Sport wurde eine der wenigen Chancen, ins Ausland zu reisen. Einige Sportler nutzten diese Mögliichkeit und kehrten nicht mehr in die Heimat zurük, denn sie hatten das Gefühl, im Ausland freiere Bedingungen für die weitere Karriere vorzufinden.
Tennis
Zum Beispiel die Tennisspielerin Martina Navrátilová wurde lange Zeit für die bekannteste Tschechin in der Welt geschätzt. Nachdem sie emigriert hatte, waren ihre Erfolge in der damaligen Tschechoslowakei absichtlich verschwiegen. Zwanzig Wimbledontiteln machten sie aber ein für allemal zur Sportlegende. Dazu schaffte sie als erst die dritte Frau den Grand Slam zu gewinnen. Navrátilová blieb ihrer Heimat trotz der Emigration stets verbunden. Řevnice, eine kleine Stadt nicht weit von Prag, wo sie ihre Kindheit verbrachte, ernannte sie zur Ehrenbürgerin. IM Jahre 2006 beendete Navátioplová definitiv ihre aktive Tenniskarriere, in der sie insgesamt 59 Grandslam-Titel gewann.
Eine Ikone des Männertennis ist der Tschechoamerikaner Ivan Lendl . Auch er, um die Sportspitze erreichen zu können, musste emigrieren. Sechzehn Jahre alt sollte er kundgeben, dass er eine Eins sein werde. Er hat es geschafft. Landsmann von Ostrava, der das amerikanische Staatsbürgerschaft erst, im Jahre 1992, gewonnen hat, hält die zweite Stelle in der Wochenanzahl, die je ein Tennisspieler in der Position der Welteins verbrachte: ununterbrochen (in den Jahren 1985 – 88 waren das 157 Wochen, Jimmy Connors erhielt sich an der Spitze drei Wochen länger) und auch insgesamt (270 Wochen, es führt Pete Sampras mit 286 Wochen). Der dreifache Gewinner von French Open, US Open und der doppelte Champion von Australian Open gehört auch nach dem Schluss seiner Karriere zu den reichsten Sportlern der Welt und mit Erfolg widmet sich er dem Golf.
Hockey
Der nächste in der Reihe von den erfolgreichen Landsleuten mit dem tschechischen Paß ist der Eishockeyspieler Robert Holík - der Sohn des berühmten Hockeyrebells Jaroslav. In NHL gehört er zu den renommiertesten Mittelstürmern. Nach zwei Saisons in Hartford und zehn Jahren in New Jersey fasste er Fuß im Klub New York Rangers, momentan spielt er für Atlanta. „Bobby“ heiratete eine Amerikanerin und nahm das amerikanische Staatsbürgerschaft an, trotzdem representierte er die Tschechische Republik im Hockeyweltcup im Jahre 1996.
Die tschechischen Hockeyspieler zählen überhaupt zum geschätzten Artikel. Sie setzen sich traditionell in allen europäischen Ligen durch. Seit dem Jahr 2002 kommt es zu einem Spielerexodus in die russische Superliga. Für lukrative Verträge wecheln auch erfahrene Nationalspieler nach Russland, wo auch tschechische Trainer sehr gefragt sind. In der Superliga trainierten bereits Vladimír Vůjtek, Ivan Hlinka, Radim Rulík oder Marek Sýkora .
Das primäre Ziel der Hockeyspieler blieb trotzdem die NHL. In der Saison 2005/2006 zogen die Dresse der amerikanischen und kanadischen Teams 62 Tschechen an. Weitere warten auf den US-Framen auf ihre Chance. Auf dem berühmten Stanley Cup sind schon fast zwanzig tschechische Namen eingraviert. Unter die bekanntesten gehört der dreifache Trophäengewinner Jaroslav Pouzar, der in Ednton in einem Sturm an der Seite von Wayne Gretzky spielte, Jiří Hrdina (einmal hat er im Dress von Calgary Flames gewonnen, zweimal mit Pittsburgh) und die doppelten Champions Jaromír Jágr, Robert Holík und Patrik Eliáš, als letzte kamen im Jahr 2006 Frantšek Kaberle und Josef Vašiček hinzu.
