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Tschechischer Impressionismus und seine Vorbilder

 
photo:  (radio.cz)
 

Eine Ausstellung über den tschechischen Impressionismus und dessen Inspirationsquellen ist auf der Prager Burg zu sehen.

 
 

Eine Reihe tschechischer Künstler bekannte sich Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zum Impressionismus oder war zumindest durch diese Kunstrichtung beeinflusst. Über 500 Werke beliebter tschechischer Maler sind seit Donnerstag in der Reitschule der Prager Burg zu sehen. Veranstaltet wird sie vom Künstlerverein Mánes, um erstmals den tschechischen Impressionismus in seiner ganzen Breite zu zeigen. Diese Stilrichtung hat in Böhmen etwa 30 Jahre später als in Frankreich Wurzeln geschlagen. Ivan Exner ist Vorsitzender des Vereins Mánes.

„1895 wurde an der damaligen Ferdinand-Straße in Prag der Salon Topič eröffnet. Dort begann man Gemälde auszustellen, die als neue oder moderne Kunst galten. 1898 fand die erste Ausstellung des Künstlervereins Mánes statt, die im Zeichen der Landschaftsmalerei stand. Viele der beteiligten Maler standen dabei unter dem Einfluss des Impressionismus. Ein Jahr später stellte Václav Radimský fast 100 Werke im Salon Topič aus, die er zuvor in Frankreich gemalt hatte.“

Radimský (1867-1946) machte damals dem Experten zufolge die tschechische Öffentlichkeit mit dem Impressionismus bekannt. Es sei kein Zufall, dass gerade der Künstlerverein Mánes von der Verwaltung der Prager Burg um die Zusammenstellung der Schau gebeten wurde, so Exner.

„Ohne den Verein Mánes ist es kaum möglich, den Impressionismus in Böhmen zu deuten und zu dokumentieren. Denn alles, was sich im Zeichen des Impressionismus in Böhmen abspielte, geschah eben in diesem Künstlerverein. Zum Impressionismus bekannten sich viele namhafte Vereinsmitglieder wie zum Beispiel Antonín Slavíček, Max Švabinský oder Josef Schusser.“

Der Verein ließ Anfang des 20. Jahrhunderts einen provisorischen Holzpavillon im Kinski-Garten im Prager Stadtteil Smíchov errichten, der nach dem Vorbild des französischen Malers Gustav Courbet gestaltet war. Dort wurde 1902 eine Ausstellung aus dem Werk von Auguste Rodin gezeigt. Ivan Exner:

„Im selben Jahr wurde dort auch eine große Ausstellung französischer Kunst eröffnet, bei der die Impressionisten im Fokus standen. 1904 fand dort eine herrliche impressionistische Ausstellung von Joža Úprka statt. 1907 gab es wieder eine große Schau namhafter französischer Impressionisten. Ein trauriges Ereignis bot den Anlass für die nächste Veranstaltung im Kinski-Garten. Nach dem Tod von Antonín Slavíček, der 1910 Selbstmord beging, wurde sein ganzes Werk dort der Öffentlichkeit gezeigt.“

In der Ausstellung auf der Prager Burg sind vor allem Werke tschechischer Maler zu sehen, so etwa von Vojtěch Preissig, Ludvík Kuba oder Jan Preisler. Zudem werden einige Bilder ausländischer Impressionisten gezeigt, darunter von Claude Monet.

Die Ausstellung trägt den Titel „Das Licht im Bild: tschechischer Impressionismus – nahe und ferne Vorbilder“. Sie ist in der Reitschule der Prager Burg bis 7. Januar 2018 zu sehen.

 
Autor: Český rozhlas Radio Praha
 
Datum: 06.10.2017
 
 
 

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