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Kultur

 

Nationalgalerie Prag zeigt Ausstellung „Benediktiner im Herzen Europas“

 
photo:  (Foto: Martina Schneibergová)
 

Der Benediktinerorden spielte eine tragende Rolle bei der Entstehung der mittelalterlichen Staaten in Mitteleuropa. Die früh- und hochmittelalterliche Kultur der Benediktinerklöster vorzustellen, ist das Ziel einer Ausstellung, die in der Waldstein-Reitschule in Prag zu sehen ist.

 

Illuminierte Handschriften, Steinplastiken, Sakralgegenstände, Urkunden, Münzen sowie Gegenstände des Alltagsgebrauchs. Dies alles ist in der Ausstellung mit dem Titel „Tu den Paradiesgarten auf“ zu sehen. Der Titel stammt aus einem Gebet des berühmten Abtes Suger vom Kloster St. Denis bei Paris. Gerade der Benediktinerorden war an der Übertragung der antik-christlichen mediterranen Kultur auf Mitteleuropa beteiligt. Petr Sommer leitet das Zentrum für Mediävistik der Akademie der Wissenschaften in Prag. Er beteiligte sich am Konzept der der Ausstellung:

„Die Benediktiner waren beispielsweise im frühen böhmischen Staat in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts präsent. Aber bereits früher gab es Missionen aus Salzburg, Passau und Regensburg nach Böhmen. Die Benediktiner christianisierten die Gesellschaft und wirkten in unmittelbarer Nähe der damaligen Herrscher.“

Dank einer intensiven internationalen Zusammenarbeit gelang es der Prager Nationalgalerie, berühmte Kunstwerke aus der Zeitepoche zwischen 800 und 1300 nach Prag zu bringen. Was die Bedeutung und die Qualität der Exponate anbelangt, sei die Ausstellung einzigartig, sagt der Kurator Vít Vlnas:

„Die Ausstellung zeigt rund 250 Exponate aus acht Ländern. Es freut uns, dass uns auch mehrere namhafte Institutionen aus Deutschland und Österreich hervorragende Kunstwerke geliehen haben. Zu ihnen gehören das Museum Schnüttgen in Köln, das Kunsthistorische Museum in Wien, wir zeigen Gegenstände aus den Sammlungen des Stifts Kremsmünster und der Benediktinerabtei Ottobeuren. Wir arbeiteten zudem eng mit den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim zusammen. Zu sehen sind hier auch Kunstwerke, die im Besitz einzelner Pfarrämter sind – wie beispielsweise das Prozessionskreuz oder der Reliquienschrein aus Zwiefalten, der ein Meisterwerk aus dem 12. Jahrhundert ist.“

Die Ausstellung ist so gestaltet, dass sie die Besucher mit der Struktur eines Benediktinerklosters bekannt macht. Sie führt sie durch eine Benediktinerkirche, das Presbyterium und die Krypta, den Kreuzgang, die Prälatur und den Kapitelsaal. Zudem bietet sie Einblick in die privaten und technischen Klosterbereiche. In allen Bereichen sind Exponate zu sehen, die inhaltlich mit der Funktion des jeweiligen Raums zusammenhängen.

Die Ausstellung mit dem Titel „Tu den Paradiesgarten auf“ ist in der Waldstein-Reitschule in Prag bis zum 15. März zu sehen. Die Nationalgalerie bietet Führungen durch die Sammlung sowie ein Begleitprogramm an. Der Ausstellungskatalog ist in tschechischer und englischer Sprache verfasst.

 
 
Autor: Český rozhlas Radio Praha
 
Datum: 10.11.2014
 
 
 

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