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Historisches, Highlights und Organisationen

 
photo:  (sxc.hu)
 

Sport war immer ein Lebensbestandteil in der Tschechischen Republik und seine Tradition ist langjährig und ist von vielen Erfolgen ausgeschmückt. Tschechen sind nicht nur ausgezeichnete Sportler, sonder auch Neuerer. Zum Beispiel František Janda-Suk gewann im Jahre 1900 auf der Olympiade in Paris in der Kathegorie - Discuswerfen mit der Revolutionsmethode – Werfen mit einer Drehung, die nach ihm nächste Generationen übernahmen.

 

Der Sport hat in den böhmischen Ländern eine sehr lange Tradition, deren Anfänge in das 14. Jahrhundert, in die Regierungszeit der Luxemburger zurückreichen. Damals begannen verschiedenste Rittertourniere sich zunehmender Beliebtheit zu erfreuen, die als Vorläufer der sportlichen Betätigung ansehen können.

Seit dem 16. Jahrhundert kamen das Schlittenfahren und Schlittschuhlaufen hinzu. Schlittschuhe kannte man aber wahrscheinlich bereits im 13. Jahrhundert. Neben von solchen Schlittschuhen, deren Kufen aus einem Holzkeil mit eingelassenem Messer bestanden, lief man sogar auf geschliffenen Knochen Schlittschuh.

 Zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert kamen die ersten Hallensportarten auf, bzw. die in den sog. Ballhäusern betriebenen Sportarten. In der Tschechischen Republik ist  bis zum heutigen Tage ein Ballhaus auf der Prager Burg erhalten geblieben. In solchen Ballhäusern spielten die Adligen so etwas wie Tennis und andere Ballsportarten und widmeten sich zum Beispiel auch dem Bogenschießen. Allmählich wurde auch das Kegeln zu einem beliebten Spiel. Im 17. Jahrhundert entstand der königliche böhmische Fechtsaal der Landeszunft, wo das Sportfechten seinen Anfang nahm.

Sokol

Der Sport im heutigen Sinne sowie seine organisierten Formen kam in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf. Damals wurde auch der Prager Sportverein „Sokol“ (16.2.1862) gegründet, dessen Hauptinitiatoren Miroslav Tyrš und Jindřich Fügner waren. Nach dem Muster des Prager „Sokol“ entstanden in den übrigen Teilen der Böhmischen Länder ebenfalls solche Einrichtungen, und sogar einige Landsleute im Ausland gründeten Sokol-Vereine. Es entstanden nach und nach regionale Verbände, autonome Organisationseinheiten, aus deren Vereinigung im Jahre 1904 der Verband „Česká obec sokolská“ entstanden ist. Der Sokol gehört übrigens weltweit zu den ältesten Organisationen dieser Art.

Nach dem Muster des Sokol von Tyrš und Fügner entstand 1908 auch die katholische Sporteinheit „Orel“.

Der Sokol war jedoch nicht nur ein Sportverein, sondern eine Organisation, die das patriotische und demokratische Denken prägte. Daher wurden die Aktivitäten des Vereins im Ersten Weltkrieg (im Jahre 1915), besonders aber während der Zeit der nationalsozialistischen Okkupation, unterbunden. Damals wurde auch der „Orel“ verboten. Nach 1948 wurden beide Vereine der „Vereinten Körperkultur“ einverleibt. Das Jahr 1948 war das Jahr, in dem die Sportveranstaltung „Sokolský slet“, die von landesweiter Bedeutung war, zum 14. und vorerst auch letzten Mal organisiert wurde. Diese großangelegte Sportveranstaltung wurde später durch  die sog. „Spartakiaden “ ersetzt. Spartakiaden fanden zwar auch schon früher statt, das erste Mal im Jahr 1921, seit 1948 waren sie jedoch die einzige Massensportveranstaltung.

Die Wiederaufnahme der Vereinstätigkeit innerhalb des Sokol konnte erst 1990 verwirklicht werden.

Heute fördert Sokol sportliche Leistungen in 57 Sportarten, die im Verein „Česká obec sokolská“ zusammengeschlossen sind. Die zahlenmäßig größte Abteilung des genannten Vereins stellt die Abteilung „Vielseitigkeit“ dar, die unterschiedlichste Sportarten anbietet, darunter auch Erholungssportarten für die gesamte Bevölkerung, auch für Behinderte. Die Sokol-Vereine trugen außerdem wesentlich zur Verbreitung des Terry-Fox-Laufes in der Tschechischen Republik bei. Bei den Teilnehmerzahlen des Terry-Fox-Laufes nimmt Tschechien neben Kanada weltweit einen vorderen Platz ein. Heute umfasst der Verein „Česká obec sokolská“ (ČOS) fast 1100 Gruppen und 190 000 Mitglieder. Ein großes Sokol-Treffen fand im Juli 2006 statt.

