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Weiße Hirsche in Tschechien – eine weltweite Rarität

 
photo:  (oborazleby.cz)
 

Weiße Hirsche – Das sind märchenhafte Wesen mit weißem Fell und betörend blauen Augen, deren Ursprung geheimnisumwittert ist. In freier Wildbahn sind diese einzigartigen Tiere praktisch ausgestorben. An wenigen Orten weltweit werden weiße Hirsche gezüchtet, unter anderen auch in der Tschechischen Republik.

 
 
Es ist nicht eindeutig belegt, woher die weißen Hirsche kommen, aber mit großer Wahrscheinlichkeit stammen sie aus Persien, wo sie allerdings inzwischen ausgestorben sind. Es handelt sich nicht um Albinos, wie man aufgrund ihres Namens annehmen könnte. Ein Albino ist ein Lebewesen, das keine Pigmente hat und dessen Augen rot scheinen. Die Herde der weißen Hirsche in der Tschechischen Republik gehört zu einer eigenen Gattung des Rotwilds, sie haben ein weißes Fell und ihre Augen sind dunkel, häufig blau.

Um das Jahr 1780 herum gelangten diese exotischen Tiere in die böhmischen Länder, in den Besitz der damals bedeutenden Adelsfamilien – Schwarzenberg, Waldstein, Czernin und Kinsky. Weil die Zucht von weißen Hirschen sehr schwierig ist, sank die Zahl der Tiere kontinuierlich. Um 1824 überließ der Graf von Kinsky einige der letzten Exemplare Matthias Graf von Thun und Hohenstein in Žehušice, der wesentlich zu ihrer Rettung beitrug. Er konnte die Zahl der Tiere in jahrelanger Zucht auf über 200 Stück erhöhen. Verschiedene Zuchtexperimente und die dauernde Kreuzung der Tiere untereinander ließen die Herde aber in der Folge wieder schrumpfen und so gab es in Žehušice nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nur noch 28 weiße Hirsche.

1973 wurde zur Rettung der weißen Hirsche eine zweite Zuchtlinie aufgebaut, die Kreuzungen innerhalb der Herde vermeiden sollte. Weil der richtige Lebensraum für das Überleben der weißen Hirsche entscheidend ist, wurden die Wildgehege beim Schloss Žleby (Schleb) bei Čáslav (Tschaslau) (Map) zum neuen Heim der Tiere bestimmt. Die weißen Hirsche fühlen sich in dieser Umgebung sehr wohl und aus dem hiesigen Zuwachs konnten bereits neue Herden gebildet werden. So können Sie diese außergewöhnlichen Tiere heute nicht nur im Gehege Háj des Schlosses Žleby bewundern, sondern auch in Janovice bei Heřmanův Městec (Hermannstädtel) (Map), im Wildpark in Kopidlno (Map) bei Jičín (Jitschin) und im Gehege von Žehušice (Map) bei Kutná Hora (Kuttenberg). Insgesamt leben in diesen Wildgehegen heute beinahe dreihundert weiße Hirsche.


 
Autor: Petra Hubálková
 
Datum: 02.11.2012
 
 
 

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