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Aschenbrödel-Regisseur Vorlíček gestorben

 
photo:  (radio.cz)
 

Im Ausland kennt man vor allem seinen Weihnachtsklassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. In Tschechien sind wiederum ganze Generationen mit seinen Filmkomödien groß geworden. Am Dienstag ist der Regisseur Václav Vorlíček im Alter von 88 Jahren gestorben.

 

Verjüngender Spinat, Zeitreisen per Nachthemd oder das Verschwinden der böhmischen Wassermänner – unter anderem das sind die Geschichten hinter den Filmmärchen und Fernsehserien von Regisseur Václav Vorlíček. Die Mehrheit seiner Filme entstand in Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor Miloš Macourek. In einem Radiointerview vor zwei Jahren erinnerte sich Vorlíček an die Anfänge der Zusammenarbeit. Er sei damals mit Macourek zum Kinderfilmfestival nach Zlín gereist, habe ihn zunächst aber nur vom Sehen gekannt, sagte der Regisseur:

„Ich habe gewusst, dass er sich viel mit der Fantastik beschäftigte und dass er ein geschickter Drehbuchautor war. Ich hatte schon lange vor, Comic-Geschichten mit echten Schauspielern zu verfilmen. Macourek hat die Idee gefallen, er hat den Comic-Zeichner Kája Saudek gekannt. Wir haben ihn angesprochen und er hat für den Film die Sprechblasen gezeichnet. Es war einfach super.“

Mit der Science-Fiction-Komödie „Wer will Jessie umbringen?“ von 1966 begann schließlich Vorlíčeks Zusammenarbeit mit Miloš Macourek. Es folgten weitere erfolgreiche phantasievolle Filmmärchen wie „Das Mädchen auf dem Besenstiel“, „Wie soll man Dr. Mráček ertränken? oder Das Ende der Wassermänner in Böhmen“ sowie die Filmkomödie „Wie wär´s mit Spinat?“. Vorlíček und Macourek haben auch unvergessliche Fernsehserien gedreht – wie „Die Märchenbraut“, „Der fliegende Ferdinand“ und „Ein Hamster im Nachthemd“. Das letzte gemeinsame Werk des Duos war der Film „Max, Susi und das magische Telefon“. Vor allem was die Special-Effects betraf, waren die Filme der beiden ihrer Zeit weit voraus.

Den größten Erfolg verzeichnete Vorlíček jedoch mit seinem Märchenfilm-Klassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, der 1973 in der Koproduktion mit der DEFA gedreht wurde. In mehreren Ländern ist der Kultfilm nicht aus dem Weihnachtsprogramm wegzudenken. Dies gilt auch für Norwegen, wo man unter Vorlíčeks Regie ein Remake mit norwegischen Schauspielern drehen wollte. Doch daraus konnte nichts werden:

„Ich habe das Angebot klar abgelehnt. Sie haben versucht, mich zu überreden. Ich kam damals nach Oslo und als ich die Menschen auf der Straße gesehen habe, war mir klar, hier finde ich keine Libuška Šafránková (die tschechische Aschenbrödel-Darstellerin, Anm. d. Red.).“

Er habe ihnen gesagt, dass er nichts dagegen habe, sollten die Skandinavier das Märchen selbst drehen, erzählte Vorlíček. Für ihn sei es aber langweilig gewesen, die eigene Arbeit zu kopieren.

Der Tod Vorlíčeks wurde in Tschechien mit großer Bestürzung aufgenommen. Viele Filmschaffende erinnerten sich an den Regisseur. So auch Ondřej Kepka, er ist Präsident des Schauspielerverbandes. Er spielte den Hansi in der Fernsehserie „Die Märchenbraut“:

„Ich bin davon überzeugt, dass wir das Werk von Herr Vorlíček erst jetzt richtig zu schätzen wissen. Denn er hat keine Nachfolger. Heutzutage gibt es im Kino fast nur noch Komödien. Oft sind das aber nur heitere Filmchen, die aber eigentlich gar nicht zum Lachen sind. Uns fehlt die Art Václav Vorlíčeks, die Welt selbst als Komödie zu betrachten.“

In Vorlíčeks Film „Das Mädchen auf dem Besenstiel“ von 1971 wimmelte es nur so vor Magie und Zaubertricks. Die Hauptrolle der jungen Hexe Saxana spielte die Sängerin Petra Černocká. Für sie sei die Rolle damals eine glänzende Erfahrung gewesen, sagte sie.

„Václav Vorlíček war ein gemütlicher Mensch, der immer gut auf die Dreharbeiten vorbereitet war. Zudem machte er den Eindruck, dass er die Schauspieler mag und dass ihm die Arbeit Spaß macht. Es war damals meine erste Filmrolle. Auch wenn ich nicht oft in Filmen gespielt habe, kann ich zugeben, dass ich nie mehr einen so lustigen und netten Regisseur traf. Das haben übrigens alle gesagt, die mit ihm zusammengearbeitet haben.“

Václav Vorlíček wurde für seine Filme einige Male geehrt. 2017 erhielt er beim Filmfestival in Karlsbad den Preis für sein Lebenswerk.

 
 
Autor: Český rozhlas Radio Praha
 
Datum: 07.02.2019
 
 
 

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