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Der Zweite Weltkrieg

 
photo:  (mojefoto.cz)
 

In den Verhandlungen mit der tschechoslowakischen Regierung über den Status der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei folgte die Sudetendeutsche Partei den Anweisungen Adolf Hitlers. Ihr Hauptziel war es, nicht zu einer Übereinkunft in der Sudetenfrage zu kommen. Demzufolge verschärften sich die internationalen Spannungen wegen des Status der Sudetendeutschen.

 

Großbritannien und Frankreich - gelähmt durch die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs und sich der Tatsache bewusst, für einen Krieg nicht vorbereitet zu sein, entschieden sich für eine Politik der Zugeständnisse an Deutschland. Im November 1938 gestand der Wiener Schiedsspruch, der der Münchner Konferenz folgte, Ungarn die südliche Slowakei und die Karpatenukraine zu, während Polen einen Teil von Teschen und Teile der nördlichen Slowakei erhielt. Der tschechoslowakische Staat war durch den Verlust der Industrie, den Abbruch der Transportverbindungen und eine Flut von Flüchtlingen betroffen (aufgrund dessen, dass 150.000 Menschen das Sudetenland verlassen mussten).

Hitler erließ eine Verordnung, die das Protektorat Böhmen und Mähren schuf. Die Protektorats-regierung arbeitete unter deutscher Verwaltung und Aufsicht. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde von der Widerstandsbewegung begrüßt, die für die Wiederherstellung der Vorkriegs-Tschechoslowakei kämpfte. Nur die totale Niederlage Deutschlands konnte die Nation von der nationalsozialistischen Okkupation befreien.

Deutschlands Terrortaktiken nahmen sogar noch zu nach der Ankunft von Reinhard Heydrich , der im September 1941 das Amt des Reichsprotektors von Böhmen und Mähren übernahm. Die Teilnahme am Widerstand wurde mit dem Tode bestraft. Bestenfalls wurde man in ein Konzentrationslager verschleppt.

Sogar der Premierminister der Protektoratsregierung, General Alois Eliáš, schloss sich der Untergrundbewegung an und wurde hingerichtet.

Die Stellung der Exilregierung von Präsident Edvard Beneš war aufgrund der Tatsache schwieriger, dass das Abschneiden, die Aufteilung und Besetzung der Tschechoslowakei vor dem Krieg stattgefunden hatten. Trotzdem erwarb sie internationale Anerkennung als die legitime Vertreterin der Tschechoslowakei; sie brachte Franzosen und  Briten dazu die Unterzeichnung des Münchner Abkommens zu widerrufen; und nicht zuletzt erreichte sie die Wiederherstellung der Tschechoslowakei. Nach 1941 wurde die tschechoslowakische kommunistische Partei zunehmend in die Arbeit beider Zweige des nationalen Widerstands (im Inland und Ausland) eingeschlossen. Der Widerstand wurde von Moskau aus geführt.

In der Slowakei, die auf deutscher Seite kämpfte, schlossen sich die nationaldemokratische und die kommunistische Widerstandsbewegung zusammen  und gründeten den slowakischen Nationalrat.

Am 29. August 1944 brach der so genannte slowakische Volksaufstand aus, dessen Mitglieder in die Tschechoslowakei vorstießen. Die Mobilmachung der tschechoslowakischen Armee wurde auf dem Territorium des Aufstands ausgerufen. Er konnte den überlegenen deutschen Kräften zwei Monate lan Widerstand leisten. Dann ging der Kampf in den Bergen weiter, aber der Volksaufstand wurde schließlich niedergeschlagen.

Präsident Beneš, der ein gewichtiges Wort bei der Entwicklung der tschechoslowakischen Außenpolitik mitsprach, war sich des wachsenden Einflusses der UDSSR auf die Nachkriegsereignisse bewusst. 1943 schloss er einen Bündnisvertrag mit der Sowjetunion. Prag rebellierte gegen die Besatzer im Mai 1945. Die deutsche Armee kapitulierte gegenüber den Aufständischen unter der Bedingung des freien Abzugs. Die Rote Armee erreichte Prag am 9. Mai 1945 und wurde in Kämpfe mit den letzten fanatischen deutschen Divisionen verwickelt. Die Tschechoslowakei wurde größtenteils durch die Sowjetunion, Westböhmen jedoch von der amerikanischen Armee befreit.

Die Ereignisse von München, die Zeit des Protektorats und die deutsche Terrorisierung der Bevölkerung während des Krieges verursachten eine allgemeine Feindseligkeit unter den Tschechen gegenüber den Deutschen. Bezüglich der Frage der Umsiedlung der deutschen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei herrschten eine allgemeine Einmütigkeit und die Überzeugung, dass diese Maßnahme notwendig war. In der Anfangsphase der ersten Monate nach dem Krieg fand die Aussiedlung der deutschen Bevölkerung, in der so genannten Periode der wilden Vertreibung, auf unkontrollierte Weise statt. Die Art und Weise der Umsiedlung rief Kritik unter den westlichen Alliierten hervor. Die Umsiedlung der deutschen Minderheiten in der Tschechoslowakei, Polen und Ungarn wurde auf einer Sitzung der Alliierten 1945 in Potsdam gebilligt.

 

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Datum: 03.01.2010
 
 
 

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