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Tomáš Baťa

 
photo:  (cojeco.cz)
 

(1876–1932)

 
Tschechischer Industrieller, Gründer des Unternehmens Baťa, das Schuhe herstellt und heutzutage Betriebsstätten auf der ganzen Welt hat.
Seine Verfahren und Technologien waren in der damaligen Unternehmerwelt revolutionär. In der Produktion und dem Verkauf seiner Produkte führte er viele neue Ideen ein, die immer noch als Beispiele fürs erfolgreiche Topmanagement dienen können.

Für seine Firma baute er die Stadt Zlín aus. Die Firma Baťa ist bis heute eine der bekanntesten Handelsmarken aus der Tschechischen Republik.

Tomáš Baťa wurde am 3. April 1876 in Zlín, als sechstes von zwölf Kindern in der Familie eines armen Schusters geboren. Er stammte aus einer Familie mit reicher Schustertradition, seine Vorfahren stellten Schuhe angeblich seit dem 16. Jahrhundert her. Tomáš Baťa taucht bereits mit sechs Jahren in der Schusterwerkstatt seines Vaters auf und mit fünfzehn Jahren geht er nach Wien, wo er eine Lehre macht. Nach der Rückkehr tritt beginnt er als Geschäftsreisender in der Werkstatt seines Vaters zu arbeiten. Am 24. August 1894 gründet er in Zlín zusammen mit seinen Geschwistern – Anna und Antonín – das Schuhmachergewerbe und setzt seit Beginn auf die modernen Methoden der Produktion und deren Steuerung.

Er plant in seinem Betrieb die Serienproduktion und regelmäßige Arbeitszeit einzuführen. Noch bevor ein Jahr vergeht, ist die Firma jedoch dem Bankrott nahe. Lederschuhe sind teuer und kaum jemand kann sich diese leisten. Die Situation ändert sich erst im Jahr 1897, als Baťa einen neuen Schuh auf den Markt bringt, den sog. „baťovka“, in dem ein Teil des teuren Leders durch billiges Leinen ersetzt wurde. Dank dem niedrigen Preis kann sich die Schuhe fast jeder leisten. Zum ersten Mal in der Geschichte lohnt es sich für die Menschen, sich statt dem ständigem Ausbessern beim Schuster neue Schuhe zu kaufen. Die Schuhe „baťovky“ sind ein Erfolg und Tomáš Baťa errichtet im Jahr 1900 in Zlín das erste moderne Fabrikgebäude, für das er die modernsten erreichbaren Schuhmaschinen importieren lässt.

Im Jahr 1904 geht er mit ein paar Mitarbeitern in die USA und nach der Rückkehr führt er in seinem Werk den Zweischichtbetrieb ein und gründet die Verkaufsabteilung der Firma. Im Jahr 1910 beschäftigt er bereits 350 Arbeiter und produziert 3.400 Paar Schuhe täglich. Im Jahr 1920 leitet sich von der Geschäftsabteilung eine selbstständige Werbungs- und Marketingdivision ab, die im bedeutenden Maß zur Verbreitung der Marke Baťa auf der ganzen Welt hilft. Sie gibt Werbekataloge und Firmenzeitung heraus, führt das Firmenlogo, die Baťa-Preise (mit der Neun am Ende), Rabatte (20 – 50 %) und Ausverkäufe sowie die volkstümlich gewordenen Firmenslogans, wie  z. B. „Der Kunde ist König.“ ein.

Im Jahr 1923 wird Tomáš Baťa zum Bürgermeister von Zlín. Ein Jahr später führt er in der Firma die sog. Werkstattselbstverwaltung ein und beginnt, für seine Mitarbeiter das „neue Zlín“ zu bauen – Wohnhäuser, Schulen, Krankenhäuser, Kultureinrichtungen usw.

Am Beginn der 1930-er Jahre produzieren die Baťa-Werke bereits unglaubliche 100.000 Paar Schuhe täglich. In dieser Zeit verwandelt sich der Familienbetrieb in eine Aktiengesellschaft und Baťa gründet Fabriken auf der ganzen Welt: in Deutschland, England, Polen, der Schweiz, den Vereinigten Staaten, Indien…

Am zwölften Juli 1932 fliegt Tomáš Baťa mit seinem privaten Flugzeug in die Schweiz zur Eröffnung einer neuen Niederlassung. Das Flugzeug stürzt jedoch ab und in seinen Trümmern endet sowohl das Leben des Piloten, als auch das Leben der tschechischen Unternehmerlegende, die ein riesiges Firmenimperium hinterlässt. In der damaligen Zeit hatte die Firma Baťa Niederlassungen in bereits mehr als 60 Staaten.

Weitere Informationen finden Sie hier.
 
 
Autor: Ivana Jenerálová
 
Datum: 17.05.2010
 
 
 

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