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Gegenwärtige Theaterszene

 
photo:  (sxc.hu)
 

Die Theaterszene des 21. Jahrhunderts in der Tschechischen Republik ist sehr abwechslungsreich. Sie beinhaltet sowohl Schauspiel, Oper und Ballett als auch Pantomime, Schwarzes Theater, Puppentheater und das heutzutage sehr beliebte Musical.

 
 

Das Schwarze Theater

Das Prinzip des Schwarzen Theaters ist ein optisches Spiel , der Trick mit dem so genannten schwarzen Kabinett, der sich die Unvollkommenheit des menschlichen Auges zu Nutze macht: Schwarz auf Schwarz kann vom Auge nicht unterschieden werden. Gegenstände und Requisiten, die von schwarz gekleideten Schauspielern bewegt werden, erhalten so vor unseren Augen die Fähigkeit, sich selbstständig zu bewegen.

Am bekanntesten ist das Theater TA FANTASTIKA PRAHA (Karlova 8, Prag 1), das unter dem Namen Ta Fantastika im Jahre 1981 von Petr Kratochvíl in New York gegründet wurde.

Das farbige Theater All Colours Theatre(Rytířská 31, Prag 1) vereint Schwarzes Theater mit den Elementen Musical, Tanz und vor allem Pantomime.

Zu den weiteren bedeutenden Bühnen des schwarzen Theaters gehören das Schwarze Theater ANIMATO(Na Příkopě 10, Prag 1) und das Schwarze Theater von Jiří Srnec - Černé divadlo Jiřího Srnce(U Lékarny 597, Prag 5).

Schauspiel

Die am weitesten verbreitete Theaterform in der Tschechischen Republik ist das Schauspiel. Dem Jahrbuch des Tschechischen Statistikamtes zufolge sind 54 % der  im Jahr 2004 von Theaterensembles gespielten Vorstellungen Schauspielstücke .

Eine spezifische Schauspielbühne ist das Theater Archa(Na Poříčí 26, Prag 1), das sowohl eigene künstlerische Projekte als auch Gastspiele in- und ausländischer Ensembles bietet. Das Theater ist an einer Reihe internationaler Projekte beteiligt und arbeitet mit vielen ausländischen Institutionen zusammen.

Laterna Magika

Diese spezielle Art von Theater (Národní 4, Prag 1) kann nicht den klassischen Genres zugeordnet werden. Sie verbindet auf verschiedenste Weise projizierte oder elektronische Bilder mit lebendigen Bühnenvorführungen. Das Grundprinzip besteht in der Suche nach Wegen zu einem spezifischen Theater, das eine Begebenheit unter Anwendung verschiedener Themen und Mittel erzählen kann.

Laterna Magika stellte sich erstmals auf der Weltausstellung Expo ´58 in Brüssel vor. In den sechziger Jahren nahm das Künstlerteam unter der Leitung von Alfréd Radok und Josef Svoboda an einer Reihe von Auslandstourneen und internationalen Ausstellungen teil.

Marionettentheater

Zu den bekanntesten Puppenspielern der Neuzeit gehören Josef Skupa und Miloš Kirschner mit den Figuren Spejbl und Hurvínek.

Der Beginn der Serienproduktion von Puppen in Böhmen geht bis ins Jahr 1912 zurück, als auf einer Puppenausstellung Jindřich Veselý und Antonín Münzberg zusammentrafen. Die erste Puppenserie entstand nach Entwürfen des Malers Mikoláš Aleš.

Ein international bekanntes Puppenspielensemble ist das Theater Buchty a loutky - Buchteln und Puppen (Štefaníkova 57, Prag 5), das im Jahre 1991 gegründet wurde. In seinen Vorstellungen wird Wert auf den direkten Dialog mit dem Zuschauer gelegt, stark vertreten ist auch eine experimentelle Komponente, besonders in den Vorstellungen für Erwachsene.

Ein weiteres Puppenspielensemble, das oft im Ausland gastiert, ist das Theater Minor(Vodičkova 6, Prag 1). Es knüpft an die Tradition des Theaters Ústřední loutkove divadlo (Zentrales Puppentheater) an, das im Jahre 1949 gegründet wurde.

Musical

In den letzten beiden Jahrzehnten erlebt dieses Genre in der Tschechischen Republik einen großen Aufschwung . So werden sowohl weltberühmte, in die tschechische Sprache übersetzte Musicals wie z. B. Jesus Christ Superstar, Les Miserables oder Miss Saigon aufgeführt, aber auch Musicals tschechischer Herkunft (Dracula, Der Rattenfänger, Golem u. ä.).

Oper

Zu den bedeutendsten tschechischen Opernensembles gehören das Nationaltheater in Prag(Ostrovni 1, Prag 1), die Staatsoper in Prag(Legerova 75, Prag 1), das Nationaltheater in Brno(Dvořákova 11, Brno) und das Mährisch-Schlesische Nationaltheater in Ostrava (Čs. legií 14, Ostrava).

Zu den weltweit geschätzten Sängerinnen der Gegenwart gehören vor allem Mezzosopranistinnen Magdalena Kožená und Dagmar Peckova und die Sopranistin Eva Urbanova .

