Der Film „Lidice“ interessiert nicht nur Tschechen auf der ganzen Welt
photo: (filmlidice.cz)
Am 31. Mai 2011 hatte der lange erwartete Film „Lidice“ in den tschechischen Kinos Premiere. Die Filmemacher beeindruckten mit diesem Werk nicht nur die Kritiker, sondern auch die Zuschauer, sodass jetzt auch im Ausland lebende Tschechen und Ausländer, denen das Schicksal des Ortes Lidice (Liditz) bekannt ist, großes Interesse an diesem Film zeigen.
„Der Film ´Lidice´ ist kein historischer Dokumentarfilm. Der Film ´Lidice´ ist auch kein Kriegsfilm. Der Film ´Lidice´ erzählt die persönlichen Dramen der einfachen Dorfbewohner eines kleinen Dorfes in Mittelböhmen.“, sagt der Regisseur Petr Nikoleav über den Film.
Lidice (karte) ist ein kleiner Ort mit nicht einmal 500 Einwohnern. Er liegt in der Region Mittelböhmen, 20 km nordwestlich von Prag. Am 10. Juni 1942, während des Zweiten Weltkriegs, wurde der Ort von den Nationalsozialisten X4 dem Erdboden gleich gemacht X4. Dies war Teil der Racheaktionen nach dem erfolgreichen Attentat tschechischer Fallschirmjäger auf den stellvertretenden Reichsprotektor
Reinhard Heydrich.
Das Drehbuch zum Film schrieb der bekannte Autor Zdeněk Mahler, Petr Nikolaev führte Regie. Laut tschechischer Kritiker arbeitet der Film das Trauma „Lidice“ mit Demut auf, aber auch mit dem Mut, nicht die Tragödie einer Nation, sondern das Schicksal einzelner Personen zu erzählen.
Die Lebensgeschichten der Bewohner von Lidice werden anhand zwischenmenschlicher Beziehungen gezeigt, insbesondere der Liebe, die gleich zu Beginn eine wesentliche Rolle spielt. Der Film zeigt viele Emotionen, die in einer Tragödie münden – der Zerstörung eines kleinen böhmischen Dorfes. Zum Auslöser des Massakers in Lidice wurde ein Liebesbrief.
Auslandtschechen in den USA meldeten bereits Interesse am Film „Lidice“ an. Er soll dort von der Tschechischen Botschaft in Washington gezeigt werden. Auch vom Tschechischen Zentrum in Israel wurde Interesse bekundet. Außerdem bereitet das Verteidigungsministerium der Tschechischen Republik die Vorführung des Films für die in Afghanistan stationierten tschechischen Einheiten vor.