Die Domkirche der hl. Barbara wurde um das Jahr 1380 gegründet, heute gilt sie als eines der wertvollsten Denkmäler hochgotischer bzw. spätgotischer Architektur in Böhmen.
Die Bauarbeiten wurden bis zum Jahr 1420 von der in Prag wirkenden Bauhütte Peter Parlers ausgeführt. Unter Parlers Leitung entstand bis Anfang der Hussiten Kriege der charakteristische Kathedralchor mit einem Kapellenkranz. Während der Hussitenkriege mussten die Bauarbeiten jedoch abgebrochen werden. Als sie nach Ende der langen Kriegswirren wieder aufgenommen werden konnten, standen ihnen andere Baumeister vor, unter ihnen die bekannten Architekten der spätgotischen Stilperiode, Matthias Rejsek und Benedikt Ried.Um die Mitte des 16. Jahrhunderts sah sich die immer ärmer werdende Stadt Kutná Hora gezwungen, den außerordentlich aufwendigen Kirchenbau zu beenden.
Als im Jahre 1626 die Jesuiten nach Kutná Hora kamen, übernahmen sie die Kathedrale und begannen mit ihrer Instandsetzung. Sie führten mehrere vom Barockstil inspirierte Eingriffe ins Kircheninterieur durch; das äußere Aussehen der Barbarakirche wurde dadurch verändert, dass das ursprüngliche Zeltdach von einem Satteldach abgelöst und die Kirche mit dem neuen Jesuitenkolleg durch eine Galerie verbunden wurden.
Das heutige Aussehen der Kathedrale wiederum geht auf das Wirken der bedeutendsten tschechischen Architekten der puristischen Strömung vom Ende des 19. Jahrhunderts, Ludvík Lábler und Josef Mocker, zurück. Dank ihrem Können blieben im Interieur der Domkirche außerordentlich wertvolle spätgotische bzw. im Renaissancestil gehaltene Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert erhalten.
Zisterzienkloster in Sedlec
Das älteste Zisterzienserkloster in Böhmen wurde im Jahre 1142 im nahen Sedlec gegründet.
Die Entdeckung der Silberberglager, zu der es annähernd hundertfünfzig Jahre später kam und die dem Zisterziensermönch Antonius vom Sedlecer Kloster zugeschrieben wird, brachte nicht nur Kutná Hora (Kuttenberg), das von 1276 an unweit von Sedlec im schnellen Wachsen begriffen war, Reichtum und Ruhm, sondern kam auch dem benachbarten Sedlec zugute, wo für den Bau der Klosterkirche erhebliche inanzielle Mittel erforderlich waren. Die Bauarbeiten schritten voran, und die monumentale fünfschiffige Basilika mit dem Patrozinium der Himmelfahrt Mariens stellte den ersten gotischen Bau vom Typ der französischen Kathedralen in Böhmen dar.
Doch im Jahre 1421 wurden sowohl die Kathedrale als auch das Kloster von hussitischen Truppen überrannt, die Klosterobjekte wurden bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Das heutige Aussehen des Klosters und der Kirche geht auf eine Erneuerung durch Giovanni Santini-Aichel zurück. An der Wende des 17. und 18. Jahrhunderts schuf der herausragende Prager Architekt mit italienischen Vorfahren in Sedlec ein weiteres seiner äußerst beeindruckenden Werke. Santinis origineller Stil, der als Barockgotik bezeichnet wird und der die Elemente der beiden Stilrichtungen zu einer völlig unerwarteten neuen Eiheit zu verbinden vermag, kommt nirgendwo anders in Europa vor. Dem Klosterareal von Sedlec war jedoch keine lange Blütezeit gegönnt: Im Jahre 1783 löste Kaiser Josef II. das Zisterzienserkloster Sedlec auf, die Kirche wurde entweiht und zum Mehllager umfunktioniert. Im Jahre 1812 ließ sich im Klosterareal eine Tabakfabrik nieder, seit jener Zeit ist die ehemalige Abtei unzugänglich.
Die Kathedrale der Heimsuchung Mariens ist zusammen mit der Stadt Kutná Hora seit dem Jahr 1995 in der UNESCO-Welterbeliste eingetragen.