skateboard aber Bewegung, und das wollte ich mit dem Film rüberbringen. Wir haben dann gehofft, dass die Skater selbst irgendwelche Filmarchive mit Aufnahmen aus jener Zeit haben. Und tatsächlich war das so.“

Skateboarden war in den 1980er Jahren hierzulande vor allem eins – Flucht aus dem Grau des sozialistischen Alltags. Mit der Zeit entwickelte sich die Szene weiter, es gab Festivals, Wettbewerbe und die ersten Superstars. Einer davon war Luděk Váša:

„Da haben sich Gruppen gebildet, wir haben unsere Boards alle selbst gebaut. Und das aus allem, was man so in die Finger bekam“, so der Weltmeister im Skateboard-Hochsprung aus dem Jahr 1986. Besonders die Räder seien ein Problem gewesen, meint Vása. In der Tschechoslowakei habe es kein Polyurethan gegeben, deshalb verwendete man unter anderem Eishockey-Pucks.

Den Filmemacher Šafránek faszinierte vor allem, wie treu sich seine Protagonisten geblieben sind über die Jahre. Denn mittlerweile seien alle so um

„Sie sind einfach einzigartig, sie haben etwas ganz Besonderes im Blut. Wahrscheinlich kommt das wirklich vom Skaten. Sie sind immer noch rebellisch, freiheitsliebend und sorgenfrei.“

 
 
Autor: Český rozhlas Radio Praha
 
Datum: 20.09.2018
 
 
 

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