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Tschechen entdecken sächsische Schlösser

 
photo:  (Christian Striefler (Foto: Martina Schneibergová))
 

Immer mehr Tschechen besuchen die Burgen und Schlösser in Sachsen. Der größte Touristenmagnet ist Schloss Moritzburg, wo der Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gedreht wurde. Vor kurzem fand in Prag eine Präsentation der sächsischen Baudenkmäler statt. Ein Thema war auch die Zusammenarbeit der Schlossverwalter aus Sachsen und aus Tschechien. Bei dieser Gelegenheit entstand das folgende Gespräch mit Christian Striefler, dem Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen.

 

Herr Striefler, wie groß ist das Interesse der tschechischen Touristen um die sächsischen Burgen, Schlösser und Gärten?

„Es ist zu unserer großen Freude in den letzten Jahren stark gewachsen. Dank der Autobahn Prag – Dresden sind die Schlösser schneller zu erreichen: Der erste Anlaufpunkt ist Königstein, dann Weesenstein und der Barockgarten Großsedlitz. Und natürlich jetzt im Winter geht es nach Moritzburg, wo wir eine Ausstellung über ,Drei Haselnüsse für Aschenbrödel‘ zeigen. Es kommen viele Tschechen, und das freut uns sehr.“

Sie haben angeblich ursprünglich gedacht, dass es nur eine Ausstellung für ein paar Wochen sein wird. Stimmt das?

„Ja, da habe ich mich geirrt, gerne geirrt im Nachhinein. Wir haben mit einer Ausstellung für etwa acht Wochen gerechnet und gedacht, dass etwa ein paar Tausend Menschen kommen würden. Das erste Jahr sind jedoch 140.000 Besucher gekommen. Das war sensationell. Die Leute standen in Schlangen draußen. Sie standen drei Stunden lang bei minus zehn Grad. Dann haben wir die Ausstellung nochmals gemacht, und es kamen 180.000 Besucher. Jetzt wird die Aschenbrödel-Ausstellung zum siebten Mal veranstaltet. Jedes Jahr sieht die Schau ein wenig anders aus.“

Was alles können die Besucher sehen?

„Natürlich die Kostüme, Ausschnitte aus dem Märchenfilm, aber auch Gespräche mit den Schauspielern und dem Regisseur. Sie können auf einer Art Mischpult versuchen die Szenen hin und her zu schneiden. Es ist wunderbar für die Fans des Films.“

Wissen Sie, wieviel Prozent der Besucher der sächsischen Schlösser aus Tschechien kommen?

„Das lässt sich schwer über alle gleich ziehen. Es gibt Schlösser, wo wir relativ wenig tschechische Besucher haben, vor allem im Westen Sachsens. Aber in Moritzburg sind es mehr als zehn Prozent und in Weesenstein ist es etwas weniger. Aber die Zahl der tschechischen Besucher steigt von Jahr zu Jahr.“


Nicht nur die Moritzburg gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen tschechischer Touristen im Nachbarland. Andrea Dietrich ist Schlossleiterin im Schloss Weesenstein. Sie hat eine Wanderausstellung über die sächsischen Burgen und Schlösser zusammengestellt, die inzwischen an mehreren Orten Tschechiens gezeigt wurde, darunter in Prag, Budweis und Děčín. Dazu Andrea Dietrich:

„Wir haben die Ausstellung im Rahmen eines EU-Projektes gemacht, an dem wir gemeinsam mit dem Schloss Děčín gearbeitet haben. Der Ansatz des Projektes ist es, den Nachbarn die eigene Kulturlandschaft näher zu bringen.“

Arbeiten Sie nur mit dem Schloss in Děčín oder auch allgemein mit dem staatlichen Denkmalamt zusammen?

„Ich hatte 2015 die Gelegenheit, mit den Kollegen vom staatlichen Denkmalamt eine Studienreise durch die böhmischen Schlösser zu unternehmen. Da habe ich die tschechischen Kollegen kennengelernt. Uns verbindet sehr viel, wir haben inzwischen Leihgaben ausgetauscht und Ausstellungen zusammengemacht. Das ist eine sehr schöne Zusammenarbeit. Eine weitere Zusammenarbeit verbindet uns mit dem Stadtmuseum in Ústí nad Labem (Aussig, Anm. d. Red.).“

 
 
Autor: Český rozhlas Radio Praha
 
Datum: 20.12.2018
 
 
 

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