Operette

Die bedeutendste tschechische Operettenbühne ist das Hudební divadlo v Karlíně (Musiktheater in Karlin). Ein großes Ereignis war z.B. die Tournee mit dem Musical My Fair Lady in Japan im Jahre 2000. Das Ensemble aus Karlín war das erste aus der Tschechischen Republik, das den Japanern ein Musical darbot. Das Musiktheater Karlín siedelt in einem wunderschönen pseudobarocken Gebäude, dessen Inneneinrichtung vor Kurzem einer ausführlichen Rekonstruktion unterzogen wurde. Gegenwärtig werden beispielsweise die Musicals Producenti, Jekyll & Hyde oder die Operette Netopýr zur Aufführung gebracht.

Bewegungstheater (Pantomime)

Die moderne tschechische Pantomime besteht seit dem Jahre 1959, als Ladislav Fialka mit einer Pantomimegruppe an das Prager Theater Divadlo Na Zábradlí - Theater Am Geländer (Anenské náměstí 5, Prag 1) kam (die Vorstellung hieß Pantomima Na Zábradlí - Pantomime Am Geländer). Damit gab er einem vernachlässigten Theatergenre seinen Ruhm zurück.

Das junge und doch bereits international anerkannte einzigartige Bewegungstheater Veselé skoky (Fröhliche Sprünge) erhielt im Jahre 2004 zwei von fünf Preisen, die auf dem internationalen Theaterfestival Teatarfest in Sarajevo vergeben wurden. Ihrer Tanzgroteske Na hlavu! (Auf den Kopf!) wurde der Preis für die beste Vorstellung des VII. Jahrgangs des Teatarfestes und darüber hinaus der Sonderpreis der Jury verliehen.

Eine bedeutende Prager Bühne, die auf nonverbale Vorstellungen abzielt, ist das Theater Alfred ve dvoře - Alfred im Hof (Františka Křížka 36, Prag 7) dar. Es wurde im Jahre 1997 vom Mimen, Choreographen, Regisseur und Pädagogen Prof. Ctibor Turba gegründet.

Weitere bedeutende Repräsentanten der tschechischen Pantomime sind unter anderem Boris Hybner und Michal Hecht.

Tanztheater (Ballett, Tanz)

Eine der wichtigsten tschechischen Ballettbühnen mit einer bewegten Geschichte ist das 1883 gegründete Ballett des Nationaltheaters(Ostrovni 1, Prag 1). Stellvertretend für viele klangvolle Namen wollen wir zumindest einen nennen – Vlastimil Harapes . Unter der Leitung des derzeitigen künstlerischen Leiters Petr Zuska wurde neben klassischen Werken wie Schwanensee oder Nussknacker auch das moderne Schaffen tschechischer und ausländischer Künstler in das Repertoire des Nationaltheaters aufgenommen.

An der Choreographie der modernen Vorstellung Stamping Ground beteiligte sich neben Petr Zuska und Shawm Hounsell auch der am The Nederlands Dans Theater wirkende weltbekannte tschechische Choreograph Jiří Kylián, der  im The Netherlands Dans Theater wirkt. Zu den Solisten zählen Tereza Podařilova, Zuzana Susova, Adéla Pollertová, Alexandr Katsapov, Jiří Kodym und Michal Štípa.

Zu den aktivsten Repräsentanten des tschechischen Tanzes im Ausland gehört das Balet Praha (Ballett Prag). Es wurde von Pavel Šmok und Luboš Ogoun gegründet, die das Ensemble als getanzte Reaktion auf das zeitgenössische Geschehen in den kleinen Studiotheatern konzipierten. Die schöpferische Produktion des Choreographenduos Šmok und Ogoun im Ballett Prag zeichnet sich sowohl durch die Zahl als auch durch die Qualität der einstudierten Kreationen aus. Von 1975 bis 1999 trat das Ensemble unter dem Namen Pražský komorní balet (Prager Kammerballett) auf.

An der Schnittstelle von Tanz- und Bewegungstheater bewegt sich das Ensemble Baletní jednotka Křeč (Balletteinheit Krampf), das im Jahre 1981 von den Brüdern Caban gegründet wurde. Es hat eine Reihe origineller Vorstellungen aufgeführt und tritt vor allem in speziellen audiovisuellen Projekten auf.

Viele tschechische Tänzer haben ein Dauerengagement an ausländischen Bühnen. Dazu gehören z.B. Darja Klimentová (English National Ballet), die Brüder Jiří und Otto Bubeníček (Staatsoper Hamburg) und Jiří Jelínek (The Stuttgart Ballet).

Der erste Tscheche, dem der Preis Benois de la danse, der prestigeträchtigste, nur den besten Tänzern der Welt vorbehaltene internationale Ballettpreis, verliehen wurde, war Jiří Bubeníček .

Die größte Show der tschechischen Tanzszene ist das alljährliche Festival Česká taneční platforma (Tschechische Tanzplattform).

Wenn Sie mit uns gemeinsam die Geschichte des tschechischen Theaters ergründen möchten, empfehlen wir Ihnen den speziell dieser Problematik gewidmeten Artikel dějinám divadla v Čechách.

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Datum: 13.12.2009
 
 
 

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