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Gewässer und Gebirge

 
photo:  (mojefoto.cz)
 

Gewässer und Gebirge sind die wichtigsten Merkmale, die eigenartige Vielfältigkeit der Oberfläche von der Tschechischen Republik bilden. Gebirge und Massive grenzen das Land fast aus allen Himmelsrichtungen um und in Vergangenheit haben so eine natürliche Grenze gebildet. In tschechischen Gebirgen entspringen auch bedeutende europäische Ströme, z. B. die Elbe.

 
 

Gewässer

Fachleute nennen das Gebiet der Tschechischen Republik das Dach Europas . Das Land wird nämlich von der sog. europäischen Hauptwasserscheide durchzogen, die die Einzugsgebiete der nördlichen und südlichen Meere, die Europa zu einer riesigen Halbinsel machen, voneinander trennt. Hier befindet sich sogar das Gebirgsmassiv des Králický Sněžník (Glatzer Schneegebirges, 1423 m), von dem aus das Wasser in die verschiedenen Meere fließt, je nachdem, an welchem Hang es regnet. An dieser Stelle treffen die Einzugsgebiete der Nordsee, der Ostsee und des Schwarzen Meeres aufeinander.

Interessant ist auch, dass sich das Gebiet der drei historischen Länder der Tschechischen Republik – Böhmen, Mähren und Schlesien – in etwa mit den wichtigsten Einzugsgebieten deckt. Böhmen umfasst das Einzugsgebiet der Elbe, Mähren das Einzugsgebiet der March (Morava) und Schlesien das Einzugsgebiet der Oder (Odra).

Für die Wasserwirtschaft in Tschechien sind die Staubecken von großer Bedeutung . Die wichtigsten unter ihnen sind derzeit die überwiegend in den engen Flusstälern errichteten Talsperren . In der Tschechischen Republik sind etwa 150 solcher Talsperren zu finden. Noch viel größer ist jedoch die Zahl der Teiche (ca. 21 000), die einen nichtwegzudenkenden Bestandteil der tschechischen Landschaft sind. Der Grund für den Bau einer derart großen Zahl von Teichen ist der Mangel an natürlichen Seen.

Im Vergleich mit den größten weltweiten Trinkwasserreservoiren sind die Wasserflächen der Tschechischen Republik jedoch unbedeutend.

Wenn von den Gewässern der Tschechischen Republik die Rede ist, sind auch die Mineralquellen und die damit verbundenen Kurorte nicht zu vergessen. Davon gibt es in den böhmischen Ländern so viele, dass die Bezeichnung einer Quelle als Mineralquelle in Tschechien strenger gehandhabt wird als in anderen Ländern Europas. Hier findet man Quellen mit verschiedenen Mineralbeimischungen, Säuerlinge mit Kohlendioxid, heiße und radioaktive Quellen. Insbesondere die westböhmischen Kurorte sind Gästen aus Europa und anderen Ländern der Welt bereits seit Jahrhunderten ein Begriff.

Einzugsgebiet der Elbe

Die Elbe entspringt im  Riesengebirge, dem höchsten tschechischen Gebirge, und in ihrem weiteren Lauf münden fast alle Flüsse Böhmens in sie. Der wichtigste Zufluss ist die Moldau (Vltava), die die gesamte Südhälfte der Tschechischen Republik entwässert. An diesem Fluss liegt übrigens auch die Landeshauptstadt Prag, so dass er mit Recht als tschechischer Nationalfluss betrachtet wird. Nach dem Zusammenfluss mit der Moldau fließt die Elbe in Richtung Nordwesten, wo sich ihr das  vulkanische Massiv des České středohoří (Böhmischen Mittelgebirges) in den Weg stellt. Die Elbe durchschneidet es in einem engen Tal mit dem Namen Porta Bohemica – Böhmisches Tor (Česká brána). Auch auf den letzten Kilometern auf tschechischem Gebiet fließt die Elbe durch ein enges Tal zwischen den Sandsteinfelsen der sog. Böhmisch-Sächsischen Schweiz. Weitere Hunderte von Kilometern fließt sie dann durch Deutschland bis zu ihrer Mündung in die Nordsee.

Einzugsgebiet der March (Morava)

Der Hauptfluss Mährens (Morava) ist die March (Morava) , die nach dem Land benannt wurde. Die Morava entspringt im Kralicky Sneznik (Schneegebirge) an der Stelle, an dem die drei Einzugsbiete der Meere in Tschechien zusammentreffen. Von hier aus bahnt sie sich ihren Weg in Richtung Süden durch die Niederungen der mährischen Talengen und erst am südlichsten Zipfel Mährens fließt sie mit der aus Österreich kommenden und den südwestlichen Teil Mährens entwässernden Thaya (Dyje) zusammen. Entlang der österreichisch-slowakischen Grenze fließt die Morava dann in die Donau (Dunaj), die nach einer langen Reise durch Südosteuropa in das Schwarze Meer mündet.

Einzugsgebiet der Oder

Schlesien ist das kleinste historische Land der Tschechischen Republik, denn sein größter Teil liegt in der Republik Polen. Ebenso reicht das Einzugsgebiet der Oder, der Lebensader Schlesiens, nur wenig in tschechisches Gebiet. Die Oder entspringt in dem nicht sehr hohen Odergebirge (Oderské vrchy) und wird insbesondere im Ostrauer Becken (Ostravská pánev) von Wasserläufen aus den Grenzgebirgen Altvatergebirge (Hrubý Jeseník) und Mährisch-Schlesische Beskiden (Moravskoslezské Beskydy) gespeist. Der Kahlberg (Lysa hora), der regenreichste Ort in Tschechien, gehört ebenfalls zu diesem Einzugsgebiet. Anschließend verlässt die Oder, ähnlich wie die Elbe, das tschechische Gebiet in Richtung Nordwesten und mündet schließlich im polnischen Hafen Szczecin in die Ostsee.

