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Wirtschafts-Wochenrückblick vom 15. bis 21. Mai

 
photo:  (Foto: Archiv Radio Prag)
 

In den vergangenen Tagen kamen einige positive Wirtschaftsmeldungen: in Tschechien entstehen neue Arbeitsplätze, das Land ist auch für ausländische Arbeitnehmer attraktiv und tschechische Manager haben mehr Vertrauen in Wirtschaft.

 
 

Etwa 1100 neue Arbeitsplätze sollen in der strukturschwachen Region Nordböhmen entstehen. Grund sind die Investitionen ausländischer Firmen. Der amerikanische Autozulieferer Johnson Controls wird in seinem neuen Werk in Česká Lípa / Böhmisch Leipa 100 neue Leute einstellen. Daneben plant der südkoreanische Reifenhersteller Nexen eine Fertigungsanlage in einem Gewerbegebiet bei Žatec / Zaaz, in der bis zu 1000 neue Arbeitsplätze entstehen sollen.

Der südkoreanische Reifenhersteller Nexen wird in einem Gewerbegebiet bei Žatec / Saaz ein neues Werk errichten. Vertreter des Unternehmens unterzeichneten dazu vorige Woche Verträge mit den zuständigen Kommunalpolitikern über den Erwerb von 70 Hektar Land. Auf dem Gelände sollen knapp 1000 Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region entstehen, das Arbeitsamt rechnet mir weiteren Jobs bei lokalen mittelständischen Firmen. Die direkten Investitionen der Südkoreaner sollen bei 40 Milliarden Kronen liegen (1,5 Milliarden Euro).

Auch der amerikanische Automobilzulieferer Johnson Controls investiert in Nordböhmen. Der Konzern eröffnete ein neues Werk in Česká Lípa / Böhmisch Leipa. Dort sollen bis Ende kommenden Jahres 100 Leute neu eingestellt werden. Johnson Controls betreibt in der Gegend bereits zwei Fabriken zur Herstellung von Autobezügen sowie ein Werk für die Fertigung von Deckeln für Autobatterien. Auch in der neuen Fabrik werden Plastikanbauteile für den Automobilbau gefertigt. Man wolle mit dem neuen Werk besser auf die Anforderungen der Kunden reagieren und deren Zufriedenheit verbessern, so ein Sprecher des Konzerns. Johnson Controls betreibt seit 1992 insgesamt zehn Fabriken in ganz Tschechien und beschäftigt hierzulande über 6000 Leute.


Tschechien gehört innerhalb der EU zu den attraktivsten Ländern für qualifizierte ausländische Arbeitskräfte. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte hervor, die untersucht hat, wie lange die Erlangung einer Arbeitsgenehmigung in den Ländern der Europäischen Union dauert. Bisher war es für Bewerber aus Nicht-EU-Staaten eine langwierige Prozedur, in Tschechien eine Arbeitserlaubnis zu erhalten. Dies galt nicht nur für einfache Tätigkeiten, sondern auch für hoch spezialisierte Aufgaben. Nachdem immer mehr Berichte zu hören waren, dass einzelne Bewerber zwischen vier und sechs Monaten auf die Erteilung eines Arbeitsvisums warten mussten, beschwerten sich zahlreiche Großunternehmen. Daher hatten die tschechischen Behörden beschlossen, die Verfahren zur Erlangung einer Arbeitserlaubnis bei Firmen mit mehr als 250 Angestellten zu vereinfachen. Durch das so genannte „Fast-track“-Verfahren können Bewerber bei solchen Firmen nun mit einer Ausstellung eines Arbeitsvisums innerhalb von durchschnittlich acht Wochen rechnen. Damit gehört Tschechien zu den schnellsten Ländern innerhalb der EU, neben Belgien, Deutschland und Finnland. Schneller geht es nur in Schweden und Portugal.


Rund 40 Prozent der tschechischen Manager sind davon überzeugt, dass sich die Wirtschaftssituation in ihrem Land verbessern dürfte. Dies geht aus einer internationalen Umfrage hervor, die von der Beraterfirma Ernst & Young im Februar und März dieses Jahres durchgeführt wurde. Insgesamt nahmen über 1600 leitende Mitarbeiter von Firmen aus 48 Ländern an der Studie teil, darunter auch 48 General- und Finanzdirektoren aus Tschechien. Die Befragten bewerten die derzeitige Wirtschaftslage in der Welt sowie in Tschechien so gut wie noch nie in den zurückliegenden zwölf Monaten. Ihr Vertrauen in die globale Wirtschaft ist allerdings durch den ökonomischen Druck sowie die Krisen in einigen Regionen der Welt geschwächt. Diese Effekte hat jedoch die Mehrheit der Unternehmen bereits in ihren Plänen berücksichtigt. Rund 48 Prozent der tschechischen Manager nehmen an, dass ihr Akquisitionspläne durch Änderungen auf dem Arbeitsmarkt beeinflusst werden, wie beispielsweise durch einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in bestimmten Bereichen sowie dem Konkurrenzkampf um Talente. 38 Prozent der tschechischen Firmen plant in den kommenden zwölf Monaten eine Akquisition. Die Teilnehmer der Umfrage halten im Vergleich zum vergangenen Jahr den Abschluss einer Transaktion für wahrscheinlich. Andererseits bewerten sie die Zahl der Gelegenheiten für eine solche Transaktion skeptischer.


Zu den beliebtesten Zielländern tschechischer Investoren gehören Deutschland, Großbritannien, Frankreich und die Slowakei. Dies zeugt laut Severa davon, dass wieder hoch entwickelte Länder im Blickpunkt der Investoren stünden und das Vertrauen in die europäische Wirtschaft steige.

 
Autor: Český rozhlas Radio Praha
 
Datum: 21.05.2014
 
 
 

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