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Fakten über CZ

 

Die Altstadt

 
photo:  (mojefoto.cz)
 

Die Altstadt, ursprünglich auch Prager Stadt, Größere Stadt oder Prager Altstadt, ist eine historische Stadt, ein Stadtviertel und Katastralgebiet von Prag am rechten Ufer der Moldau, mit der Fläche von 129,03 ha; sie gehört zum Stadtteil Prag 1. Mit ihrem Gebiet umgibt die Altstadt völlig das Miniaturviertel Josefov. Einen Bestandteil der Altstadt bildet auch die Insel Střelecký ostrov.

 

Eine zusammenhängendere Besiedlung entstand hier schon im 11. Jahrhundert. Nach 1230, unter der Regierung von Wenzel II. (Václav II.), wurde die Stadt befestigt. 1338 erhielt sie von Johann von Luxemburg (Jan Lucemburský) das Recht auf ein eigenes Rathaus. Die Altstadt war das führende Mitglied im Verein der Prager Städte und 1784 wurde hier die Zentralverwaltung eingerichtet. 1850 wurde ihr die Josefstadt (Josefov) angegliedert. Dieses jüdische Viertelwurde im 19. und 20. Jahrhundert saniert.

Kreuzherrenkloster (Klášter křižovníků s červenou hvězdou) und St.-Franziskus-Kirche (kostel sv. Františka)

Die Kreuzherren mit dem roten Stern sind der einzige Orden böhmischen Ursprungs, gegründet 1233 durch Agnes Přemysl (Anežka Přemyslovna). Das ursprünglich frühgotische Gebäude stammt aus dem 13. Jahrhundert, in der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde es von C. Lurago renoviert. Die letzten baulichen Veränderungen im Stil der späten Sezession wurden 1911 durchgeführt. Der Figurenschmuck stammt von O. F. Quittainer und M. V. Jackl, die Malereien von V. V. Reiner.

Klementinum

Das Klementinum ist ein umfangreicher Gebäudekomplex, der schrittweise von 1653 bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts entstand. Der ursprüngliche Dominikanerkonvent mit der St.-Kliment-Kirche (kostel sv. Klimenta) wurde 1556 zum Hauptsitz der Jesuiten.  1593 – 1601 erbaute man die Salvatorkirche (kostel sv. Salvátora) und 1590 die Welsche Kapelle (Vlašská kaple).

Die Gebäude des eigentlichen Kollegs entstanden in den Jahren 1653 – 1726 (Baumeister C. Lurago, G. B. Orsi, F. M. Kaňka). Der westliche Teil mit der monumentalen Pilasterfassade zur Křižovnická ul. und Platnéřské ul. wurde wahrscheinlich nach Plänen von C. Lurago errichtet. Die Malereien und Stuckverzierungen im Inneren stammen aus derselben Zeit. Die anderen Fassaden aus dem Hochbarock (F. M. Kaňka) sind mit Plastiken aus der Werkstatt von M. Braun geschmückt.

Das Gelände wird beherrscht von der ehemaligen Sternwarte des Klementinum aus dem Jahr 1723. In ihrem Turm befindet sich ein einmaliges Observatorium, das seit mehr als 200 Jahren Aufzeichnungen über das Prager Wetter führt.  

Heute befindet sich hier die Tschechische Nationalbibliothek (Národní knihovna ČR).

Clam-Gallas-Palais (Clam-Gallasův palác)

Es entstand in den Jahren 1713 – 1719 nach Plänen des Wiener Architekten J. B. Fischer von Erlach. Der Figurenschmuck der Fassade stammt von M. B. Braun.

Zum Goldenen Brunnen (U Zlaté studně)

Renaissancehaus mit figuralen Reliefs an der Fassade aus dem Jahr 1701 (J. O. Maxer).

St.-Ägidius-Kirche (kostel sv. Jiljí)

Die ursprünglich gotische dreischiffige Kirche aus dem 14. Jahrhundert wurde an der Stelle eines schon 1238 erwähnten Baus errichtet.  Barocke Umgestaltung des Innenraums mit wertvoller Einrichtung, Malereien von V. V. Reiner, Stuckverzierung von B. Spinetti aus den 1730-er Jahren.

