Auch in der Tschechischen Republik finden Sie Orte dieser Art.
Die
Gedenkstätte Terezín (dt. Theresienstadt) (mapa) wurde 1947 zur Erinnerung an die Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes während des 2. Weltkriegs eingerichtet. Ganz Theresienstadt diente damals, umgeben von Mauern, als Ghetto für Tausende vorwiegend tschechischer Juden. Diejenigen, die nicht ums Leben kamen, wurden von dort aus in die Vernichtungslager weiter transportier, vor allem nach Auschwitz. Im ehemaligen Schulhaus ist heute das Ghetto-Museum untergebracht. Die kleine, Ende des 18. Jahrhunderts erbaute Festung wurde während der Kriegsjahre als Gestapo-Gefängnis genutzt.
Die Gedenkstätte soll die Erinnerung an die Opfer der rassistischen und politischen Verfolgung während der Jahre der nationalsozialistischen Besetzung bewahren. Das Museum wird ständig weiterentwickelt, es wird Forschungsarbeit betrieben und Bildungsarbeit geleistet. Außerdem wird der Ort als Gedenkplatz für das Leiden und den Tod zehntausender Gewaltopfer erhalten.
Lidice (mapa) und
Ležáky (mapa) sind zwei ehemalige Dörfer die von den Nationalsozialisten während des 2. Weltkriegs dem Erdboden gleich gemacht wurden. Sie mussten so für die tatsächliche oder angebliche Beteiligung am Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrich bezahlen. Der Schicksalsschlag traf Lidice am 10. Juni 1942, als alle im Dorf anwesenden Männer hingerichtet wurden. Die Frauen wurden in Konzentrationslager gebracht und der Großteil der Kinder ermordet (Nur ein kleiner Teil von ihnen wurde zur „Umerziehung“ in deutsche Familien übergeben.). Anschließend wurde Lidice von der Gestapo dem Erdboden gleich gemacht. Das gleiche Schicksal ereilte 14 Tage später das westböhmische Dorf Ležáky. Heute befinden sich an beiden Orten Gedenkstätten, und Museen erinnern an die damalige Tragödie.
Das
Friedensdenkmal Mohyla míru (mapa) liegt in der Nähe der Stadt Slavkov (dt. Austerlitz) in Südmähren. Es wurde zur Erinnerung an die Opfer der legendären Schlacht bei Austerlitz, der sogenannten Dreikaiserschlacht, vom 2. Dezember 1805 erbaut, als Napoleons Armee vernichtend die Truppen der Verbündeten schlug. Das Austerlitzer Schlachtfeld wurde zu einem Massengrab für Soldaten unterschiedlichster Herkunft. Bei der Gedenkstätte findet jedes Jahr Ende November/Anfang Dezember als Höhepunkt zum Jubiläum der Schlacht eine Gedenkveranstaltung für die in dieser Schlacht gefallenen Soldaten statt.
Die
Kirche des Hl. Kyrill und Method (mapa) in Prag diente den tschechischen Fallschirmspringern der Gruppe „Antropoid“, die das Attentat auf Reinhard Heydrich ausübten, als Versteck.
Der Lehrpfad
Jáchymovské peklo /Joachimsthaler Hölle/ (mapa) führt die Besucher an Orte, an welchen sich in den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts Lager und Minen befanden, in welchen die Gefangenen des kommunistischen Regimes leben und Uran fördern mussten.
Der
Friedhof Vyšehrad und Slavín (mapa) gehört zu den wichtigsten Prager Friedhöfen. Mehr als 600 berühmte tschechische Persönlichkeiten haben auf diesem Friedhof ihre letzte Ruhe gefunden – Schriftsteller, Wissenschaftler, Dichter, bildende Künstler, Komponisten, Schauspieler, Ärzte, Politiker, Sportler und andere. Außerdem befindet sich auf diesem Friedhof der Slavín, eine gemeinsame Ehrengruft für verdiente Persönlichkeiten des tschechischen Volkes.
Das
Schlachtfeld bei Hradec Králové (Königgrätz) - Gedenkstätte an die Schlacht bei Chlum (mapa) erinnert an die blutigste Schlacht des Preußisch-Österreichischen Krieges. Am 3. Juli 1866 trafen hier die preußischen und die österreichischen Truppen aufeinander. Heute erinnert eine Reihe von Plätzen an diese Schlacht – nordwestlich von Königgrätz auf dem Hügel Chlum gibt es mehr als 400 Gräber, Massengräber und symbolische Denkmäler.
Das
Schloss Velké Losiny (mapa) erinnert in trauriger Weise an die berüchtigten Hexenprozesse. Ende des 17. Jahrhunderts wirkte hier der Inquisitor Heinrich Boblig aus Šumperk, wo er die Hexenprozesse leitete, in deren Folge 56 Menschen verbrannt wurden.
Die
Festung Spielberg in Brno (mapa), der sogenannte „Kerker der Nation“, diente während der Habsburger Monarchie als Gefängnis für Schwerverbrecher.
Das
Foltermuseum in Český Krumlov (mapa) befindet sich im alten Gebäude des Rathauses. Hier in den rekonstruierten mittelalterlichen Kellergewölben fühlt sich der Besucher zurückversetzt in die grausame Zeit des Mittelalters, die Blütezeit der Folter, in welcher die brutalsten Foltermethoden, Folterwerkzeuge und Hilfsgeräte eingesetzt wurden.
Mittelalterliche Beinhäuser befinden sich häufig in Katakomben unter Kirchen oder Kapellen. Die menschlichen Knochen wurden dort meist in unterschiedlicher geometrischer Anordnung (als Aufhäufung, Bogen, Figur) gelagert. Häufig entstanden Beinhäuser bei einem Massensterben der Bevölkerung (Pestepidemie, Hungersnot, Krieg). Öffentlich zugängliche Beinhäuser in der Tschechischen Republik befinden sich zum Beispiel in Sedlec bei Kutná Hora
(mapa), Brno
(mapa) und Mělník
(mapa).
Weitere interessante Ziele des „schwarzen Tourismus“ in der Tschechischen Republik sind zum Beispiel die „Vamberger Mumien“ in den Kellern des Klosters Broumov, die Kapuzinergruft in Brno, die Macocha-Schlucht und weitere. Ein eigenes Kapitel sind in diesem Zusammenhang die alten Burgen und Schlösser, um die sich viele geheimnisvolle Gruselgeschichten ranken.