¨Schon ein kurzer Blick in die Filmgeschichte zeigt, dass die tschechischen Produzenten von Beginn an die Kinderherzen eroberten. Jiří Trnka zum Beispiel, der von den Kritikern als „Walt Disney des Ostens“ bezeichnet wurde und dessen Puppentrickfilme bei vielen internationalen Filmfestspielen ausgezeichnet wurden.
Unvergesslich sind auch die großartigen Trickfilme von Karel Zeman. Zu seinen bekanntesten Werken zählt der Film „Reise in die Uhrzeit“ aus dem Jahr 1955, der im selben Jahr bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig als bester Kinderfilm ausgezeichnet wurde. Zemans nächster Film – „Die Erfindung des Verderbens“ – nach dem gleichnamigen Roman von Jules Verne, ist sogar der erfolgreichste Film der tschechischen Filmgeschichte überhaupt. Gleich nach seiner Kinopremiere wurde er von 72 Ländern gekauft und in New York in 96 Kinos gleichzeitig gespielt! Außerdem erhielt er den „Grand Prix“, den Hauptpreis des Filmfestivals der EXPO 58 in Brüssel.
Eines der Phänomene der tschechischen Kinematografie sind Märchenserien. Kinder und Erwachsene in vielen Ländern kennen bestimmt die Märchenbraut Arabella, entstanden in Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur Václav Vorlícek und dem Drehbuchautor Miloš Macourek, oder die Kult-SciFi-Serie X4 „Die Besucher“ (bzw. „Expedition: Adam 84“) X4 vom Regisseur Jindřich Polák, eine Koproduktion mit dem Deutschen Rundfunk.
Jindřich Polák führte auch bei anderen erfolgreichen Kinderfilmen Regie. Zur Legende wurde der elegante Herr im schwarzen Anzug mit der weißen Nelke im Knopfloch, dem schwarzen Regenschirm und der Zauber-Melone, allen bekannt unter dem Namen Pan Tau. Der Pilotfilm der ersten Serie wurde 1966 gedreht und war stumm. Später kamen zwei weitere Staffeln und fünf Spielfilme dazu. Ebenso beliebt sind die Erlebnisse der kleinen Luzie und der Knetfiguren Friedrich und Friedrich aus der Serie und dem Film „Luzie, der Schrecken der Straße“ und der Fortsetzung „… und wieder die Luzie!”0.
Unvergesslich ist der Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ aus dem Jahr 1973, der sich bis heute in Russland, Frankreich, Norwegen, Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern großer Beliebtheit erfreut. Auch dieser Film entstand in deutscher Koproduktion, die Musik schrieb Karel Svoboda und das Titellied „Wo, kleiner Vogel, ist dein Nest.“ wurde von
Karel Gott gesungen. Weitere erwähnenswerte Filme sind zum Beispiel „Die Prinzessin und der fliegende Schuster“, „Die Mühlenprinzessin“ oder „Teuflisches Glück“, alle drei vom Regisseur Zdeněk Troška.
Eine Übersicht der berühmtesten tschechischen Märchenfilme finden Sie hier.