Auf den Spuren der UNESCO, Teil 6 - Žďár nad Sázavou/ Wallfahrtskirche Hl. Johannes Nepomuk
photo: (czechtourism.com)
Ein weiteres tschechisches Denkmal, das auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes erfasst ist, ist die Wallfahrtskirche Hl. Johannes Nepomuk auf dem Hügel Zelená Hora in Žďár nad Sázavou. Die Kirche wurde Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut und gilt als das einzigartigste Beispiel der sogenannten Barockgotik in Europa.
Die
Wallfahrtskirche Hl. Johannes Nepomuk wurde in den Jahren 1719 – 1722 auf einem Hügel namens X2 Zelená hora (dt. grüner Berg) X2
(karte), einem Wahrzeichen der Stadt Žďár nad Sázavou, errichtet. Die Pläne stammen vom tschechischen Architekten Jan Blažej Santini-Aichl, dem bekanntesten Vertreter der Barockgotik. Die Barockgotik oder der gotische Barock ist ein Baustil, der sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Böhmen entwickelt hat und der gotische Elemente in die dynamischen Merkmale des Barocks integriert.
Die Kirche wurde zu Ehren des mächtigen Schutzpatrons und Heiligen Johannes Nepomuk, dessen Heiligsprechung etwa in die Zeit des Kirchenbaus fällt, erbaut und vom örtlichen Zisterzienserkloster finanziert.
Überall in der Kirche findet sich die symbolische Zahl Fünf wieder, die in den Legenden über Johannes Nepomuk eine wichtige Rolle spielt. Demnach soll an dem Ort, an welchem Johannes Nepomuk ertrunken ist, eine Krone mit fünf Zacken aufgetaucht sein. Den Grundriss der Kirche bildet ein fünfzackiger Stern. Die Kirche hat fünf Zugänge und fünf Altarnischen, zweimal fünf Kapellen bilden ihre Umfassung und auf dem Hauptaltar befinden sich fünf Sterne und fünf Engel. Im Zentrum des Gebäudes, an der Decke der Kirchenkuppel, ist sich ein weiteres Symbol zu sehen, eine Zunge. Sie symbolisiert die Weigerung des Heiligen Johannes Nepomuk, das Beichtgeheimnis der Königin Sophia zu verraten, was ihm laut der Legende sein Leben gekostet hat.
Dank ihrer Einzigartigkeit wurde die Wallfahrtskirche Hl. Johannes Nepomuk 1994 in die renommierte Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.