Anerkannter tschechischer Dichter, Prosaschriftsteller, Journalist und Reisender, der als letzter Dichter der sog. Zeit der Wiedergeburt bezeichnet wird.
Er stammte aus der Familie eines Herrenverwalters und eifrigen böhmischen Patrioten. In der Bibliothek seines Vaters fand der junge Svatopluk Werke tschechischer, slawischer und westeuropäischer romantischer Dichter, die seine künftige literarische Ausrichtung beeinflussten.
Svatopluk Čech studierte Jus und bereits während seiner Studienjahre publizierte er die ersten Gedichte. Nach dem Abschluss des Studiums widmete er sich zwar der juristischen Praxis, aber ab dem Jahr 1879 beschäftigte er sich ausschließlich mit Literatur. Er trug in den Almanach Ruch bei und arbeitet als Redakteur in den Zeitschriften Květy (Blüten) (die er mitbegründete und später auch leitete), Světozor, Lumír, Národní listy.
Er schrieb Poesie sowie Prosa. Berühmt wurde er vor allem dank einer lebendigen satirischen Prosa über den Bürger Matěj Brouček („Herrn Broučeks Ausflug zum Mond”, „Ein weiterer epochaler Ausflug von Herrn Brouček, diesmal in das XV. Jahrhundert” und „Matěj Brouček auf einer Ausstellung”). Sein prosaisches Schaffen umfasste meist Erzählungen, Humoresken, Arabesken („Erzählungen, Arabesken und Humoresken”, „Verschiedene Skizzen in Scherz und Ernst”, „Einige Erzählungen und verschiedene Skizzen”) und nur einige Romane (z. B. die autobiographische „Zweite Blüte” (Druhý květ), „Ikaros”, „Anwärter für Unsterblichkeit”). Er verfasste epische Gedichte mit historischen (die Epen: „Der Hussit am Baltikum”, „Adamiten”, „Žižka”, „Dagmar” oder „Slavia”…) sowie zeitgenössischen, politischen und sozialen Themen („Der Schmied von Lešetín” (Lešetínský kovář) – dieses Werk wurde verfilmt), weiter auch Sammlungen politischer und Soziallyrik, wie z. B. „Die Morgenlieder” (Jitřní písně), „Die neuen Lieder” (Nové písně), „Die Lieder eines Sklaven” (Písně otroka).

Autor:
Ivana Jenerálová
Quelle: Encyklopedie ceské literatury

Datum:
19.08.2010