Tschechien bzw. die Tschechoslowakei und die Olympischen Spiele – die interessantesten Momente

Den überhaupt ersten großen olympischen Erfolg erzielte im Jahre 1900 František Janda-Suk bei den Olympischen Spielen in Paris im Diskuswerfen , wo er mit einer Leistung von 35,25 m den zweiten Platz hinter dem Ungarn Rudolf Bauer erzielte.  Er war somit der erste Tscheche, der eine olympische Medaille gewann. Nicht nur dank seiner Leistung machte Janda-Suk von sich reden, sondern vor allem durch seinen Stil: der Wurf mit Drehung, der schon bald Nachahmer fand und unter den Diskuswerfern letztlich zum Usus wurde.

 Um die erste Medaille für die im Jahre 1918 gegründete Tschechoslowakei kämpften tschechoslowakische Sportler auf den Olympischen Spielen 1920, die in Antwerpen ausgetragen wurden. Die Vorhut bildeten die Eishockeyspieler, die erstmals an einem olympischen Turnier im Eishockey teilnahmen. Im Turnier belegten sie den 3. Platz und somit waren sie die ersten Gewinner einer olympischen Medaille in der unabhängigen Tschechoslowakei.

Um die erste olympische Goldmedaille für die Tschechoslowakei machte sich in Paris vier Jahre später Bedřich Šupčík im Seilklettern verdient. Seine Zeit von 7,2 Sek. für das acht Meter lange Seil ohne Anschlag wurde damals als Weltrekord betrachtet. Durch Šupčíks Verdienst erklang im Rahmen der Olympischen Spiele erstmals die tschechoslowakische Hymne und am höchsten Mast wurde die rotblauweiße Flagge gehisst.

Bei den Olympischen Spielen in Berlin (1936) wurde das Kanufahren als olympische Disziplin aufgenommen. Von den dreizehn tschechoslowakischen Wassersportlern, die nach Berlin gereist waren, erreichten elf die Plätze 1-6. Im Kanurennen (Doppel) auf 1000 m gewannen Jan Brzák-Felix und Václav Syrovátka die Goldmedaille, auf der Zehnkilometerstrecke eiferten ihnen Zdeněk Škrdlant und Václav Mottl nach und erkämpften die zweite Kanu-Goldmedaille für die Tschechoslowakei. Die Medaillensammlung erweiterte Bohuslav Karlík um Silber im Einzelkanu auf der Dreikilometerstrecke. Die Kajakfahrer fügten noch einen vierten, zwei fünfte und einen sechsten Platz hinzu. Die Wassersportler bildeten den erfolgreichsten Teil des tschechoslowakischen Olympia-Teams, das insgesamt drei Gold- und fünf Silbermedaillen aus Berlin mitnahm.

Die ersten Olympischen Spiele nach dem Zweiten Weltkrieg fanden 1948 in London statt. Die tschechoslowakischen Repräsentanten konnten sechs Gold-, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen holen. Erstmals gewann einer der berühmtesten tschechoslowakischen Athleten, der Marathonläufer Emil Zátopek , eine Goldmedaille.

 Er gewann bei den nächsten Olympischen Spielen in Helsinki drei Goldmedaillen in den schwersten athletischen Disziplinen, dem 5000-Meter-Lauf, dem 10 000-Meter-Lauf und dem Marathonlauf. Seine Frau Dana Zátopková gewann Gold im Speerwurf. Die tschechoslowakischen Repräsentanten gewannen in Helsinki sieben Goldmedaillen, drei Silbermedaillen und drei Bronzemedaillen.

Die Olympischen Spiele 1964 in Tokio übertrafen den Medaillenspiegel aller vorherigen Spiele. Das tschechoslowakische Team erzielte den bis dato größten Erfolg. Ebenso wie in Helsinki nahm es in der Gesamtauswertung den 10. Platz ein, diesmal jedoch mit einer viel größeren Konkurrenz und einer größeren Anzahl an Medaillen: 5 Gold-, 6 Silber-, 3 Bronzemedaillen.

Zum letzten Mal kämpften die Tschechen und Slowaken gemeinsam unter einer Flagge bei den Olympischen Spielen in Barcelona im Jahre 1992. Die Tschechoslowakische Föderative Republik gewann in Spanien sieben Medaillen: vier Goldmedaillen, drei Silber- und eine Bronzemedaille.

