Lage: von dem Dorf Tisá auf Ústecko bis zu dem Ausläufer Šluknov auf Děčínsko.
Der Nationalpark Böhmische Schweiz entstand am 1. Januar 2000 als vierter Nationalpark der Tschechischen Republik. Er schließt sich an den Nationalpark Sächsische Schweiz auf deutscher Seite an, der 10 Jahre früher (1990) gegründet wurde.
Die gesamte Böhmisch-Sächsische Schweiz gehört zu den traditionsreichsten und bekanntesten Urlaubsgebieten in Mitteleuropa.
Unter dem Schutz des Nationalparks Böhmische Schweiz stehen vor allem das sehr charakteristisch entwickelte Sandsteinphänomen, d.h. die einzigartige Geomorphologie der Sandstein-Felsenstadt und seine große Artenvielfalt.
Der Nationalpark Böhmische Schweiz gehört zur geomorphologischen Einheit der Elbsandsteine. Der bilaterale Komplex des Nationalparks Böhmische und Sächsische Schweiz stellt ein repräsentatives Beispiel für Quadersandsteine des Böhmischen Kreidebeckens dar, das mit seiner großen Fläche (insgesamt 172 km²) und gleichzeitig dünnen Besiedlung (auf dem Gebiet beider Nationalparks liegen nur zwei kleine Dörfer) in Europa seinesgleichen sucht.
Jetřichovické stěny (Dittersbacher Wände)
Der überwiegende Teil des Nationalparks Böhmische Schweiz erstreckt sich über die geomorphologische Untereinheit Jetřichovické stěny (Dittersbacher Wände) – ein weitläufiges Gebiet aus praktisch unbesiedelten Fels- und Waldkomplexen.
Zu den bekanntesten Objekten dieses Teils des Nationalparks gehört das Nationale Naturdenkmal Pravčická brána (Prebischtor) – eine in Europa einzigartige Felsenbrücke.
Touristisch stark frequentiert sind auch die Jetřichovické skály (Dittersbacher Felsen), vor allem die Aussichtspunkte Mariina skála (Marienfels), Vileminina skála (Wilhelminenwand) und Rudolfův kámen (Rudolfstein), weiterhin die sog. Felsenburgen (Šaunštejn/Schauenstein, Falkenštejn/Falkenstein und weitere). Im nördlichen Teil der Jetřichovické stěny zählt das Tal Kyjovské údolí (Khaatal) zu den am meisten besuchten Orten. Es zieht sich über die Schlucht Křinice und ist von deutscher Seite aus mit Booten zu erreichen.
Das Gebiet der Quadersandsteine in den Jetřichovické stěny wird an vielen Stellen durch das vereinzelte Vorkommen von Basaltgestein bereichert, z.B. in den Orten Větrovec, Mlýny, Goliště, Suchý vrch, im Naturreservat Ponova louka oder Český vrch (Böhmischer Berg).
Im südlichen Teil des Nationalparks Böhmische Schweiz liegt die Randzone der Untereinheit Děčínské stěny (Elbsandsteingebirge), wo man die Schluchten der Kamenice findet– der bekannteste Teil der Böhmischen Schweiz neben dem Pravčická brána (Prebischtor). Stark besucht sind vor allem die Schluchten Tichá soutěska (wörtlich Stille Klamm, dt. Edmundsklamm) und Divoká soutěska (Wilde Klamm), wo bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts Kahnfahrten stattfinden. Nördlich der Schluchten liegt auch das einzige Dorf im Nationalpark, Mezná (Ortsteil der Gemeinde Hřensko/Herrnkretschen) mit wertvollen Zeugnissen der Volksarchitektur (z.B. dem Haus auf einem Sockel).
Lehrpfaden
Das gesamte Gebiet des Nationalparks Böhmische Schweiz ist über ein traditionelles, ausgeschildertes Wegenetz zugänglich, besonders attraktive Abschnitte liegen auf zwei Lehrpfaden: dem Lehrpfad in der Umgebung von Hřensko (Pravčická brána, Tichá soutěska) und dem Lehrpfad Jetřichovické skál y.
Sport
Zu den traditionellen Sportarten des hiesigen Sandsteingebiets gehört auch das Bergsteigen , das vor allem im Gebiet nördlich der Gemeinde Jetřichovice praktiziert wird. Im Park sind auch Radwege gekennzeichnet (insgesamt ca. 40 km).
Nationalpark Böhmische Schweiz in Zahlen:
Fläche: 79 km²
Höchster Punkt: 619 m (Růžový vrch - Rosenberg)
Niedrigster Punkt: 116 m (Hřensko)
Weitere Informationen: http://www.ceskesvycarsko.cz