Pavel Janák wurde am 12. März 1882 im Prager Stadtviertel Karlín geboren. Nach der Mittelschule studierte er Architektur an der Tschechischen Technischen Hochschule in Prag bei Josef Schulze. Außerdem besuchte er am Deutschen Technikum Vorlesungen von Josef Zítka, zwischen 1906 und 1907 studierte er an der Wiener Akademie der Bildenden Künste bei Otto Wagner. Bereits während der Studienzeit wurde sein Talent deutlich. Während des dritten Studienjahres wurde er für das Projekt eines Krematoriums ausgezeichnet und gewann den 1. Preis für den Entwurf eines Projekts für Schulen in Karlín. Janák unternahm während seines Studiums mehrere Reisen durch Europa und hatte auch ein Stipendium in Italien.
Nach seiner Rückkehr in die Tschechische Republik begann Pavel Janák im Atelier von Jan Kotěra zu arbeiten, wo er etwa zwei Jahre blieb. Kaum 30 Jahre alt, trat er eine Stelle als Vertragsarchitekt beim Bauamt der Stadt Prag, Abteilung Brückenbauten, an. Aus dieser Zeit stammt eine der schönsten und modernsten Brücken über die Moldau -
die Hlávka-Brücke (Hlávkův most). Janáks Projekte waren jedoch hinter vielen weiteren wichtigen Bauten der Zeit zu finden, wie
der Erweiterung des Palais Czernin, der Renovierung des
Altstädter Rathauses, der Erweiterung
und der Fassade des Adria-Palastes, der
Kirche der Hussitischen Gemeinde im Prager Stadtteil Vinohrady und dem
Krematorium in Pardubice.
Pavel Janák war an der Gründung der Künstlergenossenschaft
Artěl beteiligt, einer der wichtigsten tschechischen Institutionen für Angewandte Kunst und Design der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Janák beeinflusste auf bedeutende Weise die Entwicklung des tschechischen Kubismus. Im Jahr 1912 war er eines der Gründungsmitglieder der „Prager Kunstwerkstätte“, wo er durch das Design von
kubistischem Porzellan bekannt wurde. Daneben entwarf er auch eine Reihe von Möbelserien, vorwiegend allerdings für Privatkunden.
Pavel Janák war viele Jahre als Professor, einige sogar als Rektor, an der Kunstgewerbeschule in Prag beschäftigt. 1936 wurde er als Nachfolger von Josip Plečnik zum Hauptarchitekten der Prager Burg ernannt. Zusammen mit Plečnik nahm Janák nicht nur großen Einfluss auf das neue Erscheinungsbild der Prager Burg, sondern auch auf viele andere Projekte in ganz Prag.
2012 ist als das
Jahr von Pavel Janák und Josip Plečnika bestimmt worden, sind doch seit ihrer Geburt genau 130, bzw. 140 Jahre, vergangen. Eine Reihe von Ausstellungen, Vorträgen und Begleitveranstaltungen werden in diesem Jahr an die Bedeutung der beiden Künstler für die Architektur erinnern.