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Hexenverbrennen in der Walpurgisnacht

 
photo:  (wikimedia.org)
 

Ob sie nun Hexennacht, Hohe Maien, Walpurgisnacht oder Beltane genannt wird – all dies sind Namen für die letzte Aprilnacht, die in der Tschechischen Republik traditionell mit dem Verbrennen von Hexen in Verbindung gebracht wird. Dieser alte Brauch wird nicht nur bei uns gepflegt, sondern auch in vielen anderen Ländern Europas.

 
Das Hexenverbrennen ist ursprünglich ein heidnisches Ritual, über dessen Entstehung es eine Menge unterschiedlicher Legenden gibt. Den Ethnologen zufolge handelt es sich dabei um ein vorchristliches Hirten-Ritual, bei welchem der Beginn des neuen Halbjahres gefeiert wurde. Der 1. Mai wurde nämlich als erster Tag der warmen Jahreszeit angesehen. Große Feuer sollten alles Schlechte, das sich während der dunklen Winterzeit angesammelt hatte, vertreiben und die Wiederkehr der Sonne symbolisieren. Erst später entwickelte sich daraus der Brauch des Hexenverbrennens.

Das Hexenverbrennen gehört zu den beliebtesten tschechischen Volksbräuchen. Die bösen Mächte sollten der Legende nach in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai eine größere Kraft haben als in jeder anderen Nacht und so mussten die Menschen in dieser Nacht nicht nur sich selbst, sondern auch ihren Haushalt und ihr Vieh schützen. Man glaubte, dass in dieser Nacht die Hexen zu ihrem Hexensabbat unterwegs waren, daher wurden auf den Hügeln Feuer angezündet und brennende Besen in die Luft geworfen, welche die Hexen fernhalten und ihre Macht mindern sollten.

Heute findet Hexenverbrennung nur noch zum Vergnügen der Menschen statt. Überall im Land brennen Feuer, in welchen Hexenpuppen aus Stroh und alten Kleidern verbrannt werden. An den Feuern werden anschließend Speckwürste gebraten, man tanzt, spielt und singt. Kaum jemand verbindet dieses Fest noch mit dem ursprünglichen magischen Ritual.
 
 
Autor: Petra Hubálková
 
Datum: 26.04.2011
 
 
 

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