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Johann Gregor Mendel, Begründer der Vererbungslehre

 
photo:  (wikipedia.org)
 

Zeitgenosse Darwins, Naturwissenschaftler, Entdecker der Grundregeln der Vererbungslehre, Mönch und Abt im Augustinerkloster – so könnte Johann Gregor Mendel, geboren im Jahr 1822 in Hynčice (Heinzendorf) in der Nähe von Nový Jičín (Neu Titschein) in Nordmähren, in wenigen Worten beschrieben werden.

 
 
1840 schloss der begabte Schüler Mendel das Gymnasium in Opava (Troppau) mit Auszeichnung ab und studierte dann, trotz finanzieller Probleme der Familie, zwei Jahre am Philosophischen Institut der Universität Olomouc (Olmütz). Dann sah er sich aufgrund der angespannten und finanziell schwierigen Situation gezwungen, in die Augustinerabtei in Brünn einzutreten. 1843 nahm er den Ordensnamen Gregorius an und nach dem Abschluss seines Theologiestudiums nahm er das Studium der Naturwissenschaften an der Universität Wien wieder auf. Nach seiner Rückkehr aus Wien wurde Johann Gregor Mendel Lehrer für Naturwissenschaften und Physik an der deutschen Realschule in Brünn. Gleichzeitig widmete er sich dem Studium der Botanik und der Meteorologie. Er führte systematische Kreuzungsexperimente (mit Erbsen) durch, die er genau dokumentierte. Auf dieser Grundlage erarbeitete er dann eine Reihe von Vererbungsregeln, die heute als die mendelschen Regeln bekannt sind.

Mendel veröffentlichte die Ergebnisse seiner Arbeit 1866 unter dem Titel „Versuche über Pflanzen-Hybriden“. Die Bedeutung seiner Publikation wurde zu seiner Zeit allerdings noch nicht erkannt und sie geriet in Vergessenheit. Seine Forschungsarbeit mit den Erbsenpflanzen brachte ihm den Titel „Vater der Genetik“ ein – allerdings erst nach seinem Tod.

Mendel widmete sich einem breiten Spektrum von naturwissenschaftlichen Themen – von der Veredelung, über den Anbau von Obst bis zur Astronomie und der Bienenkunde. Vom Jahr 1862 an bis zum Ausbruch seiner Krankheit führte er täglich meteorologische Aufzeichnungen für das Meteorologische Institut in Wien. Von den dreizehn von Mendel verfassten Publikationen befassen sich neun mit der Meteorologie.

Der Nutzen von Mendels Forschungsergebnissen wurde erst nach seinem Tod, zu Beginn des 20. Jahrhunderts (er starb 1884 im Alter von 62 Jahren), erkannt. Johann Gregor Mendel entdeckte nicht nur die Grundregeln der Vererbungslehre und definierte die mendelschen Regeln, sondern war einer der Ersten, die für ihre Forschungsarbeiten biostatische Methoden einsetzten. Seinen Namen tragen heute ein Museum, die Universität und ein Platz in Brünn sowie die erste tschechische Forschungsstation in der Antarktis.
 
Autor: Romana Kuncová
 
Datum: 02.11.2012
 
 
 

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