Bedeutende Person der gotischen Baukunst im tschechischen sowie europäischen Kontext. Ein genialer Projektant, der eine ganze Reihe von neuen Konstruktionselementen (u. a. den Hängebolzen) und -prinzipien (u. a. das Netzgewölbe) in die Praxis einführte. Durch deren Nutzung in der böhmischen Architektur machte er Böhmen zu einem bedeutenden Brennpunkt der spätgotischen Baukunst in Europa. Im Jahr 1356 rief ihn Kaiser Karl IV. nach Prag, damit hier Parler eine Bauhütte nach dem gestorbenen Matthias von Arras führt. Parler wurde zum zweiten Architekten des St. Veitsdoms. Er arbeitete das ursprüngliche Projekt um und baute die Kapellen des Presbyteriums auf einem rechteckigen Grundriss, weiter baute er die Sakristei, den Südvorraum, den Turm und die Kapelle des Hl. Wenzels, das Presbyterium wölbte er mit dem Netzgewölbe. Er fertigte auch die Büsten im Triforium an (Karl IV., Elisabeth von Pommern und Selbstporträt). Im Areal der Prager Burg projektierte und führte er auch den Bau der Allerheiligenkapelle und in der Prager Altstadt den Bau der Karlsbrücke mit dem Altstädter Brückentrum durch und er nahm auch am Bau der Kirche der Jungfrau Maria vor dem Teyn auf dem Altstädter Ring teil.