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Weltbekannte Gablonzer Bijouterie (Jablonec nad Nisou)

 
photo:  (czechtourism.com)
 

Bijouterie gehört in den böhmischen Landen bereits seit dem 19. Jahrhundert zu den  hochgeschätzten der hier hergestellten Artikeln. Die weltweit berühmteste stammt aus der Gegend um Jablonec nad Nisou (Gablonz an der Neiße).

 
Die Geschichte der Glaserzeugung in Böhmen reicht bis in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts zurück. Im Laufe der Zeit verbesserte sich die Qualität des Glases, bis letztendlich das als böhmisches Kristall bezeichnete Glas entstand. Zu jener Zeit begann man auch mit der Herstellung kleinerer Glaswaren, wobei es sich vor allem um Imitationen venezianischer Perlen handelte. Der Beginn des 19. Jahrhunderts bedeutete zwar eine Krise im Absatz geblasenen Glases, allerdings wurden, im Gegensatz hierzu, kleinere Glaswaren zu einem sehr guten Handelsartikel. Die Gablonzer Region etablierte sich als ausgesprochenes Gebiet der Bijouterie. Zum Ende der 20er Jahre des 19. Jahrhunderts widmeten sich beinahe sechstausend Menschen der Glasherstellung, wobei in den 30er Jahren mehr als einhundert Arten von Bijouterie und Glaserzeugnissen im Angebot waren.

Einen großen Aufschwung erlebte neben der Bijouterie auch geschliffenes Glas, sog. geprägte Glasknöpfe. Sie entstanden in, als „Prägereien“ bezeichneten Produktionsstätten, wo von langen farbigen Glasstäben Scheibchen abgeschnitten und speziell in bestimmten Knopfformen geprägt wurden. Diese kleinen gemauerten Häuschen mit den charakteristischen Rauchfängen sind für das Isergebirge bis heute typisch. 

Ein wirkliches Zentrum des Handels mit Glasbijouterie wurde die Stadt Jablonec nad Nisou (Gablonz an der Neiße) (Map). Erfolg hatten vor allem Bijouterie-Steinchen, Perlen, Imitationen echter Perlen, versilberte hohle Perlen und nicht zuletzt auch Christbaumschmuck. Der größten Beliebtheit erfreuten sich jedoch geschliffene Glasknöpfe und gestanzte Perlen. Später bestand ein Großteil des Absatzes in der Herstellung gläserner Armreifen, die insbesondere für den Markt in den islamischen Ländern und Indien bestimmt waren. Populär war auch die Metallbijouterie, deren größtes Absatzgebiet Deutschland, die USA und Indien waren.

In der Zeit der Kriege war die Bijouterie nicht auf Rosen gebettet. Im Jahre 1948 erfolgte die Verstaatlichung der Unternehmen und um die Produktion und den Verkauf kümmerte sich zunehmend der Staat. Es entstand das Forschungsinstitut für Glas und Bijouterie und in den 60er Jahren wurden die meisten Betriebe modernisiert. Die damalige Tschechoslowakei wurde wieder eine Großmacht in der Herstellung von Bijouterie. Nach den Änderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse im Jahre 1989 gelangten die Unternehmen wieder in private Hände. An die Zeit des größten Ruhmes knüpft heute das Unternehmen Preciosa an, dessen Verdienst darin besteht,  dass die tschechische Gablonzer Bijouterie in der Welt wieder ein Begriff ist.

Mehr über die böhmische Bijouterie und über die Geschichte des Glases können Sie unter anderem im Museum für Glas und Bijouterie in Jablonec nad Nisou erfahren.
 


 
Autor: Petra Hubálková
 
Datum: 06.10.2012
 
 
 

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