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St.-Martins-Brauch

 
photo:  (czechtourism)
 

Goldgebackene Gans und St.-Martins-Wein – beides darf keinesfalls am 11. November, dem St. Martinstag, fehlen, wenn laut einer Bauernregel der Heilige Martin auf seinem Pferd den ersten Schnee bringt.

 
Der Heilige Martin wurde im Jahr 316 n. Chr. als Martin von Tours geboren. Sein Vater, ein heidnisch-römischer Tribun in der Provinz Pannonien, im Gebiet des heutigen Ungarn, nötigte Martin bereits mit 15 Jahren der römischen Armee beizutreten. Der Legende nach traf Martin eines Nachts auf der Straße einen halbnackten Bettler, der ihn um ein Almosen bat. Da Martin kein Geld hatte, den Bettler aber trotzdem nicht ungeschützt der Kälte überlassen wollte, zerriss er seinen Mantel in zwei Hälften und gab dem Mann eine davon. In der darauffolgenden Nacht erschien ihm Jesus in ebendiesem Mantel. Wahrscheinlich aufgrund dieses Erlebnisses ließ sich Martin im Jahr 339 zu Ostern taufen und beschloss, sein Leben Gott zu weihen. Bis zu seiner Entlassung aus der Armee musste er weitere 15 Jahre warten, bis er den Grad eines Offiziers erreichte. Im Jahr 372 wurde Martin zum Bischof von Tours geweiht. Trotzdem lebte er weiter als Mönch in einer Hütte in der Nähe des Loire-Ufers. Später entstand an dieser Stelle die Abtei von Marmoutier / Maursmünster. Der Heilige Martin starb im Jahre 397 im Alter von 81 Jahren in Candes bei Tours. Martin gilt als Patron der Soldaten, Pferde, Reiter, Gänse und Winzer. Dargestellt wird er häufig auf einem Pferd mit einer Mantelhälfte und dem Bettler.

Schon lange gehört der Namenstag des Heiligen Martins zu einem der beliebtesten im Jahr. Dieser Tag wird nicht nur mit dem ersten Schnee in Verbindung gebracht, sondern auch mit dem Martinsfest, einer Kirchweihe mit allem, was dazugehört. An diesem Tag endeten die Anstellungen der Bediensteten, sie bekamen ihr Geld und machten sich daran, sich für das nächste Jahr eine Arbeit zu suchen. Neben der Kirchweihe wurden an vielen Orten auch Vieh- und Jahrmärkte veranstaltet. In Weingegenden feierte man an diesem Tag die ersten Flaschen des jungen Weines.

Eng mit dem Martinitag ist auch gutes Essen verbunden. Die knusprig gebackene Martinsgans wird meist mit Servietten- oder Kartoffelknödeln serviert, dazu gibt es Rotkohl. Zwei Legenden stellen die Verbindung zwischen dem Heiligen Martin und den Gänsen dar. Der ersten Legende nach, hat eine Gans den Heiligen Martin bei einer Predigt gestört und deshalb kommen die Gänse nun zur Strafe in den Ofen. Die zweite Legende erzählt, dass Martin so bescheiden war, dass er sich, um sich der Wahl zum Bischof zu entziehen, in einer Scheune versteckt hat. Das aufgeregte Geschnatter der Gänse hat ihn jedoch verraten. Auf der Martini-Tafel dürfen die mit Mohn oder Powideln gefüllten Martinskipfel nicht fehlen, und natürlich auch der bereits erwähnte rote oder weiße St.-Martins-Wein, der ausgezeichnet zu den Spezialitäten der tschechischen Küche passt.
 
 
Autor: Petra Hubálková
 
Datum: 18.10.2010
 
 
 

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