Tschechische Olympiaausschuss

Am 18. Mai 1899 wurde auf Initiative von PhDr. Jiří Guth-Jarkovský, Mitglied des internationalen Olympiaausschusses, und des bekannten tschechischen Sportfunktionärs Josef Rössler-Ořovský der Tschechische Olympiaausschuss (ČOV) gegründet.

Der Ausschuss sollte die Funktion einer Auswahlinstanz haben und somit die Teilnahme Tschechiens an den II. Olympischen Spielen im Jahre 1900 in Paris gewährleisten. Am 7. März 1900 wurde er in ein ständiges Organ des tschechischen Sportes umgewandelt und gehört folglich zu den ältesten nationalen Olympiaausschüssen von beständigem Charakter (ein Großteil der nationalen Olympiaausschüsse entstand und arbeitete nur kurz vor der Durchführung der Olympischen Spiele). Am 18. Juni 1919 wurde er wiederum in den Tschechoslowakischen Olympiaausschluss umgewandelt. In den Jahren des Protektorats Böhmen und Mähren nannte er sich wieder Tschechischer Olympiaausschuss. Im Juni 1939 wurde auf der Sitzung des Internationalen Olympiaausschusses in London seine Selbständigkeit bestätigt.

Nach dem Tod von PhDr. Jiří St. Guth-Jarkovský im Januar 1943 bereiteten die deutschen Protektoratsbehörden einen Übergriff auf den Tschechischen Olympiaausschuss vor. Um dies (und die Beschlagnahmung des Vermögens) zu verhindern, trennten sich die Funktionäre des Tschechischen Olympiaausschusses auf der Hauptversammlung am 29. April 1943 sozusagen „freiwillig“ und übergaben der tschechischen Sportorganisation „Český všesportovní výbor“ das gesamte Vermögen.

Im Mai 1945 nahm der Tschechische Olympiaausschuss seine Tätigkeit wieder auf und nahm das von der Sportorganisation „Český všesportovní výbor“ bis dahin verwahrte Vermögen zurück. Als Verband arbeitete dieser Ausschuss bis Dezember 1951. Dann wurde er als Gewerkschaft der sog. „Jednotná tělovýchovná organizace“ unterstellt. Für das Ausland existierte er weiterhin nur pro forma. Nach der Entstehung des staatlichen Ausschusses für Körperkultur und Sport (gemäß einem Gesetz vom Dezember 1952) wurde er wiederum diesem zugeordnet.

Im März 1957 wurde eine neue Sportorganisation gegründet: der tschechoslowakische Sportverband . Der Tschechoslowakische Olympiaausschuss (ČSOV) wurde zwar wiederum zu einer Unterabteilung eines übergeordneten Verbandes, nahm aber  seine Tätigkeit wieder auf. Der Ausschuss begann nun tatsächlich mit der Arbeit und widmete sich der Vorbereitung für die Kandidatur Prags als Austragungsort der XX. Olympischen Spiele im Jahre 1980. Die Zeit der so genannten Normalisierung schränkte die Arbeit des Ausschusses erneut ein. Er sah sich gezwungen, die  Kandidatur zurückzuziehen und die XX. Olympischen Spiele wurden letztlich in Moskau ausgetragen.

Mitte der 70er Jahre wurde der Tschechoslowakische Olympiaausschuss wieder aktiv, als der tschechoslowakische Klub der Olympioniken (ab 1975) und der tschechoslowakische Klub Fair play (ab 1977) ihre Arbeit im Rahmen des ČSOV aufnahmen. Im Jahre 1987 wurde im Beisein des Vorsitzenden des Internationalen Olympiaausschusses, Juan Antonio Samaranch, die Tschechoslowakische Olympische Akademie gegründet.

Während der samtenen Revolution im November 1989 erhielt  der Tschechoslowakische Olympiaausschuss die  Unabhängigkeit und im April 1990 wurde eine neue Satzung verabschiedet und ein neuer Ausschuss mit Věra Čáslavská, der siebenfachen Olympiasiegerin im Turnen, an der Spitze gewählt.

Im Zusammenhang mit den Vorbereitungen auf die Teilung der Tschechoslowakei in zwei autonome Staaten, die Tschechische Republik und die Slowakische Republik, kamen am 21. Dezember 1992 die tschechischen Mitglieder des ČSOV zusammen und nahmen die Aktivitäten des Tschechischen Olympiaausschusses auf (als am 19. Dezember 1992 bereits der Slowakische Olympiaausschuss entstanden war).

In der Hauptstadt der Tschechischen Republik, in Prag, fand im Dezember 2003 die 115. Sitzung des internationalen Olympiaausschusses statt. Hier wurde Vancouver als Ausrichter der Olympischen Winterspiele 2010 gewählt.

 
 
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Datum: 01.01.2010
 
 
 

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