Mit dem Stanley Cup kann sich auch der Torwart rühmen, der wegen der Chance, den Lebenserfolg zu gewinnen, vor der Saison 2001/2002 in den mit erfahrenen Veteranen geladenen Detroit-Klub umgestiegen ist. Der populäre Hašek - sein Spitzname: der „Dominator“ - war bei der Olymiade in Nagano einer der Garanten für den Goldmedaillengewinn des tschechischen Teams. Zweimal wurde er zum besten Spieler der NHL und sechs Mal zum besten Torwart dieser Liga ausgezeichnet.
Die statistischen Ranglisten hat auch umgeschrieben. Der Stürmer von New York Rangers, der zum ersten Mal noch als ein langhaariger Tennager die Welt betörte, wenn er anfangs neunziger Jahren in Pittsburgh neben Mario Lemieux antritt, ist mit acht Millionen Dollar pro Saison der bestbezahlte Spieler auf der Welt. Der tschechische Stürmer gewann im März 2006 1400 Punkte und wurde zum erfolgreichsten Spieler der NHL von Europa. Gesamt gehört ihm die 17. Stelle. In der Zeit der Saisonsausschliessung spielte er in Tschechien für seine Geburtsstadt Kladno und startete damit die „Jágrmanie“ - Begegnungen, in den Jágr mitwirkte, waren ausverkauft, sein Name erschien pausenlos in den Medien. Den Rest der Saison verbrachte er in der russischen Superliga, und sein Engagement in Omsk hat es nur bestätigt, dass er zu den Hockeyspielern gehört, die praktisch überall aufleuchten können. Zur Zeit spielt er in New York Rangers.
Die Aufmerksamkeit haben wesentlich auch der Verteidiger Roman Hamrlík und der Stürmer Patrik Štefan gezogen. Im Jahre 1992, beziehungsweise 1999 wurden sie die Drafteinser.
Fußball
Die Tschechische Republik überraschte die Fußballwelt mit ihrem Erfolg bei der Euro 96 in England. Die Silbermedaille wurde für viele Spieler zur Eintrittskarte in einen renommierten westeuropäischen Club. Der dritte Platz bei der Euopameisterchaft in Portugal im Jahr 2004 ließ den Kredit der tschechischen Fußballer noch einmal ansteigen.
Eine begünstigte Stellung nimmt ein, der France-Football-Magazinpreisträger, Gewinner vom Goldenen Ball, der für den besten Fußballspieler Europas für das Jahr 2003 bestimmt ist. Nedvěd, mit dem Spitznamen „Grande Paolo“, ging in die italienische A-Serie von Sparta Prag und auf dem Apenninischen Halbinsel wechselte er die Dresse von Lazio Rom und Juventus Torino. Nedvěd prahlt sich auch mit der zweiten Stelle von Euro 1996 und mit den Preisen Tschechischer Fußballspieler des Jahres, der beste Ausländer von der A-Serie und auch der beste Mittelfeldspieler der Championleague. Der Kapitän der nationalen Mannschaft wurde dazu Sportler des Jahres 2003 in der Tschechischen Republik, was ihm als dem ersten Fußballspieler in der Historie dieser Ankette gelungen ist. Er hielt Juventus die Treue, obwohl der Verein wegen einer Bestechungsaffäre in die zweite Liga absteigen musste. Im Vorbereitungsspiel gegen Serbien verabschiedete er sich jedoch von der Nationalmannschaft.
Die ähnliche Persönlichkeit stellt auch Karel Poborský als Rekordnationalspieler dar. Der geschickte Mittelfeldspieler ging durch die Teams von Manchester United, Benfica Lisabon und Lazio Rom, um in die Tschechischen Republik zurückzukehren und sich das Sparta-Kapitänband anzuziehen. In der laufenden Saison spielt er für České Budějovice.
ist wiederum für den Kandidaten auf den Titel „Welttormann Nummer Eins“ gehalten und auf Verlangen von Roman Abramovič, den russischen Inhaber des englischen Klubs Chelsea ist er in die englische Premier League umgestiegen.
In Deutschland gehörten sie zu den größten Bundsligastars: Jan Koller und Tomáš Rosický, beide einstmals im Dress von Borussia Dortmund. Ab der Saison 2006-2007 trennten sich ihre sportlichen Wege jedoch, Rosický ging nach England zu Arsenal London und Koller wechselte zum AS Monaco. Viele weitere Tschechen, die in den europäischen Großklubs wirken, treten regelmäßig in den Hauptelfen in den Liga-Wettbewerben und auch in den Eurocups an.
