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Jugend debattiert: Tschechien zweimal auf Podest

 
photo:  (Jury (Foto: Markéta Kachlíková))
 

Insgesamt 12 Länder Mittel- und Osteuropas nehmen am Wettbewerb Jugend debattiert international teil, der 2005 in Tschechien und Polen ins Leben gerufen. 24 junge Debattantinnen und Debattanten waren nun eine ganze Woche lang in Bratislava zu Gast, um sich dort mit politischen und sozialen Themen auseinanderzusetzen und einander zu begegnen. Der Höhepunkt war das Finale am Donnerstag.

 

Ausgetragen wurde die Finaldebatte im historischen Gebäude des Slowakischen Nationalrates. Der Wettbewerb fand unter der Schirmherrschaft des slowakischen Staatspräsidenten Andrej Kiska statt, der die Teilnehmer mit einer Ansprache auch persönlich begrüßte. Danach bekamen die Finalisten das Wort: Zwei Repräsentantinnen aus Tschechien, ein Pole und ein Ukrainer waren die besten von insgesamt 2.500 Teilnehmern aus zwölf Ländern Europas. Sie debattierten über die Frage „Sollen Rundfunksender besser vor Beeinflussung durch die Regierung geschützt werden?“.

Für den Sieg hat es zwar nicht gereicht, dennoch haben die beiden Debattantinnen aus Tschechien gut abgeschnitten. Denisa Ivanovová von der Deutschen Schule Prag belegte den zweiten, und Jana Nguyenová vom Gymnasium Matyáše Lercha in Brünn den dritten Platz. Denisa beschreibt den Weg, der sie bis ins Finale in die slowakische Hauptstadt führte:

„Erstmal muss man in der Schule davon erfahren, was ‚Jugend debattiert‘ ist und wie es funktioniert. Bei uns an der Schule gibt es dazu eine Arbeitsgruppe. Wir besprechen die Themen, setzen uns damit auseinander, wie man debattiert, wie man seine rhetorischen Fähigkeiten verbessern könnte. Dann wählt jede Schule zwei oder drei Vertreter aus. Diese kommen ins Schulverbundfinale und in die Landesqualifikation, in der die 16 besten Debattanten des Landes sind. Davon kommen acht ins internationale Halbfinale und vier ins Finale. Ich war in dem Landesfinale die Erstplatzierte.“

Zusammen mit Denisa kam auch die zweitplatzierte Jana Nguyenová zur Finalwoche nach Bratislava. Während es in dem Landeswettbewerb viel Zeit für die Vorbereitung gibt, laufe in der Finalwoche alles sehr schnell:

„Ich hatte hier nur einen Tag dafür. Da kann man nicht so sehr in die Tiefe gehen und recherchieren. Man muss sich auf die Streitfrage konzentrieren, darauf, was ihr Ziel ist. Dann findet man schon Streitpunkte und Argumente für pro und contra. Man muss auch mit den anderen sprechen, damit man ihre Ansicht hört.“

Soweit Jana Nguyenová. Sieger der XII. Finalwoche ist Yarema-Luka Yeleyko aus Lwiw / Lemberg in der Ukraine:

„Ich bin jetzt überwältigt von meinen Emotionen. Ich bin sehr froh und ich fühle mich allen Leuten dankbar, die mich unterstützt haben.“

Wie hat dir das heutige Thema gefallen, die Beeinflussung von öffentlich-rechtlichen Rundfunksendern durch die Regierung?

„Das Thema ist sehr aktuell. Ich fand es sehr gut, trotzdem war es stressig. Ich habe das kaum überlebt.“

Yarema-Luka wurde die Position „pro“ per Los zugewiesen. Er muss also die Meinung vertreten, dass die Sender vor politischem Einfluss geschützt werden sollen. Diese Position entspricht auch seiner eigenen Meinung:

„Die Presse muss selbstverständlich frei sein. Deswegen war ich pro.“

Mehrere Themen standen während der Finalwoche zur Debatte: das Verbot von Einwegplastikartikeln in der Qualifikation, der Pflichtbesuch von Gedenkorten im Halbfinale und die Beeinflussung der Medien im Finale.

„Der Pflichtbesuch von Gedenkorten lag mir am meisten am Herzen. Es ist für mich persönlich eine wichtige Frage, wie wir uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen sollen.“

Die Teilnahme am Wettbewerb habe ihm vor allem neue Bekanntschaften und viele neue Fähigkeiten gebracht, sagt Yarema-Luka. Er verstehe jetzt viel besser, wie man mit anderen Menschen reden müsse, wie man überzeugen könne und wie man gute Argumente bilden könne.

 
 
Autor: Český rozhlas Radio Praha
 
Datum: 21.09.2018
 
 
 

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