Die Kommunisten gaben die politische Macht während der sog. samtenen Revolution ab. Das Regime hatte sich selbst erschöpft und nicht mehr die Kraft, sich auf einen Machtkampf mit der ganzen Gesellschaft einzulassen. Politische Parteien wurden wieder zugelassen, und die ersten freien Wahlen wurden 1990 abgehalten. Václav Havel, der die Verhandlungen mit der kommunistischen Regierung geführt hatte, wurde neuer Staatspräsident. Neue politische Parteien wurden von Menschen mit denselben Meinungen gegründet - das tschechische Bürgerforum (Občanské Fórum) und die slowakische Öffentlichkeit gegen Gewalt (Veřejnost proti násilí).
Die tschechischen und slowakischen Abgeordneten waren erfolglos bei der Suche nach einem passenden bilateralen Modell für die Koexistenz des tschechischen und des slowakischen Volkes. Daraus resultierte die organisierte und ordnungsgemäße Auflösung des gemeinsamen Staates.
Tschechien und die Slowakei bestehen seit dem 1. Januar 1993 unabhängig voneinander. Die Integration in die Europäische Gemeinschaft und in die europäischen Sicherheitsstrukturen wurde zum Ziel beider Staaten. Die gegenseitigen Beziehungen liegen wegen der Verschmelzung beider Völker in fast 90 Jahren der Koexistenz in einem gemeinsamen Staat über der Norm.
Tschechien wurde am 12. März 1999 als Mitglied in die NATO (Verteidigungsbündnis zwischen den Parteien des Nordatlantikpakts) aufgenommen. Tschechien ist jetzt formal Mitglied der NATO und der Vereinten Nationen, und tschechische Einheiten nahmen und nehmen teil an Missionen im Irak, Kroatien, Kosovo, Afghanistan und vielen anderen Staaten teil.
Ein Assoziierungsabkommen zwischen Tschechien und der Europäischen Gemeinschaft wurde am 4. Oktober 1993 in Luxemburg abgeschlossen. Dieses trat am 1. Februar 1995 in Kraft. Der Konvergenzprozess mit der Europäischen Gemeinschaft gipfelte am 1. Mai 2004 in der Mitgliedschaft Tschechiens und neun anderer Staaten in der Europäischen Union.
Derzeit ist Tschechien ein vollauf demokratisches Land mit einer stabilen politischen Kultur und mit zunehmender wirtschaftlicher Stärke . Die positiven Folgen der wirtschaftlichen Transformation und der demokratischen Verwaltung sind offensichtlich: Der steigende Lebensstandard der Bevölkerung ist beachtlich. Er erreicht einige Standards innerhalb der Europäischen Union.
Im Juni 2006 fanden in der Tschechischen Republik Wahlen zum Abgeordnetenhaus statt. Das knappe Wahlergebnis hatte eine Pattsituation zur Folge, die eine Zusammenstellung der Regierung unmöglich machte.
Zum Premierminister wurde bereits zum zweiten Mal Mirek Topolánek (Vorsitzender der Bürgerdemokraten, die die meisten Stimmen gewonnen hatten) gewählt.