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Warenstruktur des Außenhandels

 
photo:  (sxc.hu)
 

Die Warenstruktur des Außenhandels der Länder mit einer hochgradigen Einbindung in den internationalen Handel zeigt beim Export in der Regel die wettbewerbsfähigsten Produkte (Industriezweige) des Landes, beim Import wiederum reflektiert sie die Warengruppen, die im Land gar nicht oder in anderer Qualität produziert oder zu ungünstigen Bedingungen angeboten werden.

 
Früher stellte das Land für den gesamten Ostblock vor allem Produkte der Maschinenbauindustrie, Textilien, Schuhe und Glasprodukte her. Tschechien produzierte z.B. 90 % des Maschinenbausortiments (von der Nadel bis hin zum Kernkraftwerk). Bei einer so breitgefächerten Produktionsorientierung war es in dem  kleinen Land nicht möglich, mit der ausländischen Konkurrenz in Qualität und Preis der Produkte Schritt zu halten. Daher war es notwendig, diese Produktion auf die Erzeugnisse zu spezialisieren, für die die Tschechische Republik optimale Voraussetzungen mitbrachte.

Nach dem Sturz des Kommunismus wurde das Verbot für Privatunternehmen aufgehoben. Die Umstrukturierung der Produktion wurde durch eine breitgefächerte und schnelle Privatisierung der Produktionssubjekte beschleunigt, häufig auch unter Beteiligung ausländischer Investoren. Für große ausländische Investoren schuf der Staat steuerrechtliche und andere Vorteile. Die neuen Inhaber effizienter Produktionen reagierten in der Regel sensibler auf Marktanreize und waren imstande, neue Arbeitsstellen zu schaffen. Eine Reihe von Industriezweigen verlor  aus ökonomischen, ökologischen und anderen Gründen bereits an Bedeutung. Die entlassenen Mitarbeiter kamen in den neu geschaffenen Stellen der privatisierten Industrie und Landwirtschaft oder in den neu gegründeten Kleinunternehmen zum Einsatz , die vor allem auf die ehemals vernachlässigten und später schlagartig aufblühenden Dienstleistungen spezialisiert waren.

Die unten abgebildete Tabelle der gegenwärtigen Warenausfuhrstruktur reflektiert für die verschiedenen Waren in einem gewissen Maße das Ergebnis der oben kurz beschriebenen Transformation und Umstrukturierung der Wirtschaft in der Tschechischen Republik.

Warenstruktur des Außenhandels gemäß der SITC 1 Statistik (Quelle: Ministerium für Industrie und Handel der Tschechischen Republik 2004)

Anteile der einzelnen Klassen der SITC - 1 am Umsatz des Jahres 2003 (in %) (Quelle: Tschechisches statistisches Amt 2004, Ermittlung Ministerium für Industrie und Handel)

Warenkategorie, mit denen die Tschechische Republik überwiegend handelt:

1. Nahrungsmittel
2. Getränke und Tabakware
3. Rohstoffe
4. Mineralbrennstoffe
5. tierische a pflanzliche Fette
6. Chemikalien
7. Marktprodukte nicht weiter klassifiziert – Leder, Lederprodukte, Gummiprodukte, Holz, Papier und Papiererzeugnisse, Textilien außer Kleidung, Zement, Glas, Porzellan, Keramik, Eisen und Stahl, NE-Metalle, Metallprodukte
8. Maschinen, Verkehrsmittel, Industriebedarfsartikel– vorgefertigte Gebäude, Sanitär- und Installationstechnik, Möbel,  Galanterie, Kleidung, Schuhe, Geräte, Waffen, Munition, Sport, Spielsachen
9. sonstige Handelsartikel

Für die Konkretisierung der Hauptbegriffe, die oben nach der internationalen Warenklassifizierung SITC geordnet sind, müssen wir konstatieren, dass die Position Maschinen und Verkehrsmittel (mehr als 50 % des tschechischen Exports und auch 43% des tschechischen  Imports) ihre dominante Stellung im Export (sowie im Import der Tschechischen Republik) vor allem dank des rasanten Aufschwungs der Automobilindustrie behauptet.

Der Export des tschechischen Maschinenbaus und besonders der Automobilindustrie hat seit dem Jahr 1993 um das Fünffache zugenommen, und auch sein Anteil am Gesamtexport ist von 29 % im Jahr 1993 auf 50 % im Jahr 2003 gestiegen. Außerdem wird in dieser Klassifizierung die Stellung von Import und Export geändert, da der Import im Jahre 1993 um 30 % größer war als der Export.

Im Jahr 2003 liegt der Import 20  % über dem Export. Die Errichtung des neuen Automobilwerks von Toyota/Citroen/Peugeot bei Kolín unterstützt diesen tschechischen Exporttrend. In dieser Gruppe spielen auch Büromaschinen und Datenverarbeitungsgeräte sowie Industriemaschinen eine wichtige Rolle. 

Ein positiver Faktor ist die Tatsache, dass beim Import die Zahl der importprogressiven Technologien für die tschechischen Hersteller im Zunehmen begriffen ist, wodurch sich deren zukünftige Wettbewerbsfähigkeit verbessert.

Beim Export hat sich der Wert für Getränke und Tabak in den letzten 10 Jahren verdoppelt. Um 20 % stieg der Nahrungsmittelexport.

In der Warenstruktur des Imports erstarkt die Position Brennstoffimport im Zusammenhang mit der  Erhöhung der Erdölpreise. Dieser Trend nahm im Jahre 2004 noch zu, auch wenn die steigenden Erdölpreise durch den fallenden US-Dollar kompensiert wurden. Dieser Handelsartikel wird in dieser Währung gehandelt.

Nach den vorläufigen Angaben vom September 2006

Nach den vorläufigen Angaben vom September 2006 stiegen der Export aus der Tschechischen Republik unterjährig in laufenden Preisen um 9,4 % und der Import um 8,4 %. Die Handelsbilanz schloss damit mit einem Überschuss von 7,5 Milliarden Kronen ab, großen Anteil daran hatten der Handel mit Maschinen und Transportmitteln (3,0 Mrd. CZK) sowie Halbfabrikate und Materialien (1,0 Mrd. CZK). Verschlechtert hat sich hingegen vor allem die Bilanz mit Mineralbrennstoffen um 1,7 Mrd. CZK.


Der Exportwert war im September 2006 der zweithöchste in der Geschichte der Tschechischen Republik, der Importwert dagegen nur der vierthöchste. Durch den Einfluss der Erstarkung der Krone gegenüber Euro und Dollar stieg der Außenhandel schneller in der Umrechnung auf Euro (Export um 13,0 % und Import um 11,9 %) wie auch auf Dollar (Export um 17,2 % und Import um 16,1 %).

Die Handelsbilanz ist unterjährig um 2,2 Mrd. CZK höher.

Detailliertere Informationen über den Außenhandel der Tschechischen Republik finden Sie auf den folgenden Internetseiten:

Außenministerium - Statistik, Charakteristiken bilateraler Wirtschaftsbeziehungen
Export.cz - kaufmännisch-wirtschaftliche Informationen über die Territorien der Welt, konkrete Angebote und Nachfragen
Ministerium für Industrie und Handel- Bewertung der Außenhandelsentwicklung
Tschechisches Statistisches Amt- Wirtschaftsstatistiken der Tschechischen Republik
 

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Datum: 05.01.2010
 
 
 

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