Altstädter Ring (Staroměstské náměstí)

Der bekannteste Platz des alten Prag entstand im 12. Jahrhundert. Die Veränderungen im Laufe der Geschichte spiegeln sich teilweise auch in seinen Bezeichnungen wieder. Ursprünglich hieß er Markt (Tržiště) oder auch Alter Markt (Staré tržiště, zum Unterschied vom Neuen Markt, Nové tržiště, an der St.-Gallus-Kirche), ab dem 14. Jahrhundert dann Ring (Rynk) oder Altstädter Ring (Staroměstký rynk, im Unterschied zum Kleinseitner Ring, Malostranský rynk). Der Teil vor dem Rathaus wurde im 14. Jahrhundert Tandléřský trh genannt, der Teil vor der St.-Nikolaus-Kirche Hühnermarkt (Kuří trh). Im 18. Jahrhundert hieß er Altstädter Platz (Staroměstský plac), Großer Altstädter Platz (Velké Staroměstské náměstí), Großer Platz (Velké náměstí), nach 1895 Altstädter Ring (Staroměstské náměstí).Im Pflaster des Platzes sind die Stelle der Hinrichtung der 27 böhmischen Herren im Jahr 1621 und der Prager Meridian bezeichnet, der Schatten der umgestürzten Mariensäule, der auch zur Messung der Zeit diente.

Altstädter Rathaus (Staroměstská radnice)

Es wurde aufgrund eines Privilegs von Johann von Luxemburg aus dem Jahr 1338 errichtet. Der Kern des Rathauses ist das gotische Haus von Volfin od Kamene, die berühmte Rathausuhr (Orloj) wurde 1410 von Nikolaus von Kaaden (Mikuláš z Kadaně) fertiggestellt. Zu besichtigen sind auch die Bilder von Brožík, die Kapelle, der alte Ratssaal und der Turmsöller. Das Rathaus wurde beim Mai-Aufstand 1945 stark beschädigt. Der damals abgebrannte neugotische Flügel wurde seitdem nicht wieder aufgebaut.

Teynkirche (Kirche der Muttergottes vor dem Teyn, Chrám matky Boží před Týnem)

Der Bau der gotischen dreischiffigen Kirche, die den Platz beherrscht, begann Mitte des 14. und dauerte bis Anfang des 16. Jahrhunderts. Altarbilder von K. Škréta, Grabmal des Astronomen Tycho de Brahe, Taufbecken aus dem Jahr 1414. Nordportal mit Tympanon aus dem Jahr 1390 von P. Parler.

St.-Nikolaus-Kirche (Kostel sv. Mikuláše)

Die Kirche wurde 1727 – 1737 unter der Leitung von K. I. Dientzenhofer errichtet.

Kinsky-Palais (Palác Kinských)

Das Kinsky-Palais ist der schönste Bau des Rokoko in Prag. Das ursprüngliche Goltz–Kinsky-Palais wurde 1755 – 1765 nach Plänen von K. I. Dientzenhofer und A. Lurago errichtet. Seit 1949 ist hier die Grafiksammlung der Nationalgalerie untergebracht.

Haus zur Steinernen Glocke (Dům u Kamenného zvonu)

Gotisches Bürgerpalais aus dem 14. Jahrhundert, Konzert- und Ausstellungssaal.

Granovsky-Palais (Palác Granovských)

Renaissancegebäude aus dem Jahr 1560. Die sehenswerte Loggia ist mit Chiaroscuro-Malereien geschmückt.

Teyn (Ungelt, Týn)

Eine der historisch wichtigsten Stätten Prags. Wahrscheinlich schon im 11. Jahrhundert als befestigter Kaufmannshof für die Erhebung von Zöllen (ungelt) gegründet.

Hrzán-Palais (Hrzánský palác)

Künstlerisch wertvolles Gebäude. 1702 barock umgebaut (G. B. Alliprandi), ursprüngliche romanische Fundamente. Plastiken von F. M. Brokof.

St.-Jakobs-Kirche (Kostel sv. Jakuba)

Ursprünglich gotische Kirche, 1232 zusammen mit dem Minoritenkloster gegründet. Das heutige barocke Aussehen stammt aus den Jahren 1690 – 1702. Im Innern wertvolle Ausstattung und Ausschmückung (F. M. Brokof, P. Brandl, V. V. Reiner). Nach dem Veitsdom die längste Prager Kirche.

Pulverturm (Prašná brána)

Anstelle eines ursprünglichen Tores errichtet, das Teil der Prager Stadtbefestigung war. Mit dem Bau wurde 1475 begonnen, Ende des 17. Jahrhunderts diente der Turm als Lager für Schießpulver. In den Jahren 1875 – 1876 wurde er im pseudogotischen Stil erneuert (J. Mocker).

Repräsentationshaus (Obecní dům)

Das Sezessionsgebäude von A. Balšánek und O. Polívka aus den Jahren 1905 -1911 steht an der Stelle des früheren Königshofs (1903 abgerissen). Teile der reichen Ausschmückung stammen von A. Mucha. Im monumentalen Smetana-Saal (Smetanova síň), dem Mittelpunkt des Gebäudes, findet das Festival Prager Frühling statt.

