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Tschechien bietet Hilfe an für Notre Dame

 
photo:  (Petr Chotěbor (Foto: Martina Schneibergová))
 

Der verheerende Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame hat auch in Tschechien bestürzte Reaktionen hervorgerufen.

 

Die Kathedrale von Notre-Dame ist eines der berühmtesten Wahrzeichen von Paris. Am Montagabend drohte ein Großbrand, die Kirche völlig zu zerstören. In den frühen Morgenstunden kam wenigstens in dem Punkt eine Entwarnung. Notre-Dame könne wohl insgesamt bewahrt werden, hieß es von der Pariser Feuerwehr. Martin Kavka ist Sprecher der Feuerwehr in Prag. Im Tschechischen Rundfunk schilderte er die wichtigsten Faktoren für einen Erfolg der Löscharbeiten:

„Es hängt von dem Umfang des Brandes ab und auch davon, wie das Gebäude mit Brandschutzelementen ausgestattet ist. Wichtig ist, die Technik rund um das Gebäude richtig zu verteilen. Wenn ein großes Aufgebot dort eingesetzt wird, können die Kräfte nur sehr schwierig umverteilt werden. Weiter muss es genug Löschmittel, also Wasser, und genug Feuerwehrleute geben. Und auch ein bisschen Glück.“

Bei dem Einsatz wurden nicht nur die Flammen gelöscht, sondern auch wertvolle Schätze aus der Kathedrale in Sicherheit gebracht. Dies ist laut Kafka auch in Tschechien ein übliches Vorgehen:

„Die Feuerwehr in Tschechien arbeitet mit dem Denkmalschutzamt und dem Kulturministerium eng zusammen. Für jedes Baudenkmal gilt ein konkreter Plan, wie bei einem Brand vorgegangen werden soll. Bei dem Einsatz der Feuerwehr konzentriert man sich nicht nur auf die Löscharbeiten und die Rettung von Menschen, sondern auch wertvolle Sachen in Sicherheit zu bringen. Die Feuerwehr macht regelmäßig Übungen in historischen Gebäuden, bei denen eben auch diese wertvollen Sachen vor den Flammen gerettet werden.“

Am Dienstag blickt man nach vorne. Präsident Macron hat bereits angekündigt, dass die Kathedrale wiederaufgebaut werden soll. Laut dem Architekten Petr Chotěbor von der Denkmalschutzabteilung der Prager Burg ist von prinzipieller Bedeutung, dass das Gewölbe den Brand überstanden habe:

„Wenn das Gewölbe zerstört worden wäre, hätte dies die Statik des gesamten Baus gefährdet. Da es aber die Flammen überstanden hat, wurde dadurch auch der Innenraum gerettet, einschließlich einiger Teile der Ausstattung und Ausschmückung. Zudem trägt es bedeutend dazu bei, dass die Gesamtkonstruktion stabil ist.“

Angesichts der weiteren Entwicklung meint der Architekt:

„Man muss zunächst die Statik überprüfen. Sobald es möglich wird, das Gebäude zu betreten, müssen die Statiker den Umfang der Schäden beurteilten. Dabei lässt sich nicht ausschließen, dass die Hitze und das Gewicht des Dachstuhlholzes das Gewölbe dermaßen beschädigt haben, dass dieses umfangreich repariert beziehungsweise neu gebaut werden muss.“

Die meisten Kathedralen im Mittelalter seien gut erbaut worden, betonte der Architekt gegenüber dem Inlandssender des Tschechischen Rundfunks:

„Sonst hätten sie viele Jahrhunderte seit ihrem Ausbau nicht überleben. Die Kathedralen waren allgemein der Höhepunkt der Baukunst ihrer Zeit. Anderseits muss man sagen, dass die Baumeister versucht haben zu zeigen, was alles im Bauwesen möglich war. Deswegen sind viele der Konstruktionen im Vergleich zur Größe des Gebäudes eher fragil. Es gibt da massive Pfeiler, aber auch Wände, die durch große Fenster abgeschwächt sind und daher keine tragende Funktion haben.“

Auch in Tschechien haben Öffentlichkeit und Politiker bestürzt auf die Brandkatastrophe reagiert. Das Kulturministerium in Prag hat angeboten, Denkmalschutzexperten für die Renovierung des Gotteshauses bereitzustellen.

Man müsse sich zunächst aber erkundigen, was genau gebraucht werde. Danach sei Tschechien in der Lage, sehr schnell zu reagieren und binnen einiger Stunden Fachleute nach Paris zu entsenden, so die Sprecherin des Ressorts, Martha Häckl. Premier Andrej Babiš sagte zudem finanzielle Mittel für den Wiederaufbau des französischen Wahrzeichens zu.

 
 
Autor: Český rozhlas Radio Praha
 
Datum: 16.04.2019
 
 
 

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