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Tschechien und das Flugverbot für Boeing 737 Max

 
photo:  (radio.cz)
 

Der Absturz von zwei Flugzeugen des Typs Boeing 737 Max innerhalb relativ kurzer Zeit hat die Aufsichtsbehörden in vielen Teilen der Welt alarmiert. Mittlerweile hat auch die zuständige EU-Agentur, die EASA, ein Flugverbot für diese Maschinen verhängt. Dies betrifft ebenfalls Tschechien, und hierzulande konkret die Billigfluggesellschaft Smartwings.

 

Weder dürfen die Boeing 737 Max 8 und 9 starten, noch landen oder den europäischen Luftraum durchqueren. Das Verbot gilt seit Dienstagabend 20 Uhr. Zuvor hatten schon zahlreiche Fluggesellschaften und nationale Luftfahrtbehörden den Maschinen die Flugerlaubnis entzogen. Damit haben sie auf den Absturz einer nagelneuen Boeing 737 Max 8 in Äthiopien am Sonntag reagiert. Alle 157 Insassen waren dabei ums Leben gekommen.

Die tschechische Regierung beziehungsweise Verkehrsminister Dan Ťok (parteilos) wurden nicht von selbst tätig. Dabei hat die Billigfluggesellschaft Smartwings mit Sitz in Prag gleich sieben Boeing 737 Max 8 in ihrer Flotte. Zwei der Flugzeuge konnten nicht mehr rechtzeitig mit Passagieren nach Europa zurückkehren. Vladimíra Dufková ist Sprecherin von Smartwings. Am Dienstagabend sagte sie:

„Das eine Flugzeug, das auf der Strecke von den Kapverden nach Prag flog, ist in Tunis gelandet. Die Passagiere dieses Fluges werden mit einer Ersatzmaschine hier hergebracht. Die andere Maschine, die von Dubai nach Prag unterwegs war, ist in Ankara gelandet. Wir kümmern uns gerade darum, die Passagiere in Hotels unterzubringen.“

Die Gäste dieser Verbindung sollen am Mittwochabend nach Prag gebracht werden. An sich sollte das kein Problem sein, denn Smartwings besitzt noch 40 Maschinen anderer Typen. Und die umgeleiteten Maschinen? Vítězslav Hezký ist Sprecher der tschechischen Behörde für zivile Luftfahrt:

„Eine Ausnahme vom Verbot der EASA besteht: Die Fluggesellschaften dürfen die Maschinen ohne Passagiere an ihre Standorte zurückfliegen.“

Wie Hezký in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks weiter betonte, ist das Verbot der Europäischen Agentur für Flugsicherheit eine Präventivmaßnahme. Denn noch ist nicht geklärt, aus welchen Gründen die Boeing 737 Max in Äthiopien abgestürzt ist. Zugleich steht die Frage im Raum, ob der Crash einer Maschine desselben Typs im Oktober vergangenen Jahres ähnliche Ursachen hatte. Ein Flugzeug der indonesischen Lion Air stürzte ins Meer, das geschah ebenfalls kurz nach dem Start. Laut Unfallermittlern drückte damals der Bordcomputer die Nase des Flugzeugs automatisch immer wieder nach unten, während die Crew versucht habe, sie nach oben zu steuern. Vítězslav Hezký sagt daher:

„Nicht nur Europa, sondern die ganze Welt wartet auf genauere Informationen – sowohl von Boeing als auch von der Behörde, die diese Abstürze untersucht. Dann erst werden eventuelle dauerhafte Maßnahmen ergriffen.“

Allerdings gibt es alarmierende Berichte von Piloten. So hat der amerikanische Hersteller wohl vor einiger Zeit die Software der Maschinen updaten lassen. Diejenigen, die die Flugzeuge steuern, sollen aber nicht ausreichend geschult worden sein. Einige von ihnen haben dies beschrieben. Die „Dallas Morning News“ zitierte sogar aus der Beschwerde eines Piloten. Dort steht unter anderem:

„Das Handbuch ist nicht ausreichend, fast kriminell unzulänglich. Alle Fluglinien, die die Max 8 betreiben, sollten darauf bestehen, dass Boeing sämtliche Flugsysteme im Handbuch erklärt.“

Hersteller Boeing hat angekündigt, er wolle bis April die Software überarbeiten.

 
 
Autor: Český rozhlas Radio Praha
 
Datum: 13.03.2019
 
 
 

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