Karolinum

Das Karolinum ist ein Gebäudekomplex unterschiedlicher Stilrichtungen von der Gotik bis zum 19. Jahrhundert. Das älteste Gebäude ist das gotische Rotlev-Haus (Rotlevův dům). Seit dem 14. Jahrhundert Sitz der Karlsuniversität (Univerzita Karlová, gegründet 1348). Vom ursprünglichen gotischen Palais haben sich ein Teil des Erdgeschosses und der Erker mit der Cosmas-und-Damian-Kapelle (kaple sv. Kosmy a Damiána) erhalten.

Seit 1383 Sitz des Karlskollegs (ältestes Universitätskolleg in Mittelosteuropa). 1718 nach Plänen von F. M. Kaněk umgebaut, 1946 – 1968 Neugestaltung des Geländes nach J. Fragner.

Heute Sitz des Rektorats und der Zentralinstitute der Karlsuniversität. In dem Gebäude befinden sich außerdem die Aula und eine Galerie.

Das Karolinum ist seit 1962 ein Nationales Kulturdenkmal.

Ständetheater (Stavovské divadlo)

Das klassizistische Gebäude wurde im Auftrag von F. A. Nostic nach Plänen von A. Haffenecker als Gräfliches Nostitz-Theater (Nosticovo hraběcí divadlo) in den Jahren 1781 – 1783 errichtet.1787 fand hier die Weltpremiere der Mozartoper Don Giovanni statt. 1799 kam das Theater in den Besitz der böhmischen Stände (Stavovské). 1834 Premiere des Stücks Fidlovačka von K. Tyl (bei der zum ersten Mal das Lied „Wo meine Heimat ist “, Kde domov můj, erklang, das heute die tschechische Nationalhymne ist); bis 1920 spielte man überwiegend in deutscher Sprache. Heute Sprechbühne des Nationaltheaters.

Bethlehem-Kapelle (Betlémská kaple)

Die ursprüngliche Kapelle ließen 1391 -1394 die Bürger Johann von Mühlheim und Kříž auf eigene Kosten für den tschechischen Gottesdienst errichten.  1402 – 1412 predigte Jan Hus hier. Sie wurde 1786 abgerissen  und 1948 – 1954 von J. Fragner nach Zeichnungen des ursprünglichen Gebäudes wieder aufgebaut. Der Wiederaufbau wurde als Denkmal der Hussitenbewegung aufgefasst. Heute dient sie als Aula der Technischen Hochschule ČVUT und als Ausstellungs- und Konzertsaal, im Untergeschoss befindet sich ein stilechtes Restaurant. In den Neubau eingefügt sind die erhaltenen Abschnitte des Mauerwerks und architektonischer Elemente sowie Bruchstücke von Inschriften.  Nationales Kulturdenkmal seit 1962.

Rudolfinum

1876 – 1884 nach Plänen von J. Zítek und J. Schulz im Stil der Neurenaissance als Konzertsaal und Galerie erbaut. Neben dem Nationaltheater das bedeutendste Gebäude der Neurenaissance in Prag. In den 1920- und 1930-er Jahren Sitz des Parlaments.

Im Dvořák-Saal finden regelmäßig Konzerte mit ernster Musik statt, der hintere Trakt mit der monumentalen Halle dient als Galerie. Das Rudolfinum ist seit 1946 Sitz der Tschechischen Philharmonie.

Rotunde zum hl. Kreuz (Rotunda sv. Kříže)

Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist eines der ältesten erhaltenen Gebäude in Prag. Das Gitter um die Rotunde stammt von J. Mánes.

Agneskloster (Anežský klášter)

Frühgotischer Gebäudekomplex, erbaut 1234 – 1280 von den Königen Wenzel I. (Václav I.) und Ottokar II. von Böhmenals Kloster der Klarissinnen (Stifterin und Äbtissin war die Schwester von Wenzel, Agnes). Zu dem Kloster gehören die St.-Franziskus- (sv. Františka) und die Salvatorkirche (sv. Salvátora), die Barbara- und die Magdalenenkapelle (sv. Barbory und sv. Magdalény), das Klarissinnenkloster, das Haus der Äbtissin und die Wirtschaftsgebäude.  Nach 1945 wurde es schrittweise renoviert, seit 1980 ist hier eine ständige Ausstellung der Nationalgalerie untergebracht.

Haus zur Schwarzen Muttergottes (Dům u Černé Matky Boží)

Das Haus ist eines der Beispiele für die ganz spezifische tschechische kubistische Architektur. Es wurde 1911 -1912 nach einem Plan des Architekten Josef Gočár erbaut und  dient heute als Museum des tschechischen Kubismus. Die Dauerausstellung im zweiten und dritten Stockwerk konzentriert sich auf den Zeitraum von 1910 bis 1919 und damit auf die bedeutendste Epoche des Kubismus in den böhmischen Ländern.

 
 
Autor:
 
Datum: 29.12.2009
 
 
 

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