HOMEPAGE

Touristen
 
Was unternehmen, Sehenswertes
 
Kulturtipps

 

Klöster und Wallfahrsorte in der Tschechischen Republik – Teil 3 – Sonstige Klöster im Land

 
photo: Sázavský klášter (czechtourism.com)
 

Das Landesgebiet der Tschechischen Republik, eines Landes mit langjähriger christlicher Tradition, ist geradezu mit christlichen Bauten übersät. Viele davon sind Klöster und Wallfahrtsorte. Genau diesen wollen wir uns im aktuellen Teil unserer Serie widmen.

 
In den letzten beiden Teilen haben wir die Klöster auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Prag betrachtet. Diesmal konzentrieren wir uns auf Klöster in anderen Gegenden der Tschechischen Republik.

Klöster außerhalb von Prag
Besonders bekannte Klöster außerhalb von Prag sind das Kloster Sázava (Map), das Kloster Vyšší Brod (Map), das Kloster Plasy (Map), das Kloster Kladruby (Map), das Kloster Osek (Map), das Kloster Broumov (Map) und das Kloster Olomouc .

Das Kloster Sázava liegt im Städtchen Sázava in der Nähe von Benešov. Die ursprüngliche Benediktinerabtei wurde später in ein Schloss umgebaut. Die erste schriftliche Erwähnung geht ins Jahr 1032 zurück. Gründer der Abtei war der Heilige Prokop, der die Traditionen Kyrills und Methods pflegte und verbreitete und das Kloster Sázava zu einem Zentrum der slawischen Sprache und Kultur machte. Die Liturgie wurde hier im 11. Jahrhundert in altslawischer Sprache zelebriert, aber bereits 1096 wurden die slawischen Mönche aus dem Kloster verjagt und ihre Bücher und Schriften verbrannt. 1785 wurde die Abtei im Zuge der Josephinischen Reformen aufgelöst und zu einem Landsitz mit Schlosscharakter umgebaut. 1951 gingen die Gebäude in Staatsbesitz über und 1998 erhielten sie den Status eines nationalen Kulturdenkmals.

Das Zisterzienserkloster Vyšší Brod/ Kloster Hohenfurth gehört zu den wichtigsten Kulturdenkmälern Südböhmens. Das weitläufige Klosterareal befindet sich etwa 30 km südlich von Český Krumlov. Wok von Rosenberg gründete das Kloster 1259 und es galt von Anfang an als Familiengruft des Rosenberger Geschlechts. Das Kloster überstand verschiedene sehr schwierige Phasen, wurde während der Hussitenkriege niedergebrannt und im Zweiten Weltkrieg wurden die Mönche von den Nazis vertrieben und das Kloster verlassen. Nach 1989 kehrte der Zisterzienserorden in den Stift zurück und die Gebäude werden nach und nach renoviert und wiederaufgebaut. In der Abtei ist auch das Postmuseum untergebracht.

Das Kloster Plasy ist ein Zisterzienserkloster im Ort Plasy/ Plaß, 25 km nördlich von Pilsen in Westböhmen. Es wurde 1144 vom damaligen Fürsten und späteren König Vladislav II. gegründet. Die Hussiten brannten das Kloster nieder, unter Josef II. wurde es aufgelöst. Später kaufte der Kanzler und Fürst Klemens Wenzel Lothar von Metternich die Herrschaft Plasy. Seit 1945 wird ein Großteil des ehemaligen Klosters vom Staat verwaltet. 1995 erhielt es den Status eines nationalen Kulturdenkmals und es zählt heute zu den Perlen der böhmischen Barockarchitektur.

Das Kloster Kladruby ist ein ehemaliges Benediktinerkloster in Kladruby/ Kladrau, 7 km südlich der Stadt Stříbro/ Mies in Westböhmen. Der böhmische Herzog Vladislav I. gründete das Kloster im Jahre 1115. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts gehörte es zu den reichsten Klöstern des Böhmischen Königreichs. Nach der Auflösung des Klosters im Zuge der Josephinischen Reformen 1785 dienten die Gebäude als Lager für Schießpulver, als Militärspital und während der Napoleonischen Kriege als Kaserne und Lazarett. Heute ist das ehemalige Kloster in Staatsbesitz, wird vom Nationalen Amt für Denkmalspflege verwaltet und hat den Status eines nationalen Kulturdenkmals.

Im Kloster Osek in Nordböhmen lebten noch bis vor kurzem Zisterziensermönche. Das Kloster entstand um das Jahr 1206, seine heutige Gestalt ist jedoch barock. Trotzdem ist gotisches und romanisches Mauerwerk erhalten geblieben. Das dominante Klostergebäude ist die Klosterkirche der Jungfrau Maria, deren barocke Ausgestaltung im 17. Jahrhundert von italienischen Architekten geleitet wurde. Heute ist das Kloster ein kulturelles Zentrum und ein beliebtes Ausflugsziel.

Die barocken Gebäude des Stifts Broumov wurden nach Plänen berühmter Architekten erbaut. Aufgrund seiner architektonischen Bedeutung und seines kulturellen Wertes zählt das Stift Broumov zu den nationalen Kulturdenkmälern der Tschechischen Republik. Die Wurzeln des Klosters gehen bis ins frühe 13. Jahrhundert zurück. 1999 wurde in der Klosterkirche St. Adalbert eine einzigartige Kopie des Turiner Grabtuchs aus dem Jahre 1651 entdeckt. Besonders interessant ist auch eine Besichtigung der außergewöhnlich gut erhaltenen Klosterbibliothek, deren Sammlung etwa 17 000 Werke umfasst.
 


 
Autor: Romana Kuncová
 
Datum: 06.01.2013
 
 
 

Mehr zum Thema

 
Freizeit
 
 

Opernhäuser in der Tschechischen...

In der Tschechischen Republik gibt es 10 professionelle Opernbühnen mit festem Ensemble. Im Verhältnis...

 
 
Freizeit
 
 

Wohin mit den Kindern bei schlechtem...

Sie wissen nicht, was Sie mit den Kindern unternehmen sollen, wenn es draußen kalt und regnerisch ist...

 
 
Firmen in CZ
 
 

„Thonetka“ – ein tschechischer Stuhl...

Schon seit mehr als 150 Jahren wird dieses Stuhlmodel aus gebogenem Holz hergestellt und noch immer...

 
 
Kulturtipps
 
 

Geheimnisvolle unterirdische Gefilde...

Unterirdische Gänge und Unterkellerungen, Gruben, Stollen, Tunnel, sogar von den Deutschen...

 
Favoriten

Die Geschichte der bildenden Kunst

Was geschah in der bildenden Kunst am Wendepunkt der böhmischen Geschichte…

Klima

Tschechische Republik ist ein Binnenland, das in der milden Breite der…

Große Entdeckungen der Gegenwart

In den letzten Jahrzehnten wartete die tschechische Wissenschaft mit vielen…

Tschechisch

Tschechisch gehört zur Gruppe der westslawischen Sprachen. Aus einer anderen…