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John-Lennon-Wand wird restauriert und neu konzipiert

 
photo:  (Foto: Jaroslava Moučková)
 

Die John-Lennon-Mauer in Prag ist längst ein wahrer Touristenmagnet. Doch dies hat mittlerweile auch viele negative Folgen. Gegenwärtig wird die Mauer restauriert und neu konzipiert.

 

Die John-Lennon-Mauer entstand nach dem Tod des Beatle im Dezember 1980. Aber schon vorher war die Mauer auf der Prager Kleinseite ein Ort des Protests gegen das kommunistische Regime gewesen. Im Volksmund wurde sie auch Klagemauer genannt. Mittlerweile aber nagt an ihr der Zahn der Zeit. Deshalb hat sich Besitzer der Mauer, der Malteser Ritterorden, jetzt zu einer Sanierung entschlossen. Václav Zeman ist der technische Koordinator des Ordens:

„In erster Linie wird der Sims der Mauer ausgebessert. Denn dieser hat begonnen zu bröckeln und gefährdet dadurch vor allem die vielen Touristen. Einige Male sind schon größere Stücke aus dem Putz der Wand herausgefallen. Das ist auch der Grund dafür, dass die Mauer jetzt von einem Gerüst umgeben ist.“

Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Denn es gibt noch einen weiteren Grund, weshalb die Lennon-Mauer jetzt wiederhergerichtet wird. Václav Zeman:

„Ein Teil der Touristen kommt nur zur Mauer, um sich dort mit Kritzeleien zu produzieren. Leider sind in letzter Zeit sogar Agenturen entstanden, die ihnen dazu Spray und Alkohol verkaufen. Es wurden regelrechte Busfahrten zur Wand organisiert. Das hat zu großer Unordnung und viel Lärm vor Ort geführt, was uns und den Anwohnern natürlich sehr missfällt.“

Eine Bewohnerin aus der Nachbarschaft ist die ehemalige Politikerin Karolína Peake. Sie bestätigt die unhaltbaren Zustände:

„Täglich finden sich hier Tausende und Abertausende Touristen ein. Die Fremdenführer reichen ihnen Stifte und Spray mit der Verlockung, dass sie überall auf dem hiesigen Großprior-Platz sprayen und ihre Botschaften anbringen können. Dadurch wurde mehrfach auch das private Eigentum der hier lebenden Einwohner beschädigt. Eigentlich gehen wir fast jeden Morgen mit Pinsel und Eimer vor unsere Grundstücke und übermalen unsere Mauern, um sie in einem tragbaren Zustand zu erhalten.“

Wegen all dieser Vorkommnisse haben sich die Anwohner bereits zu einer losen Initiative zusammengeschlossen. Gemeinsam mit dem Rat des ersten Prager Stadtbezirks und dem Malteser Orden haben sie nun auch beschlossen, welches Aussehen die John-Lennon-Mauer nach ihrer Sanierung haben soll. Karolína Peake:

„Es ist geplant, daraus eine Open-Air-Galerie zu machen, in der das Andenken an John Lennon gewahrt bleibt. Vor allem aber wird der schöne Großprior-Platz beruhigt, indem sowohl das Besprühen der Mauer als auch das Auftreten von Straßenkünstlern untersagt wird. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Schmierereien auch im Umfeld der Mauer verboten sind.“

Um diese Verbote zu überwachen, sollen Kameras auf dem Platz installiert werden, und auch Polizeistreifen sollen wieder öfters patrouillieren. Der Alteingesessene Petr Kvaček aber bleibt skeptisch. Aus Erfahrung weiß er, dass dies nicht einfach wird:

„Die Malteser haben sich in den 1980er Jahren darum bemüht, der Kultstätte für John Lennon auch ein entsprechendes Aussehen zu geben. Daher ließen sie die Mauer übertünchen und den Künstler Zdeněk Fryšara dort arbeiten. Er malte hier ein herrliches Lennon-Porträt in der Größe von zwei Metern auf anderthalb Meter, ansonsten blieb die Mauer sauber. Das hatte gerade einmal eine Woche lang Bestand.“

Doch wie lange soll die Sanierung der Lennon-Wand eigentlich dauern. Dazu sagte die Pressesprecherin des Malteser Ritterordens, Hedvika Čepelová:

„Am Ende haben wir uns dafür entschieden, dass die Restaurierung nur rund einen Monat dauern wird. Daraus leiten sich auch die Kosten ab, die in etwa bei einer Viertelmillion Kronen liegen.“

Das sind umgerechnet knapp 10.000 Euro. Geplant ist, dass die John-Lennon-Mauer noch vor dem 30. Jahrestag der Samtenen Revolution wiederhergerichtet sein wird – das ist der 17. November.

 
 
Autor: Český rozhlas Radio Praha
 
Datum: 18.10.2019
 
 
 

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