Talsperren

Um das schnelle Abfließen des gesamten Wassers aus dem Gebiet der Tschechischen Republik zu verhindern, wurden in den letzten mehr als hundert Jahren mehrere Dutzend Staubecken gebaut. Diese dienen zur Regulierung des Wasserstandes der tschechischen Flüsse – zur Niedrigwasseranreicherung in Trockenzeiten und als Hochwasserschutz. Gleichzeitig werden sie zur Stromerzeugung, als Erholungsgebiet und einige für die Trinkwasserversorgung genutzt. Die ältesten tschechischen Talsperren entstanden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, überwiegend in den Bergen des industriell entwickelten nördlichen Grenzgebietes der heutigen Tschechischen Republik. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das größte Talsperrensystem in Tschechien, die sog. Moldaukaskade gebaut. Zu ihrem Bau wurde das enge Tal der Moldau vom Böhmerwald an der Südgrenze Böhmens bis nach Prag genutzt.

Teiche

Die Tradition des Baus künstlicher Gewässer reicht in den böhmischen Ländern bis in das Mittelalter zurück, als hier ganze Teichgruppen entstanden, von denen heute nur etwa ein Viertel erhalten ist. Ein zweifellos großartiges Werk dieser Art stellt das Teichsystem im südböhmischen Wittingauer Becken (Třeboňská pánev) dar, das in weiten Teilen auf dem hiesigen Herrengut des mächtigen Geschlechts der Rosenberger (Rožmberk) im 16. Jahrhundert gebaut wurde. Große Flächen Südböhmens wurden damals von einem Sumpfgebiet in ein zauberhaftes Paradies verwandelt, in den Wasserflächen und die nicht weniger malerische Landschaft einander abwechseln. Von hier kommt auch meist der Weihnachtskarpfen, das traditionelle Gericht am Heiligabend.

Seen

Die tschechischen Seen lassen sich buchstäblich an den Fingern beider Hände abzählen. Eine Hand braucht man für den südböhmischen Böhmerwald (Šumava) . Auf der tschechischen Seite dieses Gebirges schuf ein Gebirgsgletscher fünf Gletscherseen. Der größte von ihnen ist der Schwarzer See (Černé jezero). Außerhalb des Böhmerwalds findet man nur ein paar kleinere Seen. Ihrer Größe nach sind sie zwar nicht sehr bedeutend, erwähnenswert ist jedoch ihr Ursprung. In Nordmähren, unweit der Gemeinde Rejviz, liegen zwei Torfseen, in Westböhmen der See Odlezelske (Mladotické) jezero, der durch die Absperrung des Tals bei einem Erdrutsch im Jahre 1872 entstand. In einem geologisch so alten Gebiet wie dem Böhmischen Massiv (Český masiv) war dies kein alltägliches Ereignis.
Noch bemerkenswerter ist wohl die Geschichte des Alaunsees (Kamencové jezero) bei der Stadt Komotau (Chomutov) in Nordböhmen. Bereits im Mittelalter befand sich hier ein kleiner See, in dessen Nähe das hiesige Gestein mit dem Namen Alaun (kamenec) Jahrhunderte lang abgebaut wurde, bis Wasser in den leergeförderten Raum gelangte. Der heutige See ist somit um ein Vielfaches größer als der ursprüngliche. Sein Bekanntheitsgrad ist jedoch auf einen anderen Umstand zurückzuführen: Die chemische Zusammensetzung des hiesigen Wassers macht jedes Leben unmöglich. Dennoch ist der See ein viel besuchter Badeort. Warum auch nicht, schließlich gibt es ein vergleichbares Phänomen an einem einzigen anderen See auf der Welt, und zwar in Kalifornien.

Gebirge

Der Böhmische Kessel ist von allen Seiten von einer ausgeprägten Gebirgszone umgeben und nur in Richtung Osten durch die tiefer gelegene Böhmisch-Mährische Höhe (Českomoravská vrchovina) von Mähren getrennt. Zwei von vier tschechischen Naturparks werden durch Grenzgebirge - den Böhmerwald (Sumava) und das Riesengebirge (Krkonoše) geschützt. In den beiden Gebirgen liegen auch die wichtigsten tschechischen Flüsse – im Riesengebirge die Elbe (Labe), im Böhmerwald die Moldau (Vltava).

Mehrere Informationen über tschechische Gebirge können sich auf Webseiten České hory oder Holiday Info erfahren, wo auch reiche Fotogallerie und online Kameraaufnahmen aind.Das höchste Gebirge der Tschechischen Republik ist das Riesengebirge (Krkonoše), dessen Kamm die natürliche Grenze zur benachbarten Republik Polen bildet.

Direkt an der Grenze befindet sich auch der höchste Berg Tschechiens, die Schneekoppe (Sněžka) mit einer Höhe von 1602 m. Ihr Name ist tatsächlich berechtigt – über die Hälfte des Jahres liegt hier Schnee. Dank der guten Schneebedingungen und den steilen Abhängen ist das Riesengebirge das bestbesuchte Wintersportgebiet der Tschechischen Republik.

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Datum: 06.01.2010
 
 
 

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