Was verbirgt sich hinter dem Begriff Freiwilligenarbeit?
Wir fassen Freiwilligenarbeit als gemeinnützige Arbeit auf, als Bereitschaft eines Menschen einen Teil seiner Zeit und Energie einer unterstützungsbedürftigen Organisation oder bedürftigen Einzelperson zur Verfügung zu stellen, ohne dass eine freundschaftliche Beziehung oder eine Verpflichtung zwischen den beiden besteht. Aber ein ehrenamtlicher Einsatz bringt nicht nur dem Empfänger einen Nutzen, sondern der Freiwillige kann dadurch zum Beispiel neue Freunde kennenlernen und sich neue Erfahrungen und Wissen aneignen. Auch die breite Öffentlichkeit profitiert von der Freiwilligenarbeit.
So ist zum Beispiel die Freiwillige Feuerwehr nicht nur ein gutes Beispiel für eine für beide Seiten vorteilhafte Freiwilligenarbeit, sondern sie erfüllt auch eine Reihe von nützlichen Funktionen für die Öffentlichkeit. Freiwillige Feuerwehrleute helfen bei Aufräumarbeiten nach Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen, wie zum Beispiel Umweltkatastrophen, und beteiligen sich außerdem an Präventionsmaßnahmen vor Bränden und anderen unerwünschten Ereignissen.
Ehrenamtlich tätige Menschen finden wir vor allem in nicht gewinnbringenden Nichtregierungsorganisationen, die nach 1989 neben der Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit auch die Freiwilligenarbeit, die in einer Reihe von Ländern als selbstverständlicher Teil des Lebens angesehen wird, als eine Bürgertugend rehabilitierten.
Am öftesten werden Freiwillige heute in den Gebieten Ökologie und humanitäre Hilfe und Menschenrechte eingesetzt sowie in den Sektoren Sozialarbeit und Gesundheitswesen und anderen Bereichen von Kultur, Sport, Bildung und Kinder- und Jugendarbeit.
Warum leistet jemand Freiwilligenarbeit?
Die Motivation zu einem ehrenamtlichen Einsatz kann sehr unterschiedlich sein. Eine Umfrage des Nationalzentrums für Freiwillige Hestia aus dem Jahr 2010 zeigt, dass die am häufigsten genannten Motivationsfaktoren das angenehme Ausfüllen der Freizeit, Selbstrealisierung und der nützliche Einsatz der eigenen Fähigkeiten sind.
Eine weitere wichtige Rolle spielt bei der Freiwilligenarbeit auch der internationale Faktor, denn für viele Menschen kann ein Einsatz bei einem Freiwilligenprojekt bedeuten, dass sie das Gastland und die dortige Kultur besser kennenlernen und ihre Sprachkenntnisse vertiefen. Außerdem können sie so wertvolle Erfahrungen für ihr weiteres Leben und ihren Beruf sammeln.
Die traditionelle Auffassung, dass Freiwilligenarbeit ein Opfer, eine Pflicht oder ein großzügiges Geschenk ist, hat sich in der Tschechischen Republik geändert. Die Freiwilligenarbeit und die Organisation derselben haben sich seit den 90-er Jahren weiter entwickelt. So arbeitet die Tschechische Republik mit dem Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen (UNV – UN Volunteers) zusammen, mit deren Hilfe tschechische Freiwillige auf der ganzen Welt eingesetzt werden.
Wie wird man Freiwilliger?
Üblicherweise wird in der Tschechischen Republik Freiwilligenarbeit im Rahmen von Non-Profit-Organisationen geleistet, immer öfter allerdings gibt es auch die oben erwähnte Freiwilligenarbeit in Firmen. Eine Reihe von Firmen und Plattformen versuchen, sich an diesen Aktivitäten zu beteiligen. Der allgemeine Trend der gemeinnützigen Arbeit zeigt einen allmählichen Anstieg der sich in diesem Bereich engagierenden Menschen, andererseits steigt aber auch die Anzahl von unterstützungsbedürftigen Personen und Bereichen, in welchen diese Hilfe benötigt wird.
Es gibt in der Tschechischen Republik Freiwilligenzentren, die sich auf die Organisation von Freiwilligenarbeit spezialisiert haben, die mit anderen Non-Profit-Organisationen zusammenarbeiten, mit dem Ziel, so viele Bürger wie möglich bei der Lösung von gesellschaftlichen Problemen zu engagieren und gleichzeitig nützliche Informationen über die Freiwilligenarbeit in ihrer Region zu geben. Weitere Informationen über Freiwilligenarbeit – wo und wie man ehrenamtlich tätig werden kann – finden Sie auf
www.dobrovolnik.cz
Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011
Der Rat der Minister für Bildung, Jugend und Kultur hat im November 2009 das Jahr 2011 zum ´Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit´ ernannt und dazu die folgenden vier Ziele definiert:
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Schaffung eines für Freiwilligenarbeit günstigen Umfelds.
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Qualitätsverbesserungen bei den Organisatoren von Freiwilligenarbeit ermöglichen.
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Ehrenamtliche Tätigkeiten auszeichnen und anerkennen.
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Bewusstsein für den Wert und die Bedeutung von Freiwilligenarbeit steigern.
Zu den wichtigen Ergebnissen des Jahres zählen die Überarbeitung der Webseite
www.dobrovolnik.cz, die Herausgabe einer Zusammenstellung von Beispielen bewährter Praxis `Freiwillige Helfer verändern die Welt` (online zum Herunterladen), die Durchführung zweier internationaler, auf grenzüberschreitende Freiwilligenarbeit ausgerichteter Konferenzen und die Verbreitung der Ergebnisse des ´Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit´ in Mitteleuropa sowie eine Menge von Medienauftritten (TV, Radio, Artikel, Interviews).