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10 Jahre sind seit der verheerendsten Hochwasserkatastrophe der Tschechischen Republik vergangen

 
photo: Písek (czechtourism.com)
 

Im August 2012 gedachte die Tschechische Republik eines der traurigsten Ereignisse ihrer Geschichte – genau vor zehn Jahren wurde der größte Teil des Landes, einschließlich der Hauptstadt Prag, von einer riesigen Hochwasserwelle überrollt. Das Wasser löschte Menschenleben aus und verursachte Schäden von mehr als einhundert Milliarden Kronen.

 
Das Hochwasser 2002 kostete 17 Menschen das Leben. 40 % des Gebietes der Republik – 10 Bezirke, 753 Ortschaften – wurden überflutet, 50.000 Menschen aus ihren Häusern evakuiert. 60.000 Haushalte hatten mehrere Tage lang keinen Strom. Der Wasserstand der Moldau kulminierte am 14. August 2002 und erreichte 785 cm. Der Wasserdurchlauf der Moldau betrug 5.300 m³/s (der durchschnittliche Wasserdurchlauf bewegt sich in Prag um 148 m³/s). Ein Achtel der Stadt versank in den Fluten. Dabei zeigten sich die Prager wohl am meisten von der Tatsache betroffen, dass das Wasser auch in die Metro (U-Bahn) eingedrungen war. Erst im März 2003 gelang es, diese erneut in Betrieb zu nehmen.

Am schwersten heimgesucht wurden die Prager Stadtteile Kleinseite (Map), in der sich ein Großteil der wertvollsten historischen Sehenswürdigkeiten Prags befindet, Holešovice (Map), Karlín (Map), Zbraslav (Map) und viele andere mehr. Der Stadtteil Karlín – ein ursprünglich unansehnliches Viertel mit vielen heruntergekommenen Häusern – erwachte durch die Hochwasserflut zu neuer Attraktivität. Es entstanden neue, moderne Gebäude und eine völlig neue Lebensweise.

Fast vollkommen zerstört war auch der weithin beliebte Prager Zoologische Garten. Er musste komplett saniert werden. Heute erinnern nur noch die Hochwasserstandanzeiger an die tragischen Ereignisse vom August 2002. Ähnliche Hochwasserstandanzeiger sind seit August 2002 auch an zahlreichen Häusern in der gesamten Republik zu finden. Bilder vom Hochwasser im Prager Zoo können hier angesehen werden.

Das Hochwasser war jedoch auch für viele andere Städte Tschechiens, die vollständig unter der Wasseroberfläche verschwanden, ein schwerer Schicksalsschlag. In Nordböhmen entstand ein riesiger Hochwassersee, der 30 Ortschaften überflutete, darunter unter anderem auch Terezín (Theresienstadt) (Map). In Südböhmen hatte das Wasser Český Krumlov (Böhmisch Krumau) (Map) praktisch vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten, ernste Schäden hatten auch České Budějovice (Budweis) (Map), Strakonice (Strakonitz) (Map) und Písek (Pisek) (Map) zu beklagen. In Pisek drohte die Otava (Wottawa) die älteste Steinbrücke Mitteleuropas mit sich zu reißen.

Die Einwohner Tschechiens blieben angesichts der Tragödie nicht tatenlos: Hilfsaktionenwurden so schnell wie möglich organisiert, Außerordentliches leistete nicht nur die Armee, sondern auch die Freiwillige Feuerwehr und Studenten. Das gesamte Land wurde von einer Welle der Solidarität erfasst, in Sonderspendensammlungen kamen mehrere Millionen Kronen zusammen, die für die Katastrophenopfer eine unschätzbare Hilfe darstellten.

Trotz der katastrophalen Folgen des Hochwassers wurden alle betroffenen Orte neu aufgebaut und sind heute häufig schöner als je zuvor. Fotomaterial, Landkarten und Videos der durch das Hochwasser von 2002 zerstörten Orte und von ihrem Zustand fünf Jahre nach der Katastrophe können hier angesehen werden. Eine Bildreportage über das Hochwasser finden Sie ebenfalls hier.
 




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Autor: Andrea Kábelová
 
Datum: 02.08.2012
 
 
 

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