Basketball
Außer NHL setzten sich die Tschechen auch in dem nächsten überseeischen Profi-Wettbewerb durch. Es geht um die Balsketballliga NBA, in der nach Jiří Zídek sein Nachfolger Jiří Welsch die Stafette übernommen hat. Seine Qualitäten merkten bald die amerikanischen Scouts, und so hat ihn im Jahre 2002 Philadelphia 76ers als die Draftsechzehn gewählt, die ihn aber unmittelbar darauf nach Golden State getauscht hat. In diesem Team wurde Welsch in der Saison 2002/2003 der zweite Tscheche, der die NBA gekostet hat. Nach dem Saisonsabschluss wurde er nach Dallas getauscht, aber kurz vor dem Beginn der neuen Saison wurde er im weiteren Trade nach Boston geschickt. In der Saison 2005/2006 spielt er im Team Milwaukee Bucks. Im Jahre 2006 kehrte Welsch nach Europa zurück. Er spielt nun für den spanischen Club Unicája Malaga.
Golf
Tschechischer Abstammung ist auch deutscher Profigolfspieler Alex Čejka, der mit seinen Eltern nach Westen weggenangen ist, als er fünf Jahre alt war. Jetzt lebt er in Florida, nimmt regelmäßig an den PGA-Tour Turniers teil und gehört zu den besten dreihundrt Golfern der Welt.
Volleyball
Auf dem Apenninischen Halbinsel setzte sich auch der tschechische Volleyball bedeutend durch. Die italienische A-Serie ist dank der großen Ausländeranzahl für das beste Volleyballwettbewerb auf der Welt gehalten und Martin Lébl , der in Perugia spielt, gehört zu den meistgeschätzten Spielern der italienischen Liga. Ein weiterer Tscheche in dieser renommierten Liga ist Marek Novotný, der nach sechs Jahren vom französishen Cannes zum italienischen Sisley Treviso wechselte.
Die einheimischen Ligawettbewerbe
Attraktiv sind aber auch einige einheimische Wettbewerbe. Die Amerikaner, die keine Chance haben, in die NBA hineinzublicken, lockt vor allem die Mattoni NBL . Zu nennen wären vor allem Maurice Whitfield , der sogar die tschechische Staatsbürgerschaft annahm und nun für Tschechien spielt. Weitere Spieler sind Craig Callahan , Fred Warrick oder James Chavis . Die Frauenliga bereicherte in der Saison 2006-2007 die Amerikanerin Sophia Young von San Antonio und Deanna Nolan, die im September Detroit zum Sieg in der amerikanischen WNBA verhalf.
Auch in der Fußballiga treten viele Ausländer an. Der Argentiner Lazzaro Liuni in Liberec und nach ihm der Brazilianer, Stürmer Evandro Adauto da Silva , der Spieler in Slavia Prag, sowie der für Sparta Prag spielende Schweizer Nationalspieler Mauro Lustrinelli gehören zu den bedeutendsten. In allen Wettbewerben sind aber immer sehbare Überreste der Föderation, so dass in der Tschechischen Republik eine ganze Reihe von Slowaken wirkt.
Die Trainer
Eine selbstständige Kapitel bilden dann die Trainer. Eine der größten Sensationen im tschechischen Sport war das Engagement von dem erachteten Coach Julius Velasko zu der Volleyballrepräsentation im Jahre 2002. Nach der misglückten Weltmeisterschaft in Argentina entsched sich aber Velasko, nicht fortzusetzen.
Viel erfolgreicher war Sergej Kruťjakov. Der russische Rudertrainer, der freiwillig aus der Heimat weggegangen ist, weil sein Sohn die Pflege einer Klinik in Deutschland brauchte, gelang auf der Arbeitssuche zu dem Kanal in Račice, wo er die Stelle des Hilfsarbeiters bekam. Später kam er zu der tschechischen Repräsentation und auf den Olympischen Spielen in Athen hat er mit seinem Schiff die silberne Medaille gewonen. Ein ähnliches Wunder, das eine tschechische traditionelle Disziplin auf den Gipfel zurückführte, versuchte erfolgsreich der neue Schispringertrainer, der Slowene Vasja Bajc, dessen Anvertraute Jakub Janda in der Saison 2005/2006 der Weltpokal gewann. Nach Unstimmigkeite mit der Verbandsleitung beendete Bajc sein Engagement in der Nationalmannschaft jedoch. Seine Nachfolge trat der Österreicher Richard Schallert an.