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Wirtschafts-Wochenrückblick: 2. - 8. April

 
photo:  (radio.cz)
 

Der tschechische Außenhandel blüht, die Arbeitslosenquote sinkt. Aber auch die gescheiterte Niederlassung von Amazon in Brünn oder der neueste Deal der Carlsberg-Group – all das waren Themen, mit denen sich die hiesige Wirtschaft in der vergangenen Woche auseinandergesetzt hat. Die Berichte dazu sind im aktuellen Wirtschafts-Czech zusammengefasst, es sind Meldungen vom 2. April bis zum 8. April 2014.

 
 

Der Außenhandel der Tschechischen Republik schloss vorläufigen Angaben zufolge im Februar mit einem Plus von umgerechnet 495 Millionen Euro ab. Das ist allerdings ein Rückgang von etwas über 100 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Zwar stieg der Export der tschechischen Firmen im Jahresvergleich um 15,3 Prozent, der Zuwachs beim Import aber lag bei 17,9 Prozent. Die Bilanz negativ beeinflusst habe vor allem das gewachsene Defizit beim Handel mit mineralischen Brennstoffen und mit chemischen Produkten, analysierte das Tschechische Statistikamt (ČSÚ). Ein weiteres Minus war der Rückgang des Überschusses beim Handel mit Erzeugnissen aus dem Maschinen- und Fahrzeugbau. Positiv ausgewirkt habe sich hingegen die Zunahme der Aktiva beim Handel mit Halbfabrikaten und Materialien. Der Anstieg betrug exakt eine Milliarde Kronen (ca. 37 Millionen Euro).


Die Arbeitslosenquote in Tschechien sinkt. Im März lag sie bei 8,3 Prozent, das waren 0,3 Prozentpunkte weniger als noch im Januar und Februar. Zu Anfang des Jahres hatten die Zahlen einen Rekordstand von 8,6 Prozent erreicht. Tschechische Wirtschaftsanalytiker zeigten sich zuversichtlich, dass in den folgenden Monaten weitere Menschen hierzulande wieder eine Beschäftigung finden dürften.

Insgesamt waren zu Ende März etwa 608.000 Menschen bei den Arbeitsämtern als arbeitssuchend registriert. Dank der früher als sonst begonnenen Saisonarbeiten haben aber rund 20.000 Erwerbslose aus dem Vormonat wieder eine Beschäftigung gefunden. Die höchste Arbeitslosigkeit meldete einmal mehr der nordmährische Arbeitsamtsbezirk Bruntál / Freudenthal mit 14,5 Prozent, die geringste Zahl an Arbeitslosen gab es im Bezirk Prag-Ost mit 3,6 Prozent.


Die Bürger Tschechiens lernen allmählich, ihre Schulden unter Kontrolle zu bekommen. Immer seltener nutzen sie kurzzeitige Verbraucherdarlehen, und sie zahlen diese auch schneller zurück. Dies geht aus den Kreditregistern für Banken und Nichtbanken der Kundeninformationszentrale hervor.

2,5 Millionen Tschechen haben 2013 ein Verbraucherdarlehen genutzt, um Elektroartikel zu kaufen oder den Urlaub zu finanzieren. Durchschnittlich lieh sich ein Klient im vergangenen Jahr umgerechnet 5200 Euro. Am häufigsten nahmen Menschen im Alter zwischen 35 und 44 Jahren solche Kredite auf.


Der amerikanische Online-Händler Amazon hat sich vorerst von seinen Plänen im südmährischen Brno / Brünn verabschiedet. Die Firma rechne derzeit mit einem anderen Standort in Mitteleuropa, gab der Leiter des Europa-Geschäfts, Tim Collins, am vorigen Mittwoch bekannt. Collins bestätigte indes den Bau des zweiten in Tschechien geplanten Verteilerzentrums, dieses soll in Dobrovíz bei Prag entstehen.

Amazon wollte in Brünn auf einer Fläche von 95.000 Quadratmetern ein Verteilerzentrum bauen, die Stadt hat aber bisher den Flächennutzungsplan nicht entsprechend geändert. Deswegen stimmten die Stadtverordneten dreimal gegen das Bauvorhaben der Firma. Dabei waren 1500 neue Arbeitsplätze geplant, bei einem Investitionsvolumen von angeblich 100 Millionen Euro.


Die dänische Brauerei-Gruppe Carlsberg hat de facto die nordböhmische Brauerei in Žatec / Saaz übernommen. Beide Seiten haben eine Vereinbarung über den Erwerb des 51-prozentigen Aktienanteils der Saazer Brauerei durch die Carlsberg-Group getroffen, hieß es am Donnerstag. Carlsberg ist der viertgrößte Bierproduzent der Welt und arbeitet bereits eng mit der Budvar-Brauerei in Česke Budějovice / Budweis zusammen.

Die Brauerei in Žatec, die im Jahre 1801 gegründet wurde, laufe gut und habe eine stabile Position am Markt, sagte Brauerei-Direktor Radek Vincík gegenüber den Medien. In der Brauerei Žatec sind rund 50 Personen beschäftigt, der jährliche Bierausstoß liegt bei 30.000 Hektolitern.

 
Autor: Český rozhlas Radio Praha
 
Datum: 09.04.2014